VW Golf R Variant im Fahrbericht

Erste Fahrt mit dem Power-Kombi

VW Golf R Variant Foto: Florian Steidle 18 Bilder

VW spendiert dem Golf Variant den 300 PS starken Vierzylinder-Turbo und heftet ihm einige R-Embleme ans Blech. Oder andersherum: den Golf R gibt es jetzt auch mit großem Kombiheck. Wie gut dem Power-Kombi der Spagat zwischen variablem Alltagswagen und Rennstrecken-Racer gelingt, klärt der Fahrbericht.

Zum aktuellen VW Golf R gibt es eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Sein Vorgänger, das erste R nach den herrlich krawallig klingenden Sechszylinder-Modellen Golf IV R32 und Golf V R32 geizte zwar nicht mit Leistung (270 PS), enttäuschte allerdings aus fahrdynamischer Sicht wegen seiner heftig eingreifenden Regelelektronik. In der siebten Golf-Generation knackt der R nicht nur die 300-PS-Marke, sondern erlaubt dem Fahrer auch das ESP komplett zu deaktivieren – eine für Volkswagen untypische Maßnahme, die sich aber als echter Volltreffer erweist. Nie war ein Golf stärker, und nie war ein Golf so alltagstauglich und sportlich. Das bestätigt auch der Supertest auf der Nordschleife von sport auto.

VW Golf R Variant nur mit DSG-Getriebe

Jetzt packen die Wolfsburger noch einen drauf und erweitern ihren Bestseller um einen sportlichen Kombi. Natürlich wird auch der VW Golf R Variant vom 300 PS starken Zweiliter-Turbovierzylinder (EA888) angetrieben, der sein maximales Drehmoment von 380 Nm zwischen 1.800 – 5.500 U/min auf die Antriebswelle stemmt. Die Kraftverteilung übernimmt wie bei der Limousine der 4-Motion-Allradantrieb mit Haldex-Kupplung. Selbst der Radstand von 2,63 Metern bleibt beim Kombi unverändert. Die einzigen Unterschiede sind also der 605 bis maximal 1.620 Liter große Laderaum, die auf knapp 4,60 Meter gewachsene Außenlänge, das Leergewicht von 1.574 kg (+98 kg) und die Tatsache, dass VW den Kunden keine Wahl beim Getriebe lässt und den R Variant unverständlicherweise nur mit dem Sechsgang-DSG-Getriebe anbietet.

Wie die Limousine soll auch der Variant den Sprint von Null auf Tempo 100 mit dem DSG-Getriebe in 5,2 Sekunden knacken. Die Höchstgeschwindigkeit ist wie gewohnt bei 250 km/h elektronisch abgeregelt. Exakt 7 l/100 km soll sich der R Variant im Fahrbetrieb schmecken lassen – natürlich unter genormten Bedingungen. Bei unserer etwa zweistündigen Fahrt durch das bergige, kurvendurchzogene Hinterland von Malaga gab der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von knapp unter 10 Litern an – bei überwiegend gemütlichem Cruisen mit gelegentlichen „Pedal to the Metal“-Überholmanövern und rasant durchfahrenen Kurven. So viel Spaß muss sein.

Fahrmodi bestimmen den Charakter des Golf R Variant

Und genau das ist es auch, was den Golf R Variant auszeichnet. Er beherrscht sowohl die ruhige als auch die harte Gangart. Je nach Vorliebe und Situation kann der Fahrer über die optionale Fahrprofiauswahl (Komfort, Normal, Race, Individual) unter anderem Einfluss auf die Lenkung, die Dämpfung oder das Ansprechverhalten des Motors nehmen. Im Komfort-Modus schluckt der R Unebenheiten sauber weg, der Motor hält sich akustisch zurück und springt erst spät auf Befehle vom rechten Fuß an, das DSG schaltet früh in hohe Gänge.

Wechselt der Fahrer per Fingertipp auf dem zentralen Touchscreen in den Race-Modus, tauscht der R Variant sozusagen die Kord-Hose gegen die Läufer-Leggins. Die Drehzahl im Standgas schraubt sich prompt um etwa 200 Umdrehungen höher, das Gaspedal reagiert sensibler, die Dämpfung ist spürbar straffer und das DSG hält die Gänge in höheren Drehzahlen. Gleichzeitig klingt auch der Motor deutlich kerniger, was aber daran liegt, dass er von einem Soundgenerator unterstützt wird, der das Geräusch über die Lautsprecher im Innenraum zusätzlich verstärkt.

VW Golf R Variant ab 42.925 Euro

Den sportlichen Fähigkeiten des Golf R Variant tut das aber keinen Abbruch. Das stellt der VW Golf Variant R auf dem Ascari Race Track unter Beweis. Mit dem Allradsystem stürmt der Power-Kombi traktionsstark voran. Aus Kurven zirkelt er dank der Drehmoment-Verteilung auf die kurvenäußeren Räder und leichten Bremseinsätzen am kurveninneren Rades neutral heraus, lässt dabei auch mal kontrolliert das Heck kommen ohne den Fahrer in brenzlige Situationen zu bringen. Unterschiede zu seinem kleineren Steilheck-Modell sind subjektiv nicht auszumachen und dürften auch bei objektiven Messwerten eher marginal ausfallen. Der Power-Kombi kann als alles so gut wie sein kleinerer Bruder, bietet darüber hinaus aber den größeren Kofferraum und somit den höheren Nutzwert.

Das hat natürlich seinen Preis. Mit einem Grundpreis von 42.925 ist der Golf R Variant knapp 4.000 Euro teurer als der normale R mit zwei Türen und Sechsgang-Schaltgetriebe. Wird dieser mit vier Türen (+ 900 Euro) und DSG (+1.950 Euro) ausgestattet, relativiert sich der Kombi-Aufschlag auf 1.075 Euro. Konkurrenz bekommt der R Variant übrigens ein mal mehr aus dem eigenen Haus mit dem neuen Seat Leon Cupra ST, der in der 280-PS-Variante ab 33.860 Euro in der Preisliste steht – mit Sechsgang-Schaltgetriebe.

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Technische Daten
VW Golf Variant R R
Grundpreis 43.450 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4596 x 1799 x 1467 mm
KofferraumvolumenVDA 605 bis 1620 l
Hubraum / Motor 1984 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 221 kW / 300 PS bei 5500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
Verbrauch 7,0 l/100 km
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