12/2022, Elaris Dyo Bernd Conrad
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12/2022, Elaris Dyo 12 Bilder

Elaris Dyo: Elektro-Zwerg aus China im Fahrbericht

Elaris Dyo (2023)
Was kann der Elektro-Zwerg aus China?

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Der Elaris Dyo startet 2023 als Konkurrent des ebenfalls elektrischen Smart Fortwo. Wir sind schon vorab zu ersten Testfahrten aufgebrochen.

"Gleiche Packung, mehr Inhalt!" Mit diesem Rezept will die Marke Elaris nicht im Supermarktregal punkten, sondern im Segment der elektrischen Stadtautos. Anfang 2023 kommt der Elaris Dyo auf den Markt. Mit einer Länge von nur 2,87 Metern überragt er den ebenfalls zweisitzigen Smart Fortwo EQ knapp, bietet aber eine fast doppelt so große Batterie für mehr Reichweite.

31,8 kWh Speicherkapazität bietet die ternäre Lithium-Batterie des Dyo, den Elaris in China vom Unternehmen Dorcen fertigen lässt. Als NEFZ-Wert wird eine Reichweite von 300 Kilometern angegeben, als WLTP-Verbrauch 11,9 kWh pro 100 Kilometer. Auf etwas über 260 Kilometer könnte man, den Normverbrauch zugrunde gelegt, also kommen. Damit ist die Reichweite des Elaris Dyo fast doppelt so groß wie die des Smart. Dessen 17,6 kWh großer Akku erlaubt laut Prospekt und Preisliste einen Radius von bis zu 135 Kilometern.

Ausreichend großer Kofferraum

Bevor wir zur ersten Testfahrt mit einem Vorserienexemplar des Elaris Dyo aufbrechen, bleibt Zeit zur gründlichen Überprüfung der Platzverhältnisse. Hinter der Heckklappe schluckt der Zwerg 228 Liter – interessanterweise der gleiche Wert, den Ora für den wesentlich größeren Funky Cat anbietet. Messwürfel haben wir nicht dabei, dafür einen Handgepäcks-Trolley und Kleinzeugs. Das lässt sich im Dyo gut verstauen. Auch ein Supermarkt-Einkauf mit Getränkekiste dürfte hier ohne Probleme unterzubringen sein.

12/2022, Elaris Dyo
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Schmal und kurz: der Innenraum des Elaris Dyo.

Zur Ladungssicherung muss ein arg niedriges Netz ausreichen, zudem die Lehnen der beiden Sitze. Hier zeigt sich das schmale Format des Elaris Dyo. Mit einer Breite von 1,56 Meter (zehn Zentimeter schmaler als der Smart Fortwo) nimmt er engen Parkplätzen den Schrecken. Fahrer und Beifahrer sitzen aber, trotz leicht versetzter Lehnen, recht nah beieinander. Große Piloten müssen sich zudem nicht nur mit der geringen Längseinstellung des Sitzes, sondern auch der nicht vorhandenen Höhenjustierung und einer starren Lenksäule arrangieren. Auf Kurz- und Mittelstrecken kommt man aber zurecht – mehr will der Elaris Dyo ja eh nicht bieten.

Modernes Cockpit, gute Ausstattung

Die verwendeten Materialen und deren Verarbeitung passt. Auf den integrierten Sitzen des Testwagens ist noch der Schriftzug des Herstellers Dorcen zu sehen; das dürfte sich im kommenden Jahr ändern. Hinter dem Multifunktionslenkrad blickt man auf gut ablesbare Digitalinstrumente mit klarer Prozent-Angabe des aktuellen Ladezustands der Batterie sowie der verbleibenden Restreichweite. Auf den ersten Blick fast schon überdimensioniert im kleinen Auto wirkt das 12,3 Zoll große Display des Infotainment-Systems mit Touchscreen.

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Die Verarbeitung ist ordentlich. Klimaanlage, schlüsselloser Zugang und der große Touscreen sind serienmäßig.

Auf Basis des Google-Betriebssystems Android erlaubt der Elaris Dyo hier das Aufspielen von Apps, sofern man das eigene Smartphone als WiFi-Hotspot verwendet. Google Maps kann dann den Weg weisen, Spotify für den Soundtrack sorgen. Auch im Auto recht wenig sinnvolle Programme wie der Adobe Acrobat Reader sind im Testwagen installiert. Die Serienautos für den Verkauf in Deutschland sollen ab 2023 zudem die Smartphone-Integration via Apple CarPlay und Android Auto erlauben. Zugang und Motorstart werden schlüssellos erledigt. Das hilft beim Einsatz des Autos im mobilen Pflegedienst oder bei Lieferanten von Kuriersendungen und Pizzas, die oft ein- und aussteigen.

