Neue Klasse verlängert: BMW iX3 LWB wird zum besseren X5

BMW iX3 (Neue Klasse) mit langem Radstand
Wird der verlängerte BMW iX3 zum besseren X5?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 25.04.2026
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Mit der Langversion des BMW iX3 enthüllt BMW auf der Auto China 2026 neben dem neuen 7er und dem i3 LWB eine von drei wichtigen Weltpremieren. Der deutlich verlängerte SUV ist aber nicht auf unsere, sondern auf die Bedürfnisse des asiatischen Marktes zugeschnitten. Zumindest in den Dimensionen rückt der iX3 LWB damit deutlich näher an größere Baureihen wie den BMW X5 heran.

Raumkonzept und Proportionen

Der zentrale Eingriff in die Architektur betrifft den Radstand. Dieser wächst um rund 108 Millimeter auf etwa 3.005 Millimeter und liegt damit sogar leicht über dem Niveau des BMW X5. Auch die Außenlänge steigt auf rund 4,89 Meter und nähert sich damit der Fünf-Meter-Klasse an. Die zusätzliche Länge kommt nahezu vollständig den Passagieren im Fond zugute, wo sich ein deutlich erweitertes Platzangebot ergibt.

In Kombination mit der reinen Elektroplattform der "Neuen Klasse" – die ohne klassischen Mitteltunnel auskommt – entsteht ein besonders großzügiges Raumgefühl in der zweiten Reihe. Gerade hier bietet der iX3 LWB damit sogar Vorteile gegenüber dem X5, der konstruktionsbedingt stärker durch seine Verbrenner-Architektur geprägt ist. Modelle mit langem Radstand sind vor allem in China üblich. Auch BMW reagiert mit der gestreckten iX3-Version gezielt auf die hohe Bedeutung von Chauffeurskomfort im chinesischen Markt.

Reichweite und technische Besonderheiten

Zentrales Argument bei der Vorstellung des iX3 LWB war dessen hohe Reichweite. Nach dem chinesischen CLTC-Zyklus gibt BMW Werte von über 900 Kilometern an. Diese liegen deutlich über den WLTP-Angaben unserer heimischen Version, die bei bis zu rund 805 Kilometern liegen. Allerdings sind die beiden Messverfahren nicht direkt vergleichbar. Der CLTC-Zyklus, der auf den dichten chinesischen Stadtverkehr zugeschnitten ist, fällt gerade bei Elektroautos optimistischer aus als der WLTP-Standard. Unabhängig davon möchte der iX3 LWB bei der elektrischen Langstreckenmobilität eine führende Rolle einzunehmen.

Technisch basiert der iX3 Langversion auf der uns bekannten Version – inklusive der sechsten Generation der BMW eDrive-Technologie. Zentrale Elemente sind eine 800-Volt-Architektur, neu entwickelte zylindrische Batteriezellen sowie ein weiterentwickeltes Energiemanagementsystem. Die maximale Ladeleistung beträgt bis zu 400 kW. Unter optimalen Bedingungen können so in kurzer Zeit mehrere hundert Kilometer Reichweite nachgeladen werden. Ergänzend bietet das Fahrzeug sogenannte Vehicle-to-Load-Funktionen, mit denen externe Verbraucher direkt über die Hochvoltbatterie versorgt werden können – ein Feature, das insbesondere in asiatischen Märkten zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Design und marktspezifische Details

Gestalterisch bleibt der iX3 LWB dem europäischen Modell treu. Ein auffälliges Merkmal der China-Version ist die erweiterte Farbpalette. Neben klassischen Tönen stehen auch deutlich expressivere Lackierungen wie Flamenco Red oder Marina Bay Blue zur Verfügung, die den in China gestiegenen Wunsch nach Individualisierung widerspiegeln. Auch funktional gibt es Unterschiede zur globalen Version. So verwendet die Langversion halb integrierte Türgriffe mit mechanischer Notbedienung. Diese Lösung erfüllt spezifische chinesische Sicherheitsvorschriften, die eine physische Öffnung auch bei vollständigem Stromausfall verlangen.

Der Innenraum gleicht ansonsten der bereits eingeführten iX3-Version. Das Panoramic iDrive kombiniert auch im LWB (Long Wheel Base) ein großflächiges Head-up-Display mit zentralen Anzeige- und Bedienelementen und richtet sich auf den Fahrer aus. Digital gibt es allerdings Unterschiede: Ein wesentlicher Bestandteil ist die Integration lokaler digitaler Dienste. Ein großer Teil der Software wurde speziell für den chinesischen Markt entwickelt und bindet regionale Anbieter sowie App-Ökosysteme ein. Ergänzt wird dies durch einen KI-basierten Sprachassistenten, der natürliche Interaktionen ermöglicht und zahlreiche Fahrzeugfunktionen steuert.

Auch im Bereich der Fahrerassistenz geht BMW einen lokalisierten Weg. Die Systeme wurden gezielt für die komplexen Verkehrsbedingungen in China entwickelt und decken ein breites Spektrum von Stadtverkehr bis Autobahn ab. Regelmäßige Over-the-Air-Updates sollen die Funktionen kontinuierlich erweitern und optimieren.

Positionierung im Vergleich zum X5

Um noch die anfängliche Frage im Vergleich zum X5 zu beantworten. Der iX3 bleibt mit rund 1,90 Metern Breite etwas schmaler und damit handlicher im urbanen Umfeld. Dennoch bleibt der X5 in klassischen SUV-Disziplinen überlegen. Dazu zählen insbesondere das größere Ladevolumen sowie die deutlich höhere Anhängelast von bis zu 3.500 Kilogramm. Den moderneren Weg bei Antrieb und Digitalisierung geht aber zweifelsfrei der iX3.

Fazit