DS7 Crossback E-Tense 4x4 im Fahrbericht PSA / DS
DS7 Crossback E-Tense 4x4 im Fahrbericht
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DS7 Crossback E-Tense 4x4 im Fahrbericht

So fährt der Luxus-SUV mit Hybridantrieb

Mit dem DS7 Crossback E-Tense 4x4 bringt Citroëns Nobelmarke einen interessanten Plug-in-Hybrid-SUV auf die Straße. Erster Fahrbericht.

Im Programm der Exklusive-Autos-Abteilung von Citroën ist der DS7 Crossback derzeit das Flaggschiff. Das formal der SUV-Mittelklasse angehörige Modell hat als Wettbewerber die Edel-Offroader Audi Q5, Mercedes GLC und BMW X3 im Visier und einen prominenten Verkaufsförderer: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ließ sich schon mehrfach in einem DS7 Crossback vom Volk huldigen, aus einem nachträglich applizierten Schiebedach winkend.

Wer sich für den knapp 4,6 Meter langen SUV entscheidet, kann also in jedem Fall seine persönlichen präsidialen Momente feiern. Das ist in dieser Preisklasse ja auch nicht gerade alltäglich, schließlich beginnt die DS7-Baureihe bereits bei rund 30.000 Euro. Für den DS7 Crossback E-Tense 4x4 bringt man mit dieser Summe jedoch, Sie ahnen es, noch längst nicht das nötige Eintrittsgeld mit.

DS7 Crossback E-Tense – Preis ab 50.290 Euro

50.290 Euro sollen es mindestens sein, um den neuen Plugin-Hybrid aus dem PSA-Konzern vor die Haustür stellen zu können. Dafür gibt es neben der bereits sehr feudal möblierten „Be Chic“-Ausstattungsvariante einen hochinteressanten Technik-Mix. Für DS ist der Crossback E-Tense auch gleichzeitig der Beginn einer neuen Ausrichtung. Denn bis 2025 will die Marke in jedem Segment einen PHEV und eine Elektroversion anbieten, der DS7 Crossback E-Tense 4x4 ist also in Sachen Plugin erst der Anfang.

DS7 Crossback E-Tense 4x4 im Fahrbericht
PSA / DS
Erstes PHEV: Der DS7 Crosback E-Tense soll der Startschuss für die Hybridisierung der Marke sein

Besonders wird der DS7 Crossback E-Tense 4x4 durch seine Antriebstechnik, die ihn von anderen PHEV unterscheidet. Denn neben dem Turbo-Benzinmotor sind für den Antrieb gleich zwei Elektromaschinen verantwortlich, eine pro Achse. Bei ausreichend Akkukapazität kann der Crossback E-Tense entsprechend mit rein elektrischem Allradantrieb fahren, das ist in dieser Form mit zwei Motoren für PHEV ein Novum.

Der Vierzylinder verfügt, das klingt jetzt nicht direkt nach Präsidentenlimousine, über 1,6 Liter Hubraum und gewinnt daraus 200 PS. Nachdem aber auch die Elektromaschinen mit jeweils 110 PS recht ansehnliche Leistungsdaten aufweisen, kommt der DS7 Crossback E-Tense 4x4 auf eine maximale Systemleistung von 300 PS und auf ein Systemdrehmoment von 520 Newtonmeter. Damit lässt er alle anderen Motorisierungen der Baureihe natürlich weit hinter sich.

DS7 Crossback E-Tense mit reichlich Bling-Bling

Der typisch deutsche Autofahrer gilt so insgesamt ja eher als, höflich ausgedrückt, recht konservativer Zeitgenosse. Im Innenraum sind alle Farben erlaubt, solange es sich um schwarz handelt und ein Schalter ist ein Schalter, da gibt es nichts zu designen. Wenn Ihnen jetzt zu beiden Aussagen ein zustimmendes Kopfnicken auskam, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass der DS7 Crossback E-Tense, noch dazu wie beim Testwagen mit dem „Opera“ Designpaket aufgerüscht, eher nichts für Sie ist.

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Detailverliebtheit bis zum kleinsten Bedienelement – die Designer hatten freie Hand

Denn beim Einsteigen dauert es mit dem herumschauen erst einmal ein bisschen, so individuell ist das alles. „Pompöös“ sagt ein gewisser Berliner Designer gerne zu ähnlicher Gestaltung, und er hätte an diesem Auto sicher seine Freude. Rauten und Dreiecke mochten die Designer ganz besonders gerne, sie zeigen sich nicht nur in den Dekors und Bedieneinheiten, sondern auch in den Displaygestaltungen der volldigitalen Instrumente und des breiten Multimediasystems (beides Serie beim DS7 Crossback E-Tense 4x4). Nachdem aber abgesehen von der spacigen Gestaltung die Bedienbarkeit (mit Ausnahme des versteckten Tempomatschalters) lobenswert einfach ist – etwa durch die Verlagerung der „Piktogrammsteuerung“ des Multimediasystems in echte Schalterflächen – darf man sich vor allem an der tatsächlich sehr hochwertigen Verarbeitung und der Anfassqualität erfreuen.

