Toyota Hilux 2026 erster Test: 9. Generation mit Hybrid-Diesel für den Legende-Pick-up

Toyota Hilux 2026 im ersten Check
Neuauflage mit Hybrid-Diesel für den Pick-up

ArtikeldatumVeröffentlicht am 09.06.2026
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Bereits Ende 2025 hatte Toyota die neue, neunte Generation des Hilux in Thailand vorgestellt, wo der Hilux für den Großteil der weltweit rund 180 Märkte gebaut wird (der Diesel für Deutschland kommt aus Südafrika). Jetzt ist es soweit und der legendäre Pick-up tritt auch in Europa an. In zwei Varianten, als elektrischer Hilux BEV und als Mildhybrid Hilux 48V. Letzteren schauen wir uns hier genauer an.

Neuer, cleaner Look

Äußerlich bleibt der neue Hilux seiner Linie treu, setzt aber auf ein markanteres, modernes Gesicht. Schlanke, hoch angesetzte Scheinwerfer, seitliche "Nüstern" und der in Wagenfarbe lackierte flache Grill mit Wabenmuster prägen das Bild, darüber thront der Toyota-Schriftzug. Am Heck erleichtern neue seitliche Trittstufen in beiden Seiten des Stoßfängers den Zugang zur Ladefläche.

Die Außenseite der Ladefläche ist stärker konturiert, die Rückleuchten ragen oben in die Seitenlinie hinein, das wirkt peppiger als bisher. Dazu passen die dreidimensional geformten Rückleuchten und eine Art Spoiler in der Heckklappe. Man merkt, dass Toyota den Hilux ein wenig aus der Nutzfahrzeug- in die Lifestyle-Ecke schieben möchte.

Trotz neuem Karosseriedesign bleibt der Hilux in seinen Proportionen fast unverändert: 5,32 Meter Länge, 1,86 Meter Breite und 1,80 Meter Höhe entsprechen weitgehend dem Vorgänger.

Im Innenraum orientiert sich der Hilux stärker an den aktuellen Land Cruiser-Modellen. Ein horizontal geteiltes Armaturenbrett mit Stufe und Staufächern, digitale Instrumente und ein bis zu 12,3 Zoll großer Touchscreen über der Mittelkonsole bringen einen modernen Look. Toyota betont dabei eine verbesserte Ergonomie gegenüber dem Vorgänger. Vor dem Schalthebel versammeln sich die Bedienelemente für die Geländetechnik, vom Drehschalter für die Fahrprogramme und dem Kippschalter für die Verteilergetriebesteuerung bis zur Ansteuerung von Bergabfahrkontrolle und Hinterachs-Sperre.

Untenrum bewährte Technik

Technisch bleibt der Hilux bei seinem klassischen Konzept mit Leiterrahmenkonstruktion und starr zuschaltbarem Allrad-Antrieb. Auf der Straße ist der Pick-up nur mit Heckantrieb unterwegs; der Zuschalt-Allrad ohne zentralen Drehzahlausgleich beschränkt sich auf glatte Straßen und den Geländeeinsatz. Eine gewisse Überraschung ist, dass Toyota auch beim Unterbau der Tradition treu bleibt. Der neue "Lux" baut weiterhin auf der bisherigen IMV-Plattform des Vorgängermodells auf. Diese preiswertere Basis hilft Kosten sparen, die teurere neue TNGA-F-Plattform bleibt dem Land Cruiser und dem US-Pick-Up Toyota Tacoma vorbehalten.

HistorieDer Toyota Hilux, der 1968 auf den Markt kam, gilt als der weltweit erfolgreichste Mid-Size-Pick-up. Er wird heute in run 180 Ländern angeboten, und die Gesamtproduktion über alle acht Generationen hinweg liegt inzwischen bei über 27 Millionen Fahrzeugen. Die Fertigung erfolgt vor allem in Thailand und Südafrika, ergänzt durch weitere Produktionsstandorte wie Argentinien.

Neu ist eine elektrische Servolenkung, die die Manövrierbarkeit im Alltag verbessert und je nach Fahrsituation – langsames Rangieren, schnelle Autobahnfahrt oder derbe Geländesektionen – ein passendes Ansprechverhalten bietet und präziser reagiert als die mechanische Zahnstangenlenkung des Vorgängers.

