Eine der auffälligsten Änderungen am RB22 ist die Rückkehr zur Pushrod-Aufhängung, die sowohl an der Vorder- als auch an der Hinterachse zum Einsatz kommt. Im Gegensatz zum RB21, der mit einer Pullrod-Aufhängung an der Vorderachse ausgestattet war, verspricht die neue Konfiguration eine verbesserte Aerodynamik und eine präzisere Abstimmung des Fahrwerks. Laut Red Bull-Ingenieuren ermöglicht die Pushrod-Philosophie eine effizientere Integration der Federungskomponenten in das Chassis, was insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten Vorteile bringt.
Aerodynamische Innovationen
Auch in puncto Aerodynamik hat der RB22 einige Neuerungen zu bieten. Die schmalere Nase, die mit zwei Stelzen an der Außenseite mit dem Frontflügel verbunden ist, sorgt für eine optimierte Luftführung. Die Seitenkästen sind wie beim RB21 stark unterschnitten, jedoch wurden die Lufteinlässe überarbeitet, um die Kühlung des neuen V6-Hybrid-Motors zu verbessern. Besonders auffällig sind die dreieckig geformten Endplatten des Frontflügels, die scharfe Kanten aufweisen und so den Luftstrom gezielt lenken.
Vergleich der Unterboden-Konzepte
Ein weiterer Bereich, in dem sich der RB22 vom RB21 unterscheidet, ist der Unterboden. Während der RB21 auf ein eher konventionelles Design setzte, verfügt der RB22 über neue Leitbleche mit tiefen Schlitzen am vorderen Rand. Diese sollen den Luftstrom unter dem Fahrzeug stabilisieren und den Abtrieb erhöhen. Erste Simulationen zeigen, dass diese Änderungen zu einer verbesserten Balance und einem höheren Kurvengeschwindigkeits-Potenzial führen könnten.
Herausforderungen bei der Motorintegration
Die Zusammenarbeit mit Ford hat es Red Bull ermöglicht, den Elektro-Teil des neuen V6-Hybrid-Motors weiterzuentwickeln. Im Vergleich zum Honda-Antrieb des RB21 bringt der neue Motor nicht nur mehr Leistung, sondern auch eine effizientere Energierückgewinnung. Allerdings stellt die Integration des neuen Antriebsstrangs eine technische Herausforderung dar, da die Komponenten optimal auf das Chassis abgestimmt werden müssen. Laut Teamchef Laurent Mekies ist dies ein entscheidender Faktor für den Erfolg des RB22.
Erste Einschätzungen und Erwartungen
Obwohl der RB22 noch nicht auf der Strecke getestet wurde, sind die Erwartungen hoch. Die Renderings und technischen Daten lassen darauf schließen, dass Red Bull mit diesem Modell erneut ein konkurrenzfähiges Paket geschnürt hat. Doch die wahre Bewährungsprobe wird erst beim Saisonauftakt in Melbourne erfolgen, wenn der RB22 gegen die Konkurrenz antritt. Experten sind sich einig, dass die Kombination aus innovativer Technik und der Erfahrung von Max Verstappen entscheidend sein wird, um die Erfolgsgeschichte von Red Bull fortzuschreiben.












