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08/2019, Automobili Pininfarina Battista
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06/2019, Pininfarina Battista
06/2019, Pininfarina Battista 21 Bilder

Erste Infos zum Pininfarina SLUV

Luxusmarke mischt Urus und Panamera Sport Turismo

Automobili Pininfarina macht erstmals konkrete Angaben zu seinem künftigen Luxus-SUV. 1.000-Elektro-PS aus drei Motoren treiben die Mischung aus historischem Alfa Romeo, Lamborghini Urus und Porsche Panamera Gran Turismo an.

Der monströs sportliche Zwei-Millionen-Euro-Renner Battista (siehe Fotosow) ist noch gar nicht auf dem Markt, da lässt Automobili Pininfarina bereits erste Infos zu seinem zweiten Modell durchsickern. Das soll ein SUV werden, dessen Design wir zwar schon in Filmschnipseln und als kleines Modell sehen durften, dessen Bilder aber noch nicht für die Veröffentlichung bestimmt sind. Die Pininfarina-Designer behalten sich noch die ein oder andere Änderung vor. Das Modell sollte seine Premiere als Concept Car auf dem Concours d´Elegance in Pebble Beach feiern, die Veranstaltung wurde jedoch abgesagt.

Cisitalia 202
Cisitalia
Cisitalia 202 aus dem Jahr 1947.

Die Italiener nennen ihr zweites Modell SLUV, wobei das S für Substainable (Nachhaltig) und L für Luxury (Luxus) steht – schließlich sieht sich Pininfarina als absolute Luxus-Marke. Das kann man als Statement werten: Der Pininfarina Pura Vision soll im Gegensatz zum Battista keine astronomischen Verkaufspreise aufrufen – hier stehen schlappe 300.000 Euro im Raum.

Bei diesem Fahrzeug hat Automobili Pininfarina das Äußere eines Lamborghini Urus etwas mit dem Innenraum eines Porsche Panamera Gran Turismo gemischt und das Ganze ein wenig tiefer gelegt. Der Pura Vision ist über vier Meter lang, zwei Meter breit und 15 Zentimeter niedriger als ein Urus – was eine Höhe von zirka 1,49 Meter ergibt. Eine lange Motorhaube wie beim Cisitalia 202, kurze Überhänge sowie eine steil aufragende Windschutzscheibe mit breiten Schultern zeichnen das Modell aus.

Alfa Romeo 6C 3000 cm Superflow IV
Newspress
Von der Glaskanzel des Alfa Romeo 6C 3000 cm Superflow IV aus dem Jahr 1960 haben sich die Designer des Pininfarina Pura Vision inspirieren lassen.

Glaskanzel wie im Alfa Romeo 6C 3000 cm Superflow IV

Die vier Passagiere sitzen unter einer großen Glaskanzel. Dabei orientierte sich Pininfarina an eigenen Entwürfen aus der Vergangenheit. Zum einen am Alfa Romeo 1900 von 1956, der hatte sogar mit Plexiglas verkleidete Radhäuser – Plexiglas galt damals als megahipper Werkstoff. Und erst recht an dessen Weiterentwicklung Alfa Romeo 6C 3000 cm Superflow IV von 1960. Beim Superflow IV ließ sich die Glaskanzel zu einem Spider öffnen.

Der Pura Vision setzt auf ein elektrochromes Glas vom französischen Zulieferer Saint-Gobain. Dieses Glas ändert durch Anlegen einer Spannung seine Farbe und seine Lichtdurchlässigkeit. Elektrochromes Glas ist schon länger in der Autoindustrie im Einsatz: Automatisch abblendende Rückspiegel arbeiten mit dieser Technik, 2005 baute Ferrari 559 Exemplare des Ferrari 575M Superamerica mit verdunkelbarem Glasdach und Mercedes bot ab 2011 den SLK optional ebenfalls mit einem abdunkelbaren Glasdach (Magic Sky Control) an. Auch die optionale Trennscheibe und das Panoramadach der von 2002 bis 2012 gebauten Maybach 57 und 62 bestehen aus diesem Glas. McLaren hat für seinen Speedtail ebenfalls Dachsegmente aus elektrochromem Glas angekündigt.

