Toyota BZ4X Fahrbericht Vorserienmodell 2022 Toyota
Toyota BZ4X Fahrbericht Vorserienmodell 2022
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SUV

Toyota BZ4X Elektro-SUV im ersten Test

Toyota BZ4X Elektro-SUV im Fahrbericht So fährt der ID.4-Konkurrent von Toyota

Nach langem Zögern startet Toyota mit dem BZ4X die Elektro-Initiative. Jetzt konnten wir den Stromer-SUV im RAV4-Format erstmals fahren.

Viele Jahre erteilte Toyota dem rein batterieelektrischen Antrieb in Pkw eine Absage. Man plädierte für die Hybrid-Technologie, bei der Toyota seit dem ersten Prius aus dem Jahr 1997 klarer Vorreiter ist und favorisierte die Wasserstoff-Brennstoffzelle als alternative Antriebsquelle. Doch mit diesem zweigleisigen Auftritt ist spätestens seit Dezember 2021 Schluss, als der weltgrößte Autohersteller gleich 15 neue E-Modelle unter dem Motto "Beyond Zero" (BZ) vorstellte. Den Anfang der Stromer-Offensive in Europa wird der BZ4X machen. Das ist auch nur folgerichtig, denn der 4,69 Meter lange Elektro-SUV tritt damit in einem Segment an, das aktuell besonders stark nachgefragt wird – ob mit oder ohne Ladestecker.

Starker Wettbewerb für den BZ4X

Hier trifft der neue BZ4X allerdings auch auf bereits etablierte Mitbewerber, die vom VW ID.4 bis zu den Geschwistern Hyundai Ioniq 5 und Kia EV6 reichen. Ein Selbstläufer ist das also nicht, was Toyota da ab Frühsommer zu den Händlern stellt. Umso gespannter waren wir auf die ersten Fahreindrücke mit dem bis zu 160 kW starken Strom-SUV.

Dass Toyota die ersten Fahrexemplare in türkise Tarnfolie wickelt, überrascht ein wenig. Schließlich ist am Design des BZ4X nichts mehr geheim, seit das Fahrzeug Ende Oktober 2021 offiziell vorgestellt wurde. Der Grund für die Folierung sei, so ein Toyota-Verantwortlicher, die Vorläufigkeit der Testfahrzeuge: In Handarbeit gefertigt und nicht auf dem Stand des späteren Serienmodells möge man auch eventuell auftretende Schrulligkeiten entsprechend einordnen. Basis des gestreiften Testmobils ist die Allradversion mit zwei je 80 kW starken Synchron-Elektromaschinen an Vorder- und Hinterachse.

Toyota BZ4X Fahrbericht Vorserienmodell 2022
Toyota
Ungewöhnlich weit entfernt hinter dem Lenkrad befindet sich das Digital-Cockpit.

Der Arbeitsplatz im nicht nur von außen an den RAV4 erinnernden BZ4X wartet mit ein paar Eigenheiten auf, zuvorderst das niedrig montierte Lenkrad, hinter dem die Digitalinstrumente in einer Art Schale weit entfernt untergebracht sind. Rechts davon ist eine nur auf den ersten Blick riesige Bildschirmeinheit montiert, denn tatsächlich ist das Multimedia-Display nicht überdurchschnittlich groß, ein Großteil der glänzenden Fläche geht an die Bedieneinheit für Radio und Klimatisierung. Ungewöhnlich auch, wie stark Fahrer und Beifahrer von der Mittelkonsole separiert werden, die recht breit und auf Ellenbogenhöhe das Cockpit teilt. Das darunter liegende Staufach mit den USB-Steckdosen ist daher nur schlecht zugänglich. Außergewöhnlich für ein Elektroauto, bei dem sich die Konstrukteure doch stets auf das luftige Raumangebot berufen.

