11/2019, Lordstown Pickup mit Elektroantrieb Lordstown Motors
11/2019, Lordstown Pickup mit Elektroantrieb
11/2019, Lordstown Pickup mit Elektroantrieb
11/2019, Lordstown Pickup mit Elektroantrieb 4 Bilder

Lordstown Endurance (2020)

Neuer Elektro-Pickup soll 47.400 Euro kosten

Nach Rivian, Bollinger und einigen anderen versucht sich jetzt ein neues Start-up am Bau eines Pickups mit Elektroantrieb. Und reaktiviert dafür ein altes GM-Werk. Nun steht der Preis des Lordstown Endurance fest.

Lordstown im Bundesstaat Ohio beherbergte über 50 Jahre eines der größten US-Werke des Autogiganten General Motors. Seit Mitte der Sechzigerjahre sind dort mehr als 16 Millionen Autos vom Band gerollt, darunter Ikonen wie die Chevrolet-Limousinen Caprice und Impala, der Pontiac Firebird und die Lieferwagen-Geschwister Chevrolet Van und GMC Vandura. Doch nun, da die Produktion des Kompaktwagens Cruze – seines Zeichens das letzte in Lordstown produzierte GM-Modell – ausgelaufen ist, hat der Konzern keine Verwendung mehr für das Werk.

Elektro-Pickup Lordstown Endurance

Nach monatelangen Gesprächen hat GM das Werk nun offiziell verkauft, ohne allerdings einen Preis bekanntzugeben. Neuer Besitzer ist das Elektroauto-Startup Lordstown Motors, das dort elektrische Nutzfahrzeuge bauen möchte, die „kostengünstig für Flotten“ sein sollen und außerdem sicherer und produktiver als Konkurrenzprodukte. Die Firma hat den Anspruch, „das führende Epizentrum für Elektrofahrzeuge in der Region zu schaffen“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung.

11/2019, Lordstown Pickup mit Elektroantrieb
Lordstown Motors
Auf ersten Design-Skizzen sieht der Lordstown Endurance dem Rivian RT1 sehr ähnlich.

Die Produktion des ersten Modells, eines Pickups mit Elektroantrieb namens Endurance, soll schon im vierten Quartal 2020 starten. Das ist ambitioniert und (wenn überhaupt) nur deshalb zu schaffen, weil Lordstown Motors wohl die Technik eines anderen Elektro-Pickups nutzt. Die konstruktive Basis liefert offenbar der Workhorse W-15, bei dem an jeder Achse ein Elektromotor sitzt; die Motoren leisten im Zusammenspiel 460 PS. Weil die elektrische Reichweite mit 108 Kilometern begrenzt ist, gibt es einen Benzinmotor als Range Extender, wodurch die Reichweite auf 500 Kilometer steigen soll.

Große finanzielle Schwierigkeiten

Die Verbindung zwischen Lordstown und Workhorse Motors, das auch zehn Prozent der Anteile an dem neuen Startup hält, kommt nicht von ungefähr: Beide Firmen wurden von Steve Burns gegründet, der auch als Geschäftsführer fungiert. Allerdings befindet sich Workhorse in großen finanziellen Problemen. Im Laufe des Jahres machte die Firma 38 Millionen Dollar (aktuell etwa 34,5 Millionen Euro) Verlust und ist nur dank eines Hedge-Fonds-Darlehens noch am Leben. Das Kapital von Lordstown Motors soll über einen anderen Investment-Fonds abgesichert sein.

11/2019, Lordstown Pickup mit Elektroantrieb
Lordstown Motors
Im vierten Quartal 2020 soll der Lordstown-Pickup erhältlich sein.

Der Deal mit Workhorse soll eine Klausel beinhalten, welcher der Firma ein Prozent Provision auf jeden der ersten 200.000 verkauften Lordstown-Pickups garantiert. Und außerdem ein Prozent aller Fremd- oder Eigenkapitalfinanzierungen, die das neue Startup erhält. Davon scheint einiges nötig zu sein, denn dem „Wall Street Journal“ zufolge soll Lordstown mindestens 300 Millionen Dollar (über 270 Millionen Euro) benötigen, damit die Endurance-Produktion überhaupt anlaufen kann. Sobald dies passiert ist, könnten jährlich bis zu 500.000 Elektro-Pickups aus den altehrwürdigen Fabrikhallen rollen. So sehen es zumindest die Pläne von Lordstown Motors vor.

Grundpreis 52.500 Dollar

Um schnell eine gute Auslastung des Werkes zu schaffen, soll Lordstown zudem den Workhorse W-15 fortan in Lizenz bauen und auch dessen 6.000 Vorbestellungen übernehmen. Für den Endurance selbst sind nun ebenfalls die Bestelllisten geöffnet: Für 1.000 Dollar können künftige Kunden so verbindliches Interesse signalisieren. Als Grundpreis hat Lordstown für den Endurance nun 52.500 Dollar genannt, was aktuell etwa 47.400 Euro entspricht.

Umfrage

201 Mal abgestimmt
Was halten Sie von den Plänen von Lordstown Motors?
Das könnte klappen. Elektrische Pickups sind derzeit schließlich ein Riesenthema.
Das Projekt wird scheitern. Hier sind doch zu viele Ungereimtheiten im Spiel.

Fazit

Die Pläne scheinen sehr ambitioniert zu sein, wenn man bedenkt, dass in Lordstown zu Spitzenzeiten gerade einmal rund halb so viele Cruze-Exemplare produziert wurden. Zudem erscheinen die Verknüpfungen, die sich Mr. Burns für seine beiden Firmen ausgedacht hat, doch arg kompliziert zu sein. Es wäre den Arbeitern in Lordstown zu wünschen, dass die Pläne aufgehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir hier dem nächsten E-Auto-Startup von Beginn an beim Scheitern zusehen, erscheint aber größer.

SUV Neuvorstellungen & Erlkönige Rivian R1T Camping Küche Rivian R1T im ersten Check Elektro-Pickup mit optionaler Küche

Ein Auto wie ein Schweizer Taschenmesser. Pickup mit etlichen Gimmicks.

Mehr zum Thema Pickups
11/2019, Shelby Super Snake Sport F-150 Concept
Tuning
12/2019, Tesla Cybertruck vs. Ford F-150
Neuheiten
Ford F150 Raptor
E-Auto