Vieles am DS7 Crossback E-Tense 4x4, zumindest in der getesteten Vollausstattung, vermittelt den Eindruck, als ob die zuständigen Finanz-Controller während Design und Entwicklung des Innenraums in einem Kellerraum eingesperrt waren. Selbst das kleinste Schalterchen bis hin zu den filigranen Metall-Drehwalzen im Lenkrad vermittelt das Gefühl hochwertiger Feinmechanik und sicher nicht, als habe man es kostensparend aus irgendeinem Konzernregal gerupft. Der von DS selbst verordnete Premium-Anspruch wird eingelöst. Andererseits ist es teilweise auch ein bisschen viel Detailverliebtheit, wenn selbst die Lüftungsgitter mit Einkerbungen wie mit Strass-Steinchen besetzt wirken oder beim Betätigen des Startknopfes die Analoguhr dramatisch aus dem Armaturenbrett aufschwenkt. Ein gewisses Faible für Glitzer-Blinki-Gestaltung schadet also keinesfalls, um sich mit diesem Auto anzufreunden.

Voll geladen sind rund 50 Kilometer elektrische Reichweite drin

Aber wir sind ja zum fahren da. Die vor Abfahrt vollgeladene Traktionsbatterie verspricht 53 Kilometer Reichweite, aus dem Stau der französischen Hauptstadt heraus sollte das reichen. Tatsächlich stromert der DS7 Crossback E-Tense überraschend ausdauernd aus der Stadt hinaus, obwohl bei verregnetem Novemberschmuddel die Klimatisierung ordentlich zu tun hat. Das Zusammenspiel zwischen Verbrenner und E-Motoren funktioniert vorbildlich unauffällig, die Programmierer haben da saubere Arbeit abgeliefert. Bei Vollgas für einen schnellen Zwischensprint geht es mit Nachdruck voran, nach den versprochenen 5,9 Sekunden Nullhundert fühlte sich das allerdings beim ersten Aufeinandertreffen nicht an. Vielleicht war es ja das Wetter. Per Fahrmodusschalter lässt sich zwischen Hybridbetrieb und reinem Elektroantrieb (bis zu 135 km/h) umschalten, auch das Aufsparen von Akku-Reichweite sowie das Nachladen während der Fahrt über den Verbrenner ist möglich.

Bei den Fahrgeräuschen macht der DS7 seinem Premium-Anspruch ebenfalls alle Ehre. Windgeräusche finden praktisch nicht statt (Akustik-Glas serienmäßig beim PHEV), leichtes Abrollsurren ist hörbar, der Vierzylinder im Bug macht nur bei einem Angriffsbefehl auf sich aufmerksam, bleibt sonst leise säuselnd im Hintergrund. Ähnlich sanft-verschliffen arbeitet das Fahrwerk, das eher kuscheln möchte als harter Hund spielen. Im DS7 Crossback E-Tense ist serienmäßig das kameragesteuerte Active Scan-Fahrwerk verbaut, das vorausliegende Unebenheiten erkennen und die Dämpfer vorkonditionieren kann. Racer werden mit dem in Kurven etwas schräglagigen DS7 Crossback E-Tense eher nicht warm werden, alle anderen können sich über hohen Fahrkomfort freuen.

DS7 Crossback E-Tense 4x4 im Fahrbericht
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Er kann es auch schmutzig, bei Bedarf sogar rein elektrisch

Nachdem der Plugin-Hybrid-DS das einzige Modell der Baureihe mit Allradantrieb ist, muss man sich zumindest über die Traktionsverhältnisse keine Gedanken machen. Hartes Gelände wird der DS7 Crossback zwar kaum zu Gesicht bekommen, dafür ist er aber für alle Jahreszeiten und Straßenverhältnise gewappnet – auf einer ausgedehnten Testrunde auf einem Landgut, Untergrund glitschige Wiesen und seifenglatter nasser Lehmboden, konnte er das unter Beweis stellen. Ausreichend Akku-Kapazität vorausgesetzt lässt sich rein elektrisch mit Allrad durchs Gemüse pirschen. Und, der Ordnung halber: Der DS7 Crossback E-Tense darf auch etwas anhängen. Mit maximal 1.200 Kilo zwar nicht besonders viel für einen Zweitonnen-SUV, aber immerhin. So manch anderer PHEV hat als Anhängelast lediglich einen Strich in den Papieren stehen.

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Fazit

Der DS7 Crossback E-Tense 4x4 überzeugt mit Komfort, tadelloser Verarbeitung und einem interessanten Plugin-Hybridantrieb mit gleich zwei E-Maschinen. Die teils verspielt wirkenden Design- und Funktionsdetails sind Geschmackssache. Er spielt eher den komfortablen Part, sportliches Kurvenräubern ist nicht die Spezialität.

Technische Daten

DS DS 7 Crossback E-Tense Be Chic
Grundpreis 50.290 €
Außenmaße 4573 x 1895 x 1618 mm
Kofferraumvolumen 555 bis 1752 l
Hubraum / Motor 1598 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 147 kW / 200 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 240 km/h
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