Viel Beinfreiheit auf den Rücksitzen

Viel Platz ist dagegen in Reihe zwei, auch bei voll zurückgeschobenen Vordersitzen gibt es reichlich Beinfreiheit. Die Sitzlehnen der Rücksitzbank lassen sich (geteilt) in der Neigung verstellen, was den individuellen Sitzkomfort noch verbessert. Gleich zwei USB-C-Steckdosen in der Rückseite der Mittelkonsole bringen Ladestrom für Tablet und Smartphone, außerdem lässt sich hier – sofern die Option bestellt wurde – die Sitzheizung für hinten steuern. Keinen Einfluss haben die Heckpassagiere allerdings auf eine individuelle Klimatisierung.

Beim Thema Ladestrom wird es etwas schwierig. Zwar verfügen alle ab sofort konfigurier- und reservierbaren Toyota BZ4X über die Möglichkeit, per Gleichstrom am Schnelllader mit bis zu 150 kW nachzutanken. Allerdings wird erst ab dem letzten Quartal 2022 ein 11-kW-Bordlader für die heimische Wallbox oder öffentliche Ladesäulen verfügbar sein. Die ersten ausgelieferten BZ4X werden hingegen an Wechselstrom einphasig mit 3,5 kW auf dem Level eines Plug-in-Hybrid Strom nachfassen. Das wird speziell bei Ladevorgängen an öffentlichen Säulen, wo inzwischen meist nach gewisser Zeit eine Blockiergebühr droht, ein eher unlustiges Unterfangen. Mit einem Wechselstrom-Ladetempo von rund 20 Kilometer pro Stunde sind die frühen BZ4X daher objektiv nur ein Fall für Heimlader.

Anfangs nur einphasige Bordlader

An anderer Stelle versöhnen die Japaner dann wieder mit der Batterietechnik, denn deren Funktion (mindestens 70% Restkapazität) wird bis zu einer Laufleistung von maximal einer Million Kilometer oder einem Zeitraum von 10 Jahren garantiert. Voraussetzung hierfür sind jährliche Akku-Checks beim Vertragshändler. Das dürfte manchen Skeptiker beruhigen.

Für die erste Ausfahrt stand der BZ4X in der Allrad-Konfiguration mit 160 kW/217 PS zur Verfügung. An der Ampel loszappen oder auf der Autobahn am Beschleunigungsstreifen einfädeln passiert mit der E-gewohnten Wuchtigkeit ohne nennenswerten Lasteinfluss auf die Lenkung. Ob man das auch vom frontgetriebenen BZ4X sagen kann, der nur 10 kW weniger komplett auf die Vorderachse loslässt, bleibt abzuwarten. 6,9 Sekunden stehen jedenfalls beim 4x4-BZ4X für den Nullhundert-Sprint im Datenblatt, das ist schon ordentlich und fühlt sich auch so an. Auf der Autobahn kommt auch jenseits der Richtgeschwindigkeit noch ordentlich Schub auf, bis der Begrenzer den frivol bewegten E-Toyota bei 160 km/h einfängt.

Toyota BZ4X Elektro-SUV Serienversion
E-Auto

Wozu es noch keine Aussagen gibt, ist die endgültige Verarbeitungsqualität. So zeigte der Vorserien-Testwagen noch ein leichtes Zirpen aus dem Armaturenbereich, auf der Rücksitzbank stark wahrnehmbare Abrollgeräusche, aber auch Verbrauchswerte auf dem Bordcomputer, die sehr deutlich jenseits der versprochenen 15,9-19,3 kWh/100 km lagen. Ebenfalls noch unkommentiert mangels Testmöglichkeit bleiben die E-spezifischen Qualitäten des Navigationssystems, etwa die Einbindung von Ladestellen in eine Routenplanung. 450 Kilometer Reichweite stehen jedenfalls im Raum, die der Toyota BZ4X aus seiner 71 kWh-Batterie generieren soll.

