Mazda hat sich lange von der Seitenlinie aus angeschaut, wie sich die Elektromobilität (mehr schlecht als recht) entwickelt. Doch nun steigen die Japaner verstärkt selbst ins Spielgeschehen ein. Nachdem der erste eher inkonsequente Versuch namens MX-30 gescheitert war, bevölkert nunmehr die hübsche E-Limousine Mazda 6e das Portfolio. Und im Sommer 2026 folgt eine nicht minder attraktiv gestaltete Crossover-Ableitung mit der Modellbezeichnung CX-6e, die derzeit auf der Brüssel Motor Show offiziell debütiert.
Design
Der CX-6e streckt sich lang und für einen SUV ungewöhnlich geduckt. Kein Wunder: Mazda positioniert das Modell als Crossover, und das weist üppige Dimensionen auf: 4,85 Meter lang, 1,94 Meter breit und 1,62 Meter hoch bei einem Radstand von 2,90 Meter. Insgesamt orientiert sich der CX-6e optisch stark an der Konzeptstudie Arata, die Mazda im April 2024 auf der Peking Motor Show präsentiert hatte. Das bedeutet ein flächiges, weitgehend schnörkelloses Design, dessen Besonderheiten erst auf den zweiten Blick zum Vorschein kommen.
Vorn gibt es die für Mazda typische, stark zugespitzte Front, während der untere Bereich der Schürze ähnlich weit herausgezogen ist. Den Blick fangen extrem niedrige Tagfahrleuchten, die sich Richtung Zentrum fortsetzen und dort kunstvoll um ein Styling-Element schlängeln, das einen Kühlergrill nachahmt. Darin sitzt das beleuchtete Markenemblem, während die eigentlichen Scheinwerfer weit nach außen in die Frontschürze wandern. Beim Ver- und Entriegeln sowie Laden des Autos vollführt der CX-6e in diesem Bereich einige Lichtspiele.
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In der Seitenansicht zeigen sich einige Details, die das CX-6e-Design recht einzigartig machen. Beispielsweise die Schweller mit eingeprägtem Markenschriftzug, die voll in die Karosserie versenkten Türgriffe, die Luftkanäle in den D-Säulen und die auf Wunsch als nach hinten gerichtete Kameras ausgeführten Außenspiegel. In den von schwarzen Verkleidungen umrandeten Radläufen rotieren je nach Ausstattung 19 oder 21 Zoll große Räder. Die Dachpartie ist stets schwarz lackiert – selbst dann, wenn der CX-6e nicht in "Jet Black", sondern einer der sechs anderen Farben bestellt wird. Oberhalb der stark geneigten Heckscheibe befindet sich ein Dachspoiler mit zentraler dritter Bremsleuchte. Unter dem nur im Zentrum durchbrochenen Leuchtenband befindet sich ein weiterer Mazda-Schriftzug.
Batterie und Laden
Wie auch das Limousinen-Pendant Mazda 6e tritt der CX-6e auf einer technischen Basis des chinesischen Kooperationspartners Changan an. Im Chassis steckt eine 78-Kilowattstunden-Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP), die je nach Ausstattung und Rädergröße eine WLTP-Reichweite zwischen 463 und 484 Kilometer ermöglicht. An der Gleichstrom-Schnellladesäule stellt der E-Crossover mit einer maximalen Ladeleistung von 195 kW nicht gerade Rekorde auf. In 24 Minuten soll sich der Akku von zehn auf 80 Prozent seiner Kapazität bringen lassen. Wechselstrom zapft der Mazda CX-6e mit elf kW.
