Mercedes B 200d im Fahrbericht

Immer noch komfortabel und variabel

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Nach der A-Klasse wird jetzt auch die hochbauende Mercedes B-Klasse erneuert. Im Februar kommt die 3. Generation des Vans mit vielen Änderungen, aber unverändert gut. Wir sind das Kompaktmodell als Mercedes B 200d mit 150-PS-Diesel gefahren.

Ein Blick auf das jüngste Mercedes-Modell sagt mehr als tausend Worte: Die Ähnlichkeiten der neuen mit der bisherigen B-Klasse und der im Frühjahr neu aufgelegten A-Klasse sind keineswegs reiner Zufall, sondern genetisch bedingt. Schließlich wurde das Konzept des kompakten Vans vom Vorgänger übernommen, die Technik jedoch vom kleinen Bruder.

Was Sie auf Anhieb jedoch nicht sehen, sind die zahlreichen Änderungen, die aus einem guten ein noch besseres Auto machen sollen. Ein nennenswertes Wachstum gehört offenbar nicht dazu, denn die Außenmaße sind praktisch gleich geblieben. Ähnliches gilt für den bequemen Einstieg, die gute Übersicht und die erhabene Sitzposition, denn vorne logiert man beachtliche neun Zentimeter höher als in einer A-Klasse.

Klappbare Beifahrerlehne und verschiebbare Rückbank

Speziell im Fond sind jedoch der um drei Zentimeter gestreckte Radstand sowie ein entsprechendes Plus an Innenbreite spürbar, und wie bisher lässt sich die Variabilität durch eine vorklappbare Beifahrerlehne und eine um 14 cm verschiebbare Rückbank steigern. Je nach Stellung ergibt sich dadurch mehr Bein- oder Gepäckraum (445 bis 705 Liter), wobei der Vorgänger immerhin 35 Liter mehr Volumen bot. Dafür ist nun serienmäßig eine dreigeteilte Rückbanklehne und ein variabler Ladeboden an Bord.

Mercedes B-Klasse 200d, Fond, Rückbank Foto: Mercedes
Passagiere der zweiten Reihe genießen nun noch mehr Platz als im Vorgänger.

Zur Markteinführung startet die Mercedes B-Klasse mit fünf neuen Motoren von 136 bis 190 PS, die alle über einen Partikelfilter, die 1,3-Liter-Benziner zusätzlich über eine Zylinderabschaltung im Teillastbereich verfügen. Anfangs gehört auch das Doppelkupplungsgetriebe stets dazu, etwas später folgen dann Varianten mit Sechsgang-Handschaltung, mit Allradantrieb und weniger Leistung.

Zweiliter-Turbodiesel fährt doppelt gereinigt

Für die erste Ausfahrt wählen wir den 150 PS starken Mercedes B 200d. Der Zweiliter-Turbodiesel – bisher nur für Längseinbau genutzt – sitzt in der B-Klasse nun erstmals quer und schickt seine 320 Nm Drehmoment an ein neu entwickeltes Achtgang-DKG. Zugleich rüstet Mercedes den Selbstzünder mit einem zweiten SCR-Kat im Abgasstrang aus, der zu einer Zertifizierung nach Euro 6d verhilft, die ab 2020 verpflichtend ist.

Das klingt alles prima, doch im realen Betrieb sind wir von dieser Kombination noch nicht ganz überzeugt. Obwohl es nicht an Schubkraft mangelt, schaltet die Automatik unnötig früh zurück oder gleich wieder hoch. Zudem klingt der Dieselmotor bei erhöhten Drehzahlen knorriger, als sich manch einer wünscht. So greift man lieber zu den Schaltwippen am Lenkrad, um die Zahl der Gangwechsel zu minimieren.

Mercedes B-Klasse 200d, Exterieur Foto: Mercedes
Die Fahrwerksabstimmung der neuen B-Klasse ist nach wie vor komfortbetont.

An einer komfortablen Fahrwerksabstimmung hapert es dagegen nicht. Wie beim Vorgänger ist wieder ein System mit adaptiver Dämpferregelung zu haben – allerdings mit einer spürbar weiteren Spreizung zwischen den Modi Sport und Komfort. In Letzterem cruist man fast so gelassen wie in einer E-Klasse über schlecht asphaltierte Strecken. Kein Poltern, keine Stöße, dafür ein sanftes Nachwippen.

Zudem arbeitet die Lenkung weniger direkt als in der agilen Mercedes A-Klasse und stärkt damit zusätzlich den Komforteindruck. Und das ist gut so, denn trotz aller optischen Frische des neuen Modells darf es ihm angesichts der eher gesetzten Käuferschicht daran nicht fehlen.

MBUX hört auf Kommando

Zur Wahl stehen insgesamt vier Ausstattungslinien, die sich mit allerlei Paketen, Fahrerassistenzsystemen und Infotainment aufpeppen lassen. Überhaupt hat der top verarbeitete Testwagen viel Unterhaltungspotenzial. Wie bei der im Frühjahr erneuerten A-Klasse kommt auch hier das touchscreenbasierte MBUX-Multimediasystem mit lernfähiger Sprachsteuerung zum Einsatz, das mit seinen frei stehenden, breit gefassten Displays schon ziemlich dick aufträgt.

Bleibt abschließend noch ein Blick auf die Preise, wobei bisher nur der für die günstigste Version bekannt ist: Ein Mercedes B 180 mit Doppelkupplungsgetriebe kostet mindestens 31.874 Euro – ein Plus von 1.226 Euro gegenüber dem Vorgänger.

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Fazit

Nüchtern gesehen ist die neue Mercedes B-Klasse die ausgewogenere A-Klasse. Sie wirkt frischer und dynamischer als bisher, ohne ihre angestammten Fans zu enttäuschen. Der Fahrkomfort überzeugt ebenso wie die Variabilität im Innenraum, und das Angebot an Info- und Entertainment ist so riesig wie das Arsenal an Fahrerassistenzsystemen. Nur das Zusammenspiel des neuen Doppelkupplungsgetriebes mit dem Diesel im Mercedes B 200 d lässt noch Wünsche offen.

Technische Daten
Mercedes B 200 d
Grundpreis 35.932 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4419 x 1796 x 1562 mm
KofferraumvolumenVDA 445 bis 1530 l
Hubraum / Motor 1950 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 110 kW / 150 PS bei 3400 U/min
Höchstgeschwindigkeit 219 km/h
Verbrauch 4,2 l/100 km
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