Das Sicherheitspaket Toyota T-Mate wurde ausgebaut. Es umfasst nun neben Notbrems- und Spurhalteassistent auch eine Fahrerüberwachung, Ausstiegswarnung sowie Over-the-Air-Updates für Assistenzfunktionen. In der deutschen Ausstattung werden alle Modelle mit Toyota Safety Sense, elektrischer Servolenkung, kabellosem Smartphone-Laden sowie (bis auf das Basismodell Duty) mit 12,3-Zoll-Infotainment-Display ausgeliefert.

Nur noch als Hybrid-Diesel

In Europa wird der neue Hilux als Verbrenner ausschließlich mit dem bereits im Vorgänger eingeführten Mildhybrid-Diesel antreten. An den bekannten Leistungsdaten ändert sich daher nichts: 204 PS und 500 Newtonmeter liefert der von einem Startergenerator unterstützte Vierzylinder-Turbodiesel mit 2,8 Liter Hubraum. Die Nutzlast von bis zu einer Tonne und die Anhängelast von 3.500 Kilogramm übernimmt der neue Hilux ebenfalls vom Vorgänger.

Durch den 48-Volt-Motorgenerator entfällt der frühere Anlasser, dessen derber Akustik wahrscheinlich niemand nachweint. Außerdem startet der Diesel damit schneller und geschmeidiger, und einen zusätzlichen Drehmoment-Push für den Vierzylinder gibt es in bestimmten Fahrsituationen auch noch. Rund 5 Prozent soll der Verbrauchsvorteil gegenüber dem regulären Turbodiesel betragen.

Neuer Elektro-Hilux

Mit der Einführung eines batterieelektrischen Modells eröffnet Toyota für den Hilux ein neues Kapitel. Der Hilux BEV nutzt eine Lithium-Ionen-Batterie mit 59,2 kWh Kapazität und zwei Elektromotoren – je einen an der Vorder- und Hinterachse. Diese liefern ein Drehmoment von 206 Nm vorne und 270 Nm hinten. Damit verfügt der Pick-up über permanenten Allradantrieb, was ihn von anderen, heckgetriebenen Elektro-Pick-ups aus chinesischer Produktion abhebt. Die Reichweite liegt bei 257 Kilometern, die Nutzlast bei 715 Kilogramm, die Anhängelast bei 1,6 Tonnen.

Die recht überschaubare Reichweite legt nahe, dass der Elektro-Hilux vor allem für den gewerblichen oder kommunalen Einsatz und weniger für Freizeit-Kapitäne ausgelegt ist. Die Batterieeinheit ist laut Toyota gegen Beschädigungen und Wassereintritt geschützt, die Wattiefe (70 Zentimeter) entspricht der Verbrenner-Variante. Nachgeladen wird mit maximal 125 kW am Schnelllader.

Neben der Batterieversion arbeitet Toyota an einem Hilux mit Brennstoffzellenantrieb. Der FCEV-Hilux nutzt die Wasserstofftechnologie aus dem Mirai und soll 2028 auf den Markt kommen. In diesem Beitrag haben wir den Brennstoffzellen-Hilux bereits im Fahrbericht vorgestellt.

Marktstart und Preis

In Deutschland wird der neue Hilux mit dem 2,8-Liter-Mild-Hybrid-Diesel ausschließlich als Doppelkabiner zu den Händlern kommen. Auf anderen Märkten bleibt es beim zusätzlichen Angebot der Anderthalb- und Einzelkabiner mit entsprechend längerer Ladefläche. Ab Ende Juni soll der reguläre Konfigurator starten, Schnellentschlossene können bereits jetzt beim Händler ordern, der ab August mit den ersten Fahrzeugen beliefert werden soll.

Beim Preis hat Toyota leider sehr fest an der Schraube gedreht (Preisliste mit Ausstattungen in der Bildergalerie). Lag der bisherige Basispreis für den Doppelkabiner-Duty noch bei 46.386 Euro, steigt dieser mit der neunten Generation auf 53.490 Euro. Für den Active (früher Comfort) werden 59.381 Euro fällig, 62.177 Euro sind es für den Executive und 66.937 Euro für den Invincible. Den Elektro-Hilux BEV gibt es ab 70.210 Euro. Preisgünstiges Nutzfahrzeug – das war einmal.

Fazit