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Antrieb und Fahrleistungen
Der Elektromotor des Mazda CX-6e sitzt an der Hinterachse und leistet bis zu 190 kW (258 PS). Das maximale Drehmoment beträgt 290 Newtonmeter. Damit beschleunigt der 2,2 Tonnen schwere Elektro-Crossover bei Bedarf in 7,9 Sekunden von Null auf Hundert sowie auf maximal 185 km/h. Zudem bietet der Antrieb genug Kraft, um mit dem CX-6e bis zu 1.500 Kilogramm schwere Anhänger ziehen zu können. Die Fahrwerksabstimmung und Lenkung wurden im europäischen Forschungs- und Entwicklungszentrums in Oberursel für Europas Märkte neu kalibriert und auf die in unseren Breiten geschätzten Eigenschaften optmiert. Der CX-6e bietet die drei Fahrmodi Normal, Sport und Individual, wobei in Letzterem Beschleunigung, Rekuperation und Lenkgefühl mehrstufig angepasst werden können.
Innenraum
Zentrales Design-Element im Innenraum ist ein beleuchteter, flügelförmiger Streifen, der sich über die gesamte Breite des Armaturenbretts erstreckt. Im Mazda CX-6e finden bis zu fünf Personen Platz, die auf Sitzen mit Bezügen aus Kunstleder oder dem neuentwickelten Stoff Maztex Platz nehmen. Für das Gepäck stehen im Innenraum zwischen 468 und 1.434 Liter Volumen zur Verfügung. Ein weiteres Ladeabteil befindet sich unter der vorderen Haube. In den "Frunk" passen bis zu 83 Liter, womit er sich für die Aufnahme des Ladekabels eignet.
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Ein mehr als einen Quadratmeter großes Panorama-Glasdach ist serienmäßig an Bord. Während es viel Licht ins Interieur leitet, filtert es fast die gesamte UV-Strahlung heraus. Die Ambientebeleuchtung kann bis zu 256 Farben darstellen und zwei am Übergang vom Armaturenbrett in die Türinnenverkleidungen installierte OLED-Displays stellen die Bilder der optionalen Kameraspiegel dar. Der CX-6e ist der erste Serien-Mazda überhaupt, der dieses Feature bietet. Konsequenterweise ist dann auch der Innenspiegel als neun Zoll großer HD-Bildschirm ausgeführt. Der Clou: Er lässt sich auf Wunsch auch wie ein herkömmlicher Spiegel nutzen.
Infotainment und Konnektivität
Die zentrale Bedienschnittstelle des Mazda CX-6e ist der ultrabreite 26,45-Zoll-Touchscreen, der sich bis auf die Beifahrerseite erstreckt. Der Bildschirm splittet seine Anzeigen und bietet so sowohl der Person am Steuer als auch der danebensitzenden die für sie relevanten Informationen an. Ergänzt wird der Bildschirm durch ein großes Head-up-Display, das unter anderem die Navigationsanweisungen so auf die Windschutzscheibe projiziert, dass sie optisch direkt auf der Straße erscheinen. Sprachbefehle nimmt der CX-6e über das Kommando "Hey Mazda" entgegen. Zudem reagiert er auf Gesten: Mit sieben verschiedenen Handzeichen, die von der Innenraumkamera erkannt werden, lassen sich einige spezielle Funktionen steuern.
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Assistenzsysteme
Hochauflösende Megapixel-Kameras sowie Millimeterwellen- und Ultraschallradar bilden die Hardware-Basis für das bereits in Serienausstattung umfangreich bestückte Assistenzpaket. Optional gibt es zusätzlich das "Occupancy Monitoring System", das mittels Kamera den Fahrer oder die Fahrerin warnt, falls eine Person oder ein Haustier unbemerkt im Fahrzeug zurückgelassen wird.
Marktstart und Preise
Der neue Mazda CX-6e rollt im Sommer 2026 zu den europäischen Mazda-Händlern und kostet mindestens 49.900 Euro. Vorerst gibt es den Elektro-Crossover nur in den Ausstattungslinien Takumi und Takumi Plus; allein in Kombination mit Letzterer sind die Kameraspiegel erhältlich. Bei der Garantie lässt sich Mazda übrigens nicht lumpen: Auf das gesamte Fahrzeug gewähren die Japaner sechs Jahre oder 150.000 Kilometer.
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