Seit dem 19. Mai sind rund 103.500 Anträge zur E-Auto-Förderung eingegangen (Stand 5. August, BAFA-Zahlen; zuerst berichtete das Handelsblatt). Mehr als 90 Prozent der Anträge betreffen reine Elektroautos, der Rest verteilt sich auf Plug-in-Hybride und Modelle mit Reichweitenverlängerer. Die Prämie scheint also tatsächlich die Nachfrage nach Elektroautos zu unterstützen.
Wer die Prämie beantragt
Auffällig ist die Einkommensstruktur: Rund die Hälfte der Antragsteller nennt ein zu versteuerndes Einkommen bis 45.000 Euro, knapp ein Viertel verfügt jährlich zwischen 45.000 und 60.000 Euro. Drei von vier Anträgen kommen damit aus Haushalten mit maximal 60.000 Euro Jahres-Einkommen. Damit hilft die Förderung, E-Mobilität zu den mittleren Einkommensschichten zu holen.
So funktioniert die Förderung
Pro Fahrzeug sind Zuschüsse von bis zu 6.000 Euro möglich, Voraussetzung ist eine Zulassung seit dem 1. Januar dieses Jahres. Die Einkommensgrenze ist regulär auf 80.000 Euro zu versteuerndes Einkommen festgesetzt, bei Familien mit zwei oder mehr Kindern steigt sie auf bis zu 90.000 Euro. Für das Programm stehen bis 2029 drei Milliarden Euro bereit, ausgelegt auf rund 800.000 Fahrzeuge.
Stimmung hellt sich auf – Gegenwart ist hart
Das Münchner ifo Institut meldet für Juli ein Stimmungsplus: Der Geschäftsklimaindex der Autoindustrie steigt um 6 Punkte auf -15,6. Das bleibt im negativen Bereich, zeigt aber immerhin eine Richtungsänderung. Der Treiber sind vor allem die Erwartungen: Die Geschäftserwartungen klettern auf -0,1 Punkte und rangieren damit so hoch wie seit mehr als drei Jahren nicht.
Auftragsbücher füllen sich, Export mit Hoffnungen
ifo-Expertin Anita Wölfl berichtet von sich wieder füllenden Auftragsbüchern und steigenden Exporterwartungen. Auch in den Auftragseingängen (Daten bis Mai) zeigt sich laut ifo ein positiver Trend aus dem Inland und dem Euroraum. Das passt zur Beobachtung, dass die Branche nach Monaten der Verunsicherung wieder etwas Planungssicherheit spürt.
ifo InstitutDas ifo Institut (Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München) ist eines der führenden ökonomischen Forschungsinstitute Deutschlands. Es betreibt anwendungsorientierte empirische Wirtschaftsforschung und berät Politik sowie Öffentlichkeit unabhängig. Besonders bekannt ist das Institut für den monatlich veröffentlichten ifo-Geschäftsklimaindex, der als wichtigstes Frühbarometer für die deutsche Wirtschaft gilt. Neben dieser Konjunkturforschung analysiert das Münchner Institut wissenschaftlich fundiert Themen wie Steuern, Bildung und Außenwirtschaft.
Aktuelle Lage bleibt "sehr schlecht"
So deutlich die Erwartungen steigen, so unmissverständlich hart bleibt die Diagnose der Gegenwart: Die aktuelle Geschäftslage bewertet ifo mit -29,9 Punkten als "sehr schlecht". Die Stimmung ändert sich zwar, aber viele Betriebe sind noch tief im Krisenmodus.

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Rüstungskonjunktur
Ein Teil der besseren Perspektive kommt aus Bereichen, die keine reine Automobil-Herstellung sind: Hersteller von Karosserien und Aufbauten sowie Zulieferer mit Komponenten, die auch außerhalb der Autobranche nützlich sind, profitieren von steigenden Investitionen in Verteidigungsgüter. ifo verweist darauf, dass die europaweit wachsenden Rüstungsausgaben Teilen der Industrie zusätzliche Aufträge verschaffen können. Für die Autoindustrie ist das kein Allheilmittel – aber ein Faktor, der der aktuellen weltpolitischen Lage geschuldet ist und der Stimmung und Auslastung stabilisieren kann.