Ferrari
Pininfarina hat bisher 64 Ferrari-Modelle designt. Vom Ferrari 575M Superamerica gab es 599 Exemplare mit elektrochromem Glasdach - die Technik entdeckt Pininfarina jetzt für sich.

Innenraum mit viel Holz und ohne Plastik

Die Insassen des Pura Vision suchen vergeblich nach Plastik, finden aber viel Holz. Der Boden ist mit Holz verkleidet und das Armaturenbrett ist zu über 90 Prozent mit Holz überzogen. Der zentrale Infotainment-Bildschirm sitzt recht tief, eher unter dem Armaturenbrett. Dafür gibt es vor dem Fahrer einen großen geschwungenen Bildschirm und wahrscheinlich auch ein Headup-Display.

Der Pura Vision soll in der Serie mindestens 1.000 PS haben. Die leisten drei Elektromotoren – zwei an der Hinterachse, einer vorn. Die Antriebs-Momente gelangen serienmäßig über 24-Zoll-Räder auf den Untergrund. Die Gewichtsverteilung beträgt laut Pininfarina 50 zu 50 Prozent zwischen vorn und hinten. Technisch sollen Battista und Pura Vision nicht miteinander verwandt sein.

Ende 2022 soll die Serienproduktion des Pura Vision beginnen, die zuvor gezeigte Studie ist schon sehr seriennah. Als Partner sind renommierte deutsche Zulieferer wie beispielsweise Bosch für die Elektronik und die Software sowie Benteler für das Chassis und andere Blechteile mit an Bord. Pro Jahr möchte Pininfarina 1.500 Exemplare des Pura Vision bauen.

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815 Mal abgestimmt
Ein über 1.000 PS starkes Luxus-Elektro-SUV von Pininfarina - funktioniert das?
Klar, seit Tesla weiß ich, dass in Sachen Autobau alles funktioniert.
Nein, das sind zu hohe Ambitionen für so eine kleine Marke.

Battista Hypercar als erstes eigenes Auto von Pininfarina

Mit dem Battista bringt Automobili Pininfarina 2020 ein rein elektrisch angetriebenes Hypercar auf den Markt. Der Sportwagen soll ein Zeichen setzen, dem dann aber weitere Modelle folgen werden. Wie Automobili Pininfarina-CEO Michael Perschke erklärt, plane man neben dem Bau des SUV Pura Vision noch eine Elektro-Limousine. Beide Modelle sollen im Hochpreissegment angesiedelt werden. Als Preisrahmen nennt Perschke zwischen 200.000 und 400.000 Euro. Kommen sollen beide Modelle in etwa drei Jahren.

Pininfarina Elektroplattform Bosch Benteler
Pininfarina

Plattformentwicklung mit Partner

Die aktuelle Elektroantriebstechnik, die im Battista debütieren wird, wurde zusammen mit dem kroatischen Spezialisten Rimac entwickelt. Die Plattform für die kommenden Modelle, die mit Bosch und Benteler realisiert werden sollen, plant Automobili Pininfarina zu Refinanzierungs-Zwecken dann auch an weitere Hersteller zu verkaufen. Als erste Eckdaten nennt Perschke Batteriekapazitäten von 100 bis 125 kWh, die Reichweiten von bis zu 600 Kilometer ermöglichen sollen.

Gebaut werden sollen die Luxus-Elektroautos in Europa. Bevorzugter Standort wäre Italien, wo man bereits am Kauf eines konkreten Produktionskomplexes Interesse hätte, aber auch Deutschland, Frankreich und Großbritannien seien im Gespräch.

Fazit

Der SUV "Pura Vision" ist mit über 1.000 elektrischen PS ebenfalls im Bereich der Hypercars unterwegs und optisch mit seiner verdunkelbaren Glaskanzel und seinem breiten schnörkellosen Unterbau auf jeden Fall anders und gelungen. Hoffen wir mal, dass Pininfarina als kleiner Elektroauto-Hersteller-Newcomer mit deutlich überschaubarem Budget nicht die finanzielle Puste ausgeht.

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