VW ID. 3 Konfigurator VW
VW ID. 3 Konfigurator
VW ID. 3 Konfigurator
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VW ID. 3 Konfigurator 20 Bilder

VW ID.3 im Konfigurator

So teuer kann der kompakte E-VW werden!

Der VW ID.3 ist bestellbar. Wir haben den Konfigurator getestet – und sind auf neun Ausstattungslinien und einige unterhaltsame Überraschungen gestoßen. Staunen darf nicht nur, wer Schneeketten will.

Wer sich einen ID.3 konfiguriert merkt sofort: Hier macht VW einiges anders als sonst. Nicht nur, dass er gar nicht so leicht zu finden ist, weil VW anscheinend zum Marktstart vor allen Dingen auf den fast fertig konfigurierten ID.3 First setzt. Für den regulären ID.3 gibt es allein neun Ausstattungsvarianten – beginnend mit Pro Performance für 35.575 Euro, dann folgen Life (beheizbare Sitze und Navi, 37.788 Euro), Pro S (große Räder, große Batterie, 40.936 Euro), Style (hinten abgedunkelte Scheiben, 40.946 Euro), Business (Matrix-LED, Telefonschnittstelle und Rückfahrkamera, 41.287 Euro), Family (Panorama-Dach, Keyless go, proaktiver Insassenschutz und 2-Zonen-Klimaautomatik, 42.306 Euro), Tech (Assistenzsysteme, Head-up-Display, 6+1 Lautsprecher, 43.680 Euro) und Max (Ergositze und DCC, 45.917 Euro). Und auch wenn Max nach Maximum klingt, geht mit Tour (fast Vollausstattung, 48.432 Euro) noch deutlich mehr.

Nach welchem Prinzip VW die einzelnen Ausstattungsvarianten im Konfigurator, anordnet ist rätselhaft – der Preis spielt bei der Sortierung zumindest keine Rolle. Der Kunde ist gut beraten, die Version zu wählen, die seine persönlichen Must-have-Features enthält, denn nicht alle Extras, die Teil bestimmter Ausstattungslininen sind, lassen sich in anderen später hinzukonfigurieren. Wer zum Beispiel in "Tech" mit der großen Batterie das Head-Up-Display dazubuchen will, findet das entsprechende Ausstattungs-Paket "Infotainment Plus" nicht in der Ausstattungsliste des Konfigurators. Große Batterie und Head-up-Display gibt es offenbar nur bei "Tour". Das mag für VW die Komplexität reduzieren, für den Kunden nicht. Der kann Stand jetzt nicht mal ohnehin schon vorkonfigurierte Ausstattungspakete zur gewählten Version dazukonfigurieren, kommt aber dennoch nicht, wie mal versprochen, in fünf Klicks zum neuen ID.3.

VW ID. 3 Konfigurator
VW, Jochen Knecht
Zu knalligen Farben fühlt sich VW beim ID.3 nicht hingezogen.

Große Batterie in günstiger Ausstattung

Immerhin: Die Basisausstattung ist gut. LED-Scheinwerfer, Notbrems- und Spurhalte-Assistent, Verkehrszeichen-Erkennung, Ambiente-Beleuchtung und Klimaanlage gehören immer zum Serienumfang. Der teuerste Bestandteil eines Elektroautos ist allerdings nach wie vor die Batterie. Schon in der Einstiegsvariante Pro hat diese eine Kapazität von 62 Kilowattstunden – und für die meisten anderen Versionen auch. Selbst der ID.3 Max muss trotz des Konfigurator-Werbeversprechens "Ein Maximum an Technik, Sport und Komfort" mit der kleineren Batterie auskommen. Nur die Varianten Pro S und Tour haben die große 82-Kilowattstunden-Batterie. Da Pro S nur die drittteuerste Ausstattung ist, überrascht hier die Ausrüstung mit dem reichweitenstärkeren Akku. Später folgt noch ein 48 kWh-Akku – für welche Ausstattungsvarianten, wird man sehen.

VW ID. 3 Konfigurator
VW
Obwohl Pro S zu den günstigen Ausstattungslinien gehört, baut VW hier schon die große Batterie mit einer Speicherkapazität in Höhe von 82 Kilowattstunden ein.

Motor immer gleich

Auch den Motor kann man im Konfigurator auswählen – genau den einen an ein Eingang-Getriebe gekoppelten 204-PS-Elektromotor, den VW aktuell für den ID.3 anbietet. Die schwächeren Versionen (150 und 170 PS) folgen offenbar erst noch. Bei den Farben füllt VW den Begriff Auswahl allerdings mit Leben: Ein erfrischendes Mondsteingrau gibt es ohne Aufpreis, eine Lackierung aus der übrigen Palette eher gedeckter Farben kostet 595 Euro extra, nur Makena-Türkis schlägt mit 741 Euro nach oben aus der Reihe.

Winterrad-Zwang

Weiter geht es zu den Felgen: Serie in der Basisausstattung sind gnädig von Radkappen abgedeckte 18-Zoll-Stahlräder. Hier bietet VW dem Kunden endlich die Möglichkeit, richtig Geld auszugeben: Die günstigsten 18-Zoll-Alufelgen gibt es zwar noch für 638 Euro, aber die Topräder heißen Sanya, sind 20 Zoll groß und kosten 1.755 Euro. Wer sich dafür entscheidet, muss noch ein bisschen mehr Geld locker machen: Die Felgen bekommt nur, wer auch einen Satz Winterräder mitbestellt. Diese gehen bei 697 Euro für Exemplare mit Stahlfelgen los, ganz oben thronen dann 19-Zöller des Typs Andoya – monströse 20-Zöller hat VW für den ID.3 nicht als Winterreifen im Angebot. Unterhaltsam: Der Konfigurator macht an dieser Stelle nicht weiter, wenn man nicht auch noch die kostenlose Zusatzausstattung mit einem Wagenheber-Set akzeptiert.

