Mit dem neuen Xiaomi YU7 GT stellt der chinesische Tech-Konzern Ende Mai 2026 das vorläufige Topmodell der SUV-Baureihe vor. Und offenbar will Xiaomi im Performance-Segment nicht nur mitspielen, sondern ganz an die Spitze. Auf der Nürburgring-Nordschleife absolvierte der Elektro-SUV eine Runde in 7:34,931 Minuten – laut Xiaomi die schnellste jemals offiziell gefahrene Zeit eines Serien-SUV auf der legendären Strecke.
Damit landet der YU7 GT knapp vor dem bisherigen Rekordhalter, dem Audi RS Q8 Performance. Das Topmodell aus Ingolstadt hatte 2024 eine Zeit von 7:36,698 Minuten erreicht. Auch der Porsche Cayenne Turbo GT Coupé muss sich nun geschlagen geben: Porsche kam 2021 auf 7:38,925 Minuten.
Nürburgring als ultimative Benchmark
Besonders auffällig ist das Timing der Ankündigung. Bereits am 21. Mai will Xiaomi den YU7 GT offiziell in China präsentieren. Xiaomi-Gründer und CEO Lei Jun hatte das Modell bereits im Vorfeld als "pure-blood GT" beschrieben – also als echten Hochleistungs-SUV und nicht nur als sportlich gestylten Elektro-Crossover. Die Rekordrunde auf der Nordschleife dürfte diese Botschaft nun deutlich unterstreichen. Xiaomi positioniert den YU7 GT klar gegen etablierte Performance-SUVs europäischer Premiumhersteller.
Die Nürburgring-Nordschleife gilt weiterhin als härtester Härtetest für schnelle Serienfahrzeuge. Eine starke Rundenzeit steht dort nicht nur für hohe Motorleistung, sondern vor allem für Fahrwerksabstimmung, Bremsperformance, Thermomanagement und Stabilität unter extremer Belastung. Genau deshalb ist der Vergleich mit Porsche und Audi für Xiaomi so wichtig. Während klassische Sportwagenhersteller seit Jahrzehnten Erfahrung auf der Nordschleife sammeln, tritt Xiaomi erst seit kurzer Zeit überhaupt als Automarke auf – und fährt nun direkt an die Spitze der SUV-Wertung.
Einige Details fehlen
Allerdings bleiben noch Fragen offen. Xiaomi veröffentlichte bislang keine vollständigen Details zur exakten Testkonfiguration des Fahrzeugs. Reifenwahl, Wetterbedingungen oder mögliche Performance-Pakete könnten bei solchen Rekordfahrten eine entscheidende Rolle spielen.
Der Xiaomi YU7 GT bringt dafür die passenden technischen Daten mit. Der Elektro-SUV nutzt einen Dual-Motor-Allradantrieb mit 738 kW (990 PS) Systemleistung.
Die Leistung verteilt sich auf:
- 288 kW (386 PS) an der Vorderachse
- 450 kW (604 PS) an der Hinterachse
Hinzu kommt eine 101,7-kWh-Batterie mit einer CLTC-Reichweite von bis zu 705 Kilometern. Xiaomi nennt außerdem eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h. Besonders interessant: Der YU7 GT nutzt den neuen HyperEngine-V8S-EVO-Antrieb von Xiaomi. Der Elektromotor dreht bis zu 28.000/min und arbeitet mit einem selbst entwickelten Siliziumkarbid-Leistungsmodul. Xiaomi spricht von einer Effizienz von 98,38 Prozent.
Fahrwerk direkt auf der Nordschleife abgestimmt
Auch beim Chassis will Xiaomi gezielt europäische Performance-Marken angreifen. Der YU7 GT nutzt das sogenannte "Jialong Chassis Master Edition", das direkt auf der Nordschleife abgestimmt wurde.
Zum Setup gehören:
- adaptive Dual-Valve-CDC-Dämpfer
- Luftfederung mit variabler Höhe und Härte
- elektronisches Sperrdifferenzial (eLSD)
- schnelle Drehmomentverteilung zwischen den Hinterrädern
Damit zielt Xiaomi klar auf maximale Fahrdynamik statt nur auf hohe Beschleunigungswerte.
Größer als Ferrari Purosangue
Mit 5.015 mm Länge, 2.007 mm Breite und einem Radstand von 3 Metern gehört der YU7 GT außerdem zu den großen Performance-SUVs. Das Elektro-Modell ist sogar etwas länger als der Ferrari Purosangue, bleibt allerdings etwas schmaler. Der SUV-Rekord ist Teil einer größeren Strategie. Bereits mit dem Xiaomi SU7 Ultra hatte Xiaomi international Aufmerksamkeit erzeugt.
Die Limousine stellte zuvor einen Nürburgring-Rekord für Elektro-Serienfahrzeuge auf und erreichte später sogar eine Zeit von 6:22,091 Minuten. Damit gehörte der SU7 Ultra zeitweise zu den schnellsten offiziell anerkannten produktionsnahen Fahrzeugen überhaupt auf der Nordschleife.
Fahrer schreibt Geschichte
Neben dem Fahrzeug stellte Xiaomi auch Testfahrer Ren Zhoucan in den Mittelpunkt. Laut Xiaomi erhielt er als erster chinesischer Fahrer eine offizielle Nürburgring-Rundenzertifizierung. Das macht den Rekord nicht nur zu einem technischen Statement, sondern auch zu einem Symbol für den wachsenden Einfluss chinesischer Hersteller im Hochleistungssegment der Automobilindustrie.







