Die chinesische Marke Farizon will auf dem Markt für leichte Nutzfahrzeuge mit E-Antrieb durchstarten. Der Hersteller bringt mit dem SV und dem V7E zwei batterieelektrische Modelle, die auf die Anforderungen gewerblicher Nutzer ausgelegt sind. Für den größeren Transporter SV nennt der Hersteller dabei ein wichtiges Argument: Das Modell erreicht im Euro-NCAP-Test fünf Sterne und 85 Punkte. Laut Farizon handelt es sich um die bislang höchste Bewertung für ein elektrisch angetriebenes Nutzfahrzeug eines chinesischen Herstellers in diesem Segment.
Zwei Größen im Angebot
Für den deutschen Markt wird der SV in mehreren Aufbauvarianten angeboten. Die Bandbreite reicht von kompakten Versionen bis hin zu großvolumigen Ausführungen mit einem Laderaum von bis zu 13 Kubikmetern. Die Nutzlast variiert je nach Batterieausstattung und Aufbau zwischen gut einer und rund 1,3 Tonnen. Die technische Basis stützt sich auf Kooperationen mit etablierten Zulieferern. Batteriezellen stammen vom Hersteller CATL. Ergänzt wird dies durch die Zusammenarbeit mit Bosch und ZF. Beide Unternehmen sind in zentrale Systeme wie Antrieb, Fahrwerk oder Assistenztechnik eingebunden.
Der kleinere V7E ist stärker auf den urbanen Einsatz zugeschnitten. Mit einer WLTP-Reichweite im Stadtzyklus von bis zu 475 Kilometern und einem Energieverbrauch von 15,5 kWh pro 100 Kilometer zielt er auf innerstädtische Lieferverkehre. Die Fahrzeugabmessungen sind entsprechend kompakt ausgelegt. Eine Gesamtlänge von knapp fünf Metern sowie eine niedrige Ladekante sollen das Manövrieren in engen Straßen und die Arbeit bei häufig wechselnden Zustellpunkten erleichtern.
Der SV in der Ausführung L2H2 misst 5.490 Millimeter in der Länge, bietet 9,39 Kubikmeter Laderaum und erreicht eine WLTP-Reichweite von 336 Kilometern. Im L2H3-Aufbau bleibt die Länge identisch, das Ladevolumen steigt auf 11,22 Kubikmeter, die Reichweite liegt bei 319 Kilometern. Beide Versionen nutzen eine 82,88-kWh-LFP-Batterie von CATL, sind frontgetrieben und auf eine Höchstgeschwindigkeit von 135 km/h ausgelegt. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt jeweils 3.500 Kilogramm, die Fahrzeughöhe variiert zwischen 2.180 und 2.500 Millimetern. Für den Anhängerbetrieb nennt der Hersteller 750 Kilogramm ungebremst und bis zu 2.000 Kilogramm gebremst. Ladewerte hat Farizon für dieses Modell noch nicht genannt.
V7E für den Stadtverkehr
Der kompaktere V7E tritt mit 4.995 Millimetern Länge und 6,95 Kubikmetern Ladevolumen an. Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei 3.150 Kilogramm, die Nutzlast bei rund 1,2 Tonnen Kilogramm. Die Energie liefert eine 66,67-kWh-LFP-Batterie auf 400-Volt-Basis. Die kombinierte WLTP-Reichweite beträgt 328 Kilometer, im Stadtzyklus werden bis zu 475 Kilometer angegeben. Der Energieverbrauch liegt bei 22,4 kWh pro 100 Kilometer kombiniert und 15,5 kWh im Stadtbetrieb. Geladen wird mit bis zu 97 kW Gleichstrom über CCS2 oder mit 11 kW Wechselstrom über Typ-2-Anschluss. Weitere Kenndaten sind eine Ladehöhe von 510 Millimetern sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h.
Farizon hat bereits vor Auslieferungsstart ein Ersatzteillager in Deutschland eingerichtet. Zentrale Komponenten sollen dort bevorratet werden, um kurze Lieferzeiten sicherzustellen. Außerdem ist der Aufbau eines Servicenetzes in Kooperation mit lokalen Partnern vorgesehen, um Wartung und Reparatur flächendeckend abzudecken. Zur Unterstützung des Flottenbetriebs wird ein digitales Managementsystem eingesetzt. Das sogenannte EIC-System ermöglicht die Echtzeitüberwachung von Fahrzeugdaten, darunter Standort, Batteriezustand und Fahrverhalten.
Marktstart und Preise
Die Preise beginnen beim V7E bei 32.600 Euro, während der größere SV ab 44.900 Euro angeboten wird. Einen konkreten Termin zum Marktstart in Deutschland hat Farizon noch nicht angekündigt.







