Audi Q3 2.0 TDI Quattro, Mercedes GLA 220 CDI 4Matic, Frontansicht Hans-Dieter Seufert
Audi Q3 2.0 TDI Quattro, Mercedes GLA 220 CDI 4Matic, Seitenansicht
Audi Q3 2.0 TDI Quattro, Mercedes GLA 220 CDI 4Matic, Frontansicht
Audi Q3 2.0 TDI Quattro, Mercedes GLA 220 CDI 4Matic, Frontansicht
Audi Q3 2.0 TDI Quattro, Mercedes GLA 220 CDI 4Matic, Seitenansicht 22 Bilder

Mercedes GLA und Audi Q3 im Vergleich

Zwei für das kleine Abenteuer

Mit dem neuen GLA 220 CDI 4Matic auf Basis der A-Klasse erweitert Mercedes seine SUV-Palette nach unten – und trifft dort auf den etablierten Premium-Konkurrenten Audi Q3. Erster Vergleich der beiden Konkurrenten.

Er hat große Räder, erhöhte Bodenfreiheit, optionalen Allradantrieb und einen variablen Innenraum. Von vorn wirkt er bullig, von der Seite coupéhaft elegant. So tritt der neue Mercedes GLA 220 CDI 4Matic in der Klasse der kompakten Premium-SUV an. Schafft er es, etablierte Konkurrenten wie VW Tiguan, BMW X1 oder den Audi Q3 auf die Plätze zu verweisen? Als Referenz stellt sich zum ersten Vergleich der Audi Q3 2.0 TDI mit 177 PS, gegen den Mercedes den GLA 220 CDI mit 170 PS in den Ring schickt. Auch im Antrieb herrscht Chancengleichheit: Beide starten mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb.

Bei beidem gehts es sportlich zu

Zuerst der Innenraum-Check: Am Multifunktionslenkrad und am Armaturenbrett des Mercedes GLA 220 CDI 4Matic wirkt die Vielzahl flächiger, teils recht kleiner Tasten zunächst etwas unübersichtlich. Viele Funktionen sind jedoch über das große, entspannt erreichbare Wählrad auf dem Mitteltunnel steuerbar. Der Audi Q3 bietet hier mit den Rastrollen am Volant und dem strukturiert aufgebauten MMI den schnelleren Zugang zur Bedienlogik des Fahrzeugs. Allerdings sitzt beim Audi der zentrale Dreh-Drück-Steller weniger gut erreichbar am Armaturenbrett.

Die Sitzposition im Mercedes GLA ist für einen SUV recht sportlich und ungewohnt tief, sanft empfangen optionale Lederpolster den Fahrer, die nachgiebigen Sitzwangen versprechen dabei mehr Komfort als Seitenführung. Hinten kommen Erwachsene mit der gebotenen Knie- und Kopffreiheit gut zurecht, lediglich die Sitzfläche der Rückbank ist etwas kurz und zu flach ausgeführt.

Optionale Sportsitze sind auch im Audi Q3 montiert. Sie sind straffer, bieten spürbar mehr Seitenführung als die Mercedes GLA-Polster und zudem eine ausziehbare Oberschenkelauflage. Das Platzangebot hinten steht dem des etwas längeren Mercedes in nichts nach.

Mercedes GLA schluckt weniger Gepäck

In seinem wuchtigeren Heck bringt der Audi Q3 sogar etwas mehr Gepäck unter, das sich wie beim Mercedes GLA 220 CDI durch die asymmetrisch klappbare Rückbank recht variabel verstauen lässt. Die praktische Cargo-Stellung, bei der man die Mercedes-Bank zur Laderaumerweiterung einfach senkrecht stellen kann, sucht man beim Q3 vergebens.

So weit, so vergleichbar. Völlig unterschiedliche Charaktere offenbaren die beiden Kompakt-Kraxler aus Stuttgart und Ingolstadt jedoch beim Fahren. Dem neuen Mercedes GLA gelingt es auf ziemlich beeindruckende Weise, Dynamik und Komfort zu vereinen. Seine direkte, zielgenaue Lenkung mit bester Rückmeldung schafft sofort Vertrauen, außerdem überzeugt das serienmäßige Komfortfahrwerk mit sanftem Anfedern und schluckt selbst fiese Fugen polterfrei weg.

Audi Q3 ist straffer abgestimmt

Der Audi Q3 versucht, den direkten Kontakt zur Straße durch eine straffe Fahrwerksabstimmung zu vermitteln. Komforteinbußen bis hin zu leichtem Poltern sind die Folge, Agilität und Zielgenauigkeit nicht besser. Sollten SUV nicht auch gewisse Geländequalitäten aufweisen? Im Vergleich zu normalen Kompakten gehen Q3 und Mercedes GLA 220 CDI mit großen Optionsrädern in 255/40 R 19 und 235/50 R 18 schon deutlich hochbeiniger an den Start. Rund 170 Millimeter Bodenfreiheit sind jeweils Standard, Sportfahrwerke mit Tieferlegung gibt es für beide ab Werk. Ab Jahresmitte wird für den GLA wahlweise das im Testwagen eingebaute Offroad-Komfortfahrwerk mit 204 Millimetern Bodenfreiheit angeboten.