VW ID. 3 Konfigurator
VW
Es gibt nur einen Grauton als Basisfarbe - alle anderen Lacke kosten Aufpreis.

Lautsprecher zum Mitnehmen

Beim Exterieur bietet einem VW noch die Wahl zwischen den Style-Paketen Penny Copper und Silver für jeweils 478 Euro – was wir natürlich gerne mitbestellen. Hinter den Paketen verbergen sich zweifarbige Radblenden, andersfarbige Dachleisten, C-Säulen, Schweller und Lufteinlässe. Teuer für uns, gut für VW. Und da die Textilfußmatten für den Fond mit 107 Euro fast 30 Euro teurer sind, als die Allwetter-Fußmatten, müssen die auch noch mit rein. Zudem macht Kleinvieh auch Mist – also halten wir uns noch mit diversen USB-Adapterkabeln, verchromten Kleiderbügeln und neckischen Bluetooth-Lautsprechern "mit ID-Logo" (27 Euro) auf.

VW ID. 3 Konfigurator
VW
Enorm groß: VW bietet für den ID.3 20-Zöller an.

Netzladekabel kostet extra

Wenn uns VW schon Winterräder aufzwingt, wollen wir auch die Werk-Schneeketten für 156 Euro haben. Die passen aber für unsere 19-Zöller nicht, wir müssten runtergehen auf 18 Zoll, was für uns Vollausstattungs-Fans natürlich nicht in Frage kommt. Richtig fies bei einem Elektroauto: Auch das Netzladekabel lässt sich VW mit 171 Euro zusätzlich bezahlen.

Umweltbonus im Konfigurator

Der Steuerzahler hat ebenfalls seinen Platz im ID.3-Konfigurator: Seine Unterstützung in Form des Umweltbonus bremst den Zusatzkosten-Rausch merklich: 3.480 Euro schultert er, um Kunden den Umstieg auf die Elektromobilität zu erleichtern. Da man diese Option extra anwählen muss, fragen wir uns: Ist das ein fremdfinanzierter Marketing-Gag, oder gibt es tatsächlich Kunden, die freiwillig auf das geschenkte Geld verzichten? Wir führen den Bonus seiner Zweckbestimmung zu und nehmen ihn vorbehaltlos mit.

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VW
Bluetooth-Lautsprecher stehen ebenfalls in der Optionsliste.

Garantie-Vielfalt

Am Ende bietet VW noch eine überraschende Vielfalt an Anschluss-Garantien – neun an der Zahl. Die günstigste mit einem Jahr Laufzeit (30.000 Kilometer) kostet 283 Euro. Für die teuerste mit einer Laufzeit in Höhe von drei Jahren (150.000 Kilometer) verlangt Wolfsburg 1.457 Euro.

Überschaubarer Aufpreis

Was uns wie ein langer teurer Ritt durch die Optionsliste vorkam, mündet in einem Wunschfahrzeugpreis in Höhe von 38.283 Euro – 2.708 Euro mehr als beim Basispreis. Die 3.480 Euro Fördergeld machen sich hier deutlich bemerkbar.

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VW, Jochen Knecht
VW hat die Optionsauswahl für den ID.3 sehr übersichtlich gehalten.

Top-Ausstattung zum Selberrechnen

Wir probieren die Maximal-Konfiguration auch bei der teuersten Ausstattung Tour aus. Hier zwingt uns VW keine Winterräder auf und es gibt unter anderem noch die Option eines variablen Ladebodens für 98 Euro. Richtig sinnvoll ist die Ausstattung mit einer Wärmepumpe für 1.243 Euro – die hilft beim Stromsparen, indem sie Wärmeenergie von außen gewinnt, was am Ende der Reichweite gut tut. Damit treiben wir den Preis des ID.3 auf 51.306 Euro (wieder abzüglich des Umweltbonus) – allerdings hat der Konfigurator an dieser Stelle keine Lust zum Rechnen: "Kein Preis verfügbar" gibt er sich trotzig.

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Fazit

Der ID.3 ist ein modernes Elektroauto, und dem trägt VW auch bei den Ausstattungen Rechnung. Die Zahl der Ausstattungsvarianten ist zwar mit neun recht hoch, der Rest der wählbaren Optionen ist allerdings sehr überschaubar. Das Adapterkabel und Bluetooth-Lautsprecher im Konfigurator auftauchen, verdeutlicht, dass die Autoindustrie gerade einen Entwicklungssprung macht.

Was uns freut, ist, dass VW die große Batterie mit dem ID.3 Pro S schon für eine vergleichsweise günstige Ausstattungsvariante anbietet. Was wir uns wünschen: Die sinnvolle, weil Reichweiten verlängernde, Wärmepumpe sollte optional allen Ausstattungen zur Verfügung stehen.

Apropos Wünschen – auch beim Konfigurator selbst geht noch was: VW hat offenbar nicht nur beim ID.3 Softwareprobleme zu bewältigen – auch der Konfigurator scheint sich an einigen Stellen noch im Code zu verheddern. Höhepunkt ist die Verweigerung einer Preisangabe für die Topausstattung der teuersten Ausstattungslinie.

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