11/2019, Lordstown Pickup mit Elektroantrieb Lordstown Motors
11/2019, Lordstown Pickup mit Elektroantrieb
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11/2019, Lordstown Pickup mit Elektroantrieb 4 Bilder

Lordstown Endurance (2020)

Elektro-Pickup soll auf NAIAS Detroit debütieren

Detroit 2020

Nach Rivian, Bollinger und einigen anderen versucht sich jetzt ein neues Startup am Bau eines Pickups mit Elektroantrieb. Und reaktiviert dafür ein altes GM-Werk. Auch der Preis und der Präsentationstermin des Lordstown Endurance stehen bereits fest.

Lordstown im Bundesstaat Ohio beherbergte über 50 Jahre eines der größten US-Werke des Autogiganten General Motors. Seit Mitte der 60er Jahre sind dort mehr als 16 Millionen Autos vom Band gerollt, darunter Ikonen wie die Chevrolet-Limousinen Caprice und Impala, der Pontiac Firebird und die Lieferwagen-Geschwister Chevrolet Van und GMC Vandura. Doch nun, da die Produktion des Kompaktwagens Cruze – seines Zeichens das letzte in Lordstown produzierte GM-Modell – ausgelaufen ist, hat der Konzern keine Verwendung mehr für das Werk.

Elektro-Pickup Lordstown Endurance

Nach monatelangen Gesprächen hatte GM das Werk inklusive Ausrüstung vor einigen Monaten offiziell verkauft. Neuer Besitzer ist das Elektroauto-Startup Lordstown Motors, das Berichten zufolge 20 Millionen Dollar zahlte und gleichzeitig einen 40-Millionen-Dollar-Kredit von GM erhielt. Das Unternehmen möchte im Norden des Bundesstaates Ohio elektrische Nutzfahrzeuge bauen, die „kostengünstig für Flotten“ und außerdem sicherer und produktiver als Konkurrenzprodukte sein sollen. Die Firma hat den Anspruch, „das führende Epizentrum für Elektrofahrzeuge in der Region zu schaffen“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung.

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Lordstown Motors
Auf ersten Design-Skizzen sieht der Lordstown Endurance dem Rivian RT1 sehr ähnlich.

Das erste Modell namens Endurance verfügt an jedem Rad über einen eigenen E-Motor, wodurch die Anzahl der beweglichen Teile ebenso wie ein Allradantrieb gewährleistet wird. Die Gesamtleistung soll in der Spitze 608 PS betragen, die Höchstgeschwindigkeit gibt Lordstown mit 128 km/h an. Erste Gerüchte, dass der mit je einem E-Motor pro Achse ausgerüstete Workhorse W-15 die Technik für den Lordstown Endurance liefert, bestätigen sich damit nicht.

Überschaubare Reichweite und Over-the-Air-Updates

Die Reichweite für den fünfsitzigen Pickup gibt Lordstown Motors mit mindestens 322 EPA-zertifizierten Kilometern an. An Level 3 DC-Ladestationen soll sich der in seiner Kapazität noch nicht näher benannte Akku in 30 bis 90 Minuten nachladen lassen. Als elektronische Sicherheits-Features bringt der Endurance einen Spurhalteassistenten, eine automatische Notbremse und einen Warner vor rückwärtigem Verkehr mit. Over-the-Air-Software-Updates sollen ebenso möglich sein wie die Stromversorgung technischer Geräte über Außensteckdosen. Die maximale Anhängelast soll 2,7 Tonnen betragen, die Radgröße beziffert Lordstown Motors mit 20 Zoll.

Die Verbindung zwischen Lordstown und Workhorse Motors kommt nicht von ungefähr: Beide Firmen wurden von Steve Burns gegründet, der auch als Geschäftsführer von Lordstown fungiert. Workhorse wiederum produziert einen Lieferwagen mit Elektroantrieb und beteiligt sich an der Entwicklung von elektrischen Fluggeräten. Die Firma, die mit zehn Prozent an Lordstown beteiligt ist, soll allerdings in großen finanziellen Schwierigkeiten stecken.

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Lordstown Motors
Im vierten Quartal 2020 soll der Lordstown-Pickup erhältlich sein.

Grundpreis 52.500 Dollar

Auch der Start von Lordstown Motors gestaltet sich offenbar schwieriger als gedacht. Wie „Automotive News“ berichtet, bewirbt sich das Startup auf einen Regierungs-Kredit über 200 Millionen Dollar, um das Ex-GM-Werk für die eigene Produktion umrüsten und Mitarbeiter einstellen zu können. Burns hofft, dass Lordstown an einem Programm des US-Energieministeriums beteiligt wird, mit dem die Herstellung von Fahrzeugen mit fortschrittlicher Technologie gefördert wird. Allerdings sollen aus dem Programm bereits seit 2011 keine Finanzmittel mehr geflossen sein. Dem „Wall Street Journal“ zufolge soll Lordstown mindestens 300 Millionen Dollar benötigen, damit die Endurance-Produktion überhaupt anlaufen kann.

Der Lordstown Endurance soll im Juni auf der Detroit Motor Show der Öffentlichkeit präsentiert werden. Im Juli will Lordstown Motors eine Reihe von Crashtests durchführen und im vierten Quartal 2020 mit der Produktion starten. Langfristig sollen in Lordstown 500.000 Elektro-Pickups pro Jahr entstehen. Die Bestelllisten sind bereits geöffnet: Für 1.000 Dollar können künftige Kunden so verbindliches Interesse signalisieren. Als Grundpreis hat Lordstown für den Endurance nun 52.500 Dollar genannt, was aktuell etwa 47.400 Euro entspricht.

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Fazit

Die Pläne, in Lordstown jährlich 500.000 E-Pickups zu bauen, scheinen sehr ambitioniert zu sein. Schließlich wurden dort zu Spitzenzeiten gerade einmal rund halb so viele Cruze-Exemplare produziert. Viel scheint vom Regierungs-Kredit abzuhängen, der auch eine politische Wucht entfalten könnte: Ohio gilt als wichtiger „Swing State“ in der Präsidentschaftswahl 2020. Sollten dort viele Arbeitsplätze zurückkehren, könnte das für Donald Trumps Wiederwahl hilfreich sein. Den Arbeitern in Lordstown wäre es freilich zu wünschen, dass die Pläne aufgehen.

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