Ohne spürbare Komforteinbußen zum Standardfahrwerk zeigt der höhere Mercedes GLA 220 CDI in flott gefahrenen Kurven etwas mehr Seitenneigung. Auch sein Verbrauch dürfte bei schneller Fahrt etwas steigen, doch das Optionsfahrwerk bekommt eine klare Empfehlung für alle, die ihren Mercedes GLA gelegentlich über unbefestigte Pfade treiben möchten.

Unverzichtbar ist dann natürlich der Allradantrieb, der aktuell nur mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe kombiniert werden kann und gegenüber der Frontantriebsvariante 2.213 Euro mehr kostet. Wie bei vielen Wettbewerbern wird die Hinterachse bei Drehzahldifferenzen vorn/hinten durch eine selbsttätig schließende, elektronisch geregelte Lamellenkupplung am Antrieb beteiligt.

Im Gegensatz zur aktuellen Audi-Haldexkupplung verzichtet das Mercedes-System allerdings auf eine zusätzliche elektrische Hydraulikpumpe zum schnelleren Schließen der Kupplung. Stattdessen wird die Kardanwelle zur Hinterachse mit minimal erhöhter Drehzahl angetrieben. Dieser Kniff bewirkt ebenso ein schnelles Ansteigen des Schließdrucks, macht eine Zusatzpumpe überflüssig und ermöglicht einen nahezu verzögerungsfreien Antritt der Hinterhand.

Mercedes GLA spart 25 Prozent Gewicht

Gegenüber dem Wettbewerber sollen die Allradkomponenten des Mercedes GLA 220 CDI 4Matic rund 25 Prozent leichter sein, ihre niedrige permanente Leistungsaufnahme Verbrauch und Abgas-Emissionen verbessern. Als Mehrverbrauch zur Frontantriebsversion nennt Mercedes rund einen halben Liter Diesel pro 100 Kilometer. Vergleicht man die Normwerte und die abgelesenen Bordcomputer-Werte, könnte der GLA fast einen Liter genügsamer sein als der Audi. Der Test wird’s zeigen.

Doch zurück zum Allrad: Klar ist, dass weder der Mercedes GLA, trotz Offroad-Fahrwerk, noch der Audi Q3 für extreme Gelände-Einsätze ausgelegt sind. Auf losem oder glattem Untergrund und bei leichten Querfeldein-Etappen fühlen sich die Kompakten dagegen in ihrem Element. Wenn es sein muss, stecken die hochfesten Karosserien selbst kräftigere Verschränkung knarzfrei weg – ein deutliches Zeichen guter Verarbeitung.

Für den Alltagsgebrauch dürfte der Frontantrieb meist reichen, denn die kompakten SUV sind ja überwiegend auf normalen Straßen und im städtischen Bereich anzutreffen. Ohnehin wird der Audi seit seinem Start 2011 als Diesel und Benziner bis maximal 177 PS (Preise ab 28.900 Euro) serienmäßig mit einer angetriebenen Achse geliefert. Erst in den Leistungsstufen darüber (beim TDI ab 140 PS stehen beide Antriebskonzepte zur Wahl) ist grundsätzlich der Allradantrieb mit an Bord.

Bei Mercedes beschränkt sich die Wahl zurzeit auf vier Antriebsvarianten. Neben dem gefahrenen Mercedes GLA 220 CDI 4Matic werden ab Mitte März und ab 29.304 Euro drei weitere Modelle bei den Händlern stehen: der ebenso allradgetriebene 250-Benziner mit 211 PS sowie die zunächst frontgetriebenen Modelle 200 mit 156 PS und 200 CDI mit 136 PS. Im Mai soll das Angebot um den 200 CDI 4Matic und um die frontgetriebenen Modelle 250 und 220 CDI erweitert werden. Als preisgünstiges Einstiegsmodell ist für Herbst ein frontgetriebener 180 CDI mit 109 PS vorgesehen.

Technische Daten

Audi Q3 2.0 TDI Quattro Mercedes GLA 220 CDI 4Matic
Grundpreis 37.450 € 39.550 €
Außenmaße 4385 x 1831 x 1608 mm 4417 x 1804 x 1494 mm
Kofferraumvolumen 460 bis 1365 l 421 bis 1235 l
Hubraum / Motor 1968 cm³ / 4-Zylinder 2143 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 130 kW / 177 PS bei 4200 U/min 125 kW / 170 PS bei 3400 U/min
Höchstgeschwindigkeit 212 km/h 215 km/h
Verbrauch 5,9 l/100 km 4,8 l/100 km
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