Harsches Fahrwerk, fideler Antrieb

Auf der Probefahrt zeigt sich der Elaris Dyo, bis auf das bei niedrigem Tempo recht harsch ansprechende Fahrwerk, recht fidel. Die Leistung des bis zu 35 kW (48 PS) starken Elektromotors, der die Vorderräder antreibt, reicht für den unter einer Tonne schweren Zweisitzer voll und ganz aus. 110 km/h Höchstgeschwindigkeit sollen möglich sein. Auf der Landstraße ist aber schon Tempo 90 genug. Im Testwagen entstehen dabei an den Türdichtung laute Windgeräusche, die Gläser der Außenspiegel wackeln stark. Beides dürfte im Rahmen der Serienvorbereitung schnell geändert werden können.

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Innerorts ist der Elaris Dyo in seinem Element. Das merkt man nicht erst bei der Parkplatzsuche, sondern schon unterwegs. Verkehrsinseln lassen sich in einem Zug umkurven, während selbst Kompakte mindestens einmal zum Rangieren zurücksetzen müssen. Die Übersicht gibt ebenfalls keinen Anlass zur Kritik.

Einen Durchschnittsverbrauch zeigt der Bordcomputer leider nicht an. Anhand der Reichweitenangaben zum Start und nach Ende der Testfahrten lässt sich jedoch eine Reichweite von rund 280 Kilometern errechnen. Hier half wohl die Rekuperation des Elektroantriebs im Stadtverkehr.

Gleichstrom-Laden mit 20 kW

Nachladen im öffentlichen Raum kann der Vorserien-Dyo mangels der richtigen Stecker noch nicht. Das fertige Produkt soll über den CCS-Anschluss Gleichstrom mit 20 kW ziehen können, womit man die Speicherkapazität des Akkus in 45 Minuten von 30 auf 80 Prozent erhöhen kann. Wechselstrom kann nur einphasig mit 3,3 kW ins Auto fließen. An der Wallbox oder Ladesäule parkt der Elaris Dyo sechs Stunden, um die Prozentangabe im Cockpit von fünf auf 80 zu ändern.

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Angesichts der Auslegung des Autos auf den Stadtverkehr wäre der Einbau eines Onboard-Chargers für das dreiphasige Laden von Wechselstrom mit bis zu 22 kW sinnvoller als die Gleichstrom-Möglichkeit. Dann wäre der Akku auch während des Termins in der Stadt schnell wieder vollzumachen.

Preis auf Smart-Niveau, dafür mehr Akku

24.900 Euro kostet der Elaris Dyo vor Abzug von 4.500 Euro Umweltbonus. Damit liegt er auf dem Niveau des Smart Fortwo EQ. In etwa ausstattungsgleich kostet dieser in der Ausstattungslinie Passion mit optionalem Mediasystem 24.865 Euro. Der Dyo bringt zum gleichen Preis und im (fast) gleichen Format aber eben mehr Inhalt in Form des wesentlich größeren Akkus mit.

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Im Privatleasing soll man den Dyo ab 90 Euro im Monat erhalten.

Im Leasing bietet Elaris des Dyo für Privatkunden ab 90 Euro im Monat an, inklusive Versicherung ab rund 130 Euro. Nach zwei Jahren und mit 20.000 Kilometern auf der Uhr soll ein Dyo, wenn man die Anzahlung in Höhe der Umweltprämie und 24 Raten von jeweils 90 Euro vom Kaufpreis abzieht, also noch üppige 18.240 Euro Restwert haben. Wer einen Kilometer-Leasingvertrag abschließt, umgeht das Risiko möglicher Differenzzahlungen am Ende der Laufzeit. Der Leasingtarif ist von Elaris bewusst günstig kalkuliert. Man will die Kosten für ein Elektroauto somit auf die eines Smartphone-Tarifs drücken. Vertrieb und Service übernimmt die Servicekette Euromaster.

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Fazit

Der Elaris Dyo ist ein zweisitziger Stadtwagen mit Elektroantrieb, der dem Konzept des Smart Fortwo nacheifert. Antrieb, Verarbeitung und Reichweite des in China gebauten Zwergs machen auf den ersten Testfahrten einen guten Eindruck. An der Sicherheit wird mit fehlenden Seitenairbags aber leider gespart. Der Kaufpreis ist nicht wirklich niedrig. Für viele Kunden dürfte das Leasingangebot des Herstellers interessanter sein.

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