Mini Cooper SE (2020) Mini

Fahrbericht Mini Cooper SE

Zwei Runden auf der Formel E-Rennstrecke in New York

Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört: Mini elektrifiziert den Zweitürer unter freundlicher Mithilfe der BMW-i3-Antriebstechnik – allerdings mit Vorderradantrieb.

Alles schon mal dagewesen – auch ein elektrischer Mini: 2008 startete eine Flotte aus 600 Autos zur großflächigen Praxiserprobung der Technik des BMW i3. So richtig seriennah war die Chose nicht, der Akku zum Beispiel thronte hinter den Vordersitzen und verdrängte damit die Rückbank. Beim Serienmodell, das ab November 2019 in Oxford produziert wird und Anfang 2020 zu den Kunden kommt, sieht das anders aus, obwohl der Mini erneut i3-Technik nutzt. Diesmal steckt der t-förmige flüssiggekühlte Akku mit rund 38 kWh Nettokapazität im Unterboden. Also in etwa dort, wo bei den Verbrennern die Abgasanlage verläuft. Da die Zellen sowohl stehen als auch liegen, baut der E-Mini etwas höher als seine Geschwister. Um die nötige Bodenfreiheit zu erhalten, legte man die Karosserie 1,5 Zentimeter höher. Optisch kaschieren das modifizierte Front- und Heckteile sowie leicht veränderte Radläufe.

Der Fahrspaß? Ziemlich elektrisierend

Mini Cooper SE (2020)
Mini
Erste Runden auf dem New Yorker Formel-E-Rundkurs zeigen, dass der E-Mini ein ziemlich waches Kerlchen ist.

Nach den ersten Runden im getarnten Mini Cooper SE folgt nun die nächste Salamischeibe. Hauchdünn, aber lecker. Wie Salami halt sein soll. Zwei Runden auf der Formel E-Rennstrecke in den Docks von New York. Das bedeutet Micky Maus mit einigen Geraden, aber auch vielen Kurven, teils als Links-Rechts-Kombination, teils als Haarnadel. Dazu ein mittelprächtiger Asphalt. Nicht die schlechtesten Bedingungen um dem elektrischen Mini wieder ein Stück näherzukommen. Los geht‘s, beschleunigen kann er. Ansatzlos, ohne Turboloch, Schaltrucke oder eine merkliche Leistungsentfaltung. Die ist einfach da.

Ruhiger Antrieb, kein Schlupf, tiefer Schwerpunkt

Das Sirren der E-Maschine bleibt dezent im Hintergrund, es bleibt genug Ruhe, den Reifen beim Wimmern zuzuhören. Nicht beim Beschleunigen, das verhindert ja erfolgreich die aktornahe Schlupfregelung. Aber in den engen Kurven, wenn der SE seinen tiefen Schwerpunkt nutzt und mit den 17-Zöllern Querbeschleunigung aufbaut, da beschweren sie sich schon mal. Im Sportmodus schickt er dann beim Rausbeschleunigen aus den engen Ecken zarte Antriebseinflüsse in die Lenkung, ohne jedoch Power in Schlupf zu verschwenden. Du musst höchstens aufpassen, den Werbebannern am Streckenrand nicht zu nah zu kommen, wenn der SE anschiebt.

Mini Cooper SE Elektro 2020
So sieht der elektrische Mini Cooper SE aus
1:35 Min.

Mit Rekuperation die Kurve anbremsen

Der teils nicht hundertprozentig ebene Asphalt in Sichtweite der Freiheitsstatue klärt auch: der SE ist straff, aber nicht unkomfortabel. Querfugen sind spürbar, unterbrechen aber nie den geschmeidigen Fluss der Geschwindigkeit. Er gehört zu den Typen, mit denen du fix in den Flow kommst. Rund, geschmeidig, kontrolliert, so fährt der Cooper SE. Durch die Haarnadeln geht es ebenfalls flink. Hier lässt sich der SE eng an die simulierten Kerbs platzieren, um danach umso mehr Platz fürs erneute Tempomachen zu haben. Die Rekuperation in der stärkeren Stufe ist dabei so kräftig, dass sie teilweise ausreicht, die Fuhre an den nächsten Einlenkpunkt ranzubremsen. Wenn die Generatorpower nicht genügt, mischt sich die hydraulische ordentlich dosierbar ein. Wie das aus hohen Geschwindigkeiten funktioniert, muss allerdings ein ausführlicher Fahrbericht klären, in New York gab es ein Tempolimit. Wir freuen uns schon drauf!

Elektro-Mini mit i3-Technik

Mini Cooper SE (2020)
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Kaum sichtbare Höherlegung um 15 Millimeter - wegen der Akkus im Unterboden.

Das Fahrwerk mit der aufwendigen Multilenker-Hinterachse ist an die leichte Höherlegung und auf das um circa 130 Kilogramm höhere Gewicht angepasst. Vorteil: der niedrige Schwerpunkt und die nunmehr fast gleichmäßige Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse. Weiterer Pluspunkt: die erhöhte Steifigkeit, unter anderem wegen der verstärkten A-Säulen. Man hat ja schließlich einen Handling-Ruf zu verlieren, zumal der E-Mini im direkten Vergleich zum Cooper S steht. Auch leistungsmäßig, denn dessen 192 PS sowie 280 Newtonmeter aus dem Zweiliter-Turbo stehen wie im Technispender BMW i3 rund 184 PS und 270 Newtonmeter des Hybrid-Synchronmotors im E gegenüber – allerdings vom Start weg und stufenlos.

Traktionsregelung am Rad, zweistufige Rekuperation

Traktionsprobleme oder Antriebseinflüsse verhindert eine neue elektronische Regelung namens ARB. Sie kann die E-Maschine viel schneller regeln, als das bei Verbrennern möglich ist. Im Gegensatz zum Organspender i3 ist die Rekuperation zweistufig wählbar. Entweder funktioniert sie über das Fahrpedal mit deutlicher Verzögerung beim „Gaswegnehmen“ oder lässt den 1.350-Kilo-Mini eher rollen. Gerade für Novizen ist Letzteres angenehmer. Die Verzögerung übernimmt ansonsten die aus dem Cooper S bekannte Bremsanlage.

Mini Cooper SE: Elektro-Mini im Fahrbericht

Mini Cooper SE (2020)
Mini Cooper SE (2020) Mini Cooper SE (2020) Mini Cooper SE (2020) Mini Cooper SE (2020) 8 Bilder

Fazit

Wenn der Mini doch eh meistens in der Stadt gefahren wird, warum nicht gleich elektrisch? Also: Ab 2020 liefert der Zweitürer Fahrspaß auf Wunsch auch lokal emissionsfrei. Spannend!

Technische Daten

Mini Cooper S E
Außenmaße 3850 x 1727 x 1564 mm
Kofferraumvolumen 211 bis 731 l
Höchstgeschwindigkeit 150 km/h
Alle technischen Daten anzeigen
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