Komfortable Fahrwerksabstimmung

Erkennbar ist allerdings der Grundgedanke bei der Abstimmung von Fahrwerk und Lenkung. Hier ist der neue Toyota BZ4X eher auf dem Komfortseite daheim, egalisiert kleine und größere Unebenheiten souverän und lässt sich auch von gröberen Schlaglöchern nicht aus der Ruhe bringen. Die Lenkung ist zwar von der Übersetzung recht direkt ausgeführt, lässt aber speziell bei langsamer, kurvenreicher Fahrt in Sachen Rückmeldung noch Fragen offen. Da wird es interessant, wie sich die künftige, rein elektrische Lenkung schlagen wird, die ohne mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Lenkgetriebe auskommt. Toyota will diese "steer by wire"-Lenkung zu einem späteren Zeitpunkt als Option anbieten.

Einen großen Fokus legte Toyota bei der ersten Fahrpräsentation auf die Offroad-Fähigkeiten des neuen BZ4X, die über zahlreiche Assistenzsysteme verbessert wird. Unter anderem gibt es eine Art "Gelände-Tempomat", bei der das Auto mit vorgegebener Geschwindigkeit bergauf und bergab klettert. Dazu kommen eine frei regelbare Bergabfahrkontrolle, mehrere anwählbare Offroad-Fahrprogramme und eine trickreiche Traktionskontrolle, die selbst im tiefen Schlamm noch für Vortrieb sorgt. Im Grunde alles an Assistenztechnik, was man auch von den ernsthaften Geländegängern der Marke kennt.

Toyota BZ4X Fahrbericht Vorserienmodell 2022
Toyota
Keine Angst vor Wasser: Der BZ4X kommt im Gelände recht weit.

Und tatsächlich funktioniert das auch wie etwa beim Toyota Land Cruiser außerordentlich gut, nur eben im Rahmen dessen, was die Grundkonzeption speziell in Sachen Bodenfreiheit und Böschungs-/Rampenwinkel vorgibt. Ob ein nennenswerter Teil der Kundschaft eines Elektro-SUV tatsächlich jemals die Straße verlässt, sei dabei dahingestellt, allerdings ist die funktionsreiche Armada an Hilfsprogrammen für den Offroadeinsatz auch in anderen Situationen hilfreich, etwa bei Fahrten im verschneiten Hochgebirge. Und möglicherweise fühlen sich auch traditionell gelände-affine Kunden etwa aus dem Bereich Jagd und Forst von dieser elektrischen Alternative zu klassischen Geländewagen angesprochen.

Toyota BZ4X Verkaufsstart und Preis

Toyota hat die Reservierung des neuen BZ4X bereits eröffnet. Bis zum 31.3. können sich Kunden kostenlos registrieren und bekommen damit auch als Bonus einen 700-Euro-Gutschein für eine Wallbox. Der BZ4X startet in der Grundkonfiguration mit Frontantrieb bei 47.490 Euro und bleibt damit durch den Nettopreis unter 40.000 Euro im Bereich der vollen Förderung durch den Umweltbonus. In der Topversion mit Allradantrieb, Technik- und Komfortpaket sind 59.900 Euro fällig. Ausstattungsbereinigt kostet der Allradantrieb 3.000 Euro Aufpreis.

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Nein. Die Japaner haben das richtig getimed - der Boom startet erst jetzt.

Fazit

Mit dem BZ4X kommt Toyota zwar spät, aber noch rechtzeitig auf den boomenden Markt der Elektro-SUV. Der neue Stromer im RAV4-Format liefert eine solide erste Vorstellung ab, zeichnet sich vor allem durch hohen Federungskomfort und adäquate Leistung aus. Wie es um die tatsächliche Reichweite bestellt ist, werden wir im harten Test mit dem Serienfahrzeug herausfinden, die versprochenen 450 Kilometer wirken etwas optimistisch. Bemerkenswert ist die Konsequenz, mit der Toyota den BZ4X für den Geländebetrieb optimiert hat, obwohl das üblicherweise nicht der Haupteinsatzzweck eines Elektroautos ist.

Technische Daten

Toyota bZ4X 150 kW
Grundpreis 47.490 €
Außenmaße 4690 x 1860 x 1600 mm
Kofferraumvolumen 452 l
Höchstgeschwindigkeit 160 km/h
Verbrauch 0,0 kWh/100 km
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Toyota bZ4X
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