Guanyu Zhou - Alfa Romeo - GP Aserbaidschan 2022 - Baku - Rennen Wilhelm
Max Verstappen - Red Bull - GP Aserbaidschan 2022 - Baku - Rennen
Podest - GP Aserbaidschan 2022 - Baku - Rennen
Charles Leclerc - Ferrari - GP Aserbaidschan 2022 - Baku - Rennen
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Aserbaidschan 2022 - Baku - Rennen 48 Bilder

Sie haben das Limit frei verfügbarer Artikel für diesen Monat erreicht.

Registrieren und kostenlos weiterlesen

Wir verwenden Ihre E-Mail Adresse, um Ihnen Angebote zu ähnlichen Produkten oder Dienstleistungen aus unserem Haus anzubieten. Sie können diesen Dienst jederzeit mit dem in der E-Mail befindlichen Abmeldelink beenden oder der Nutzung Ihrer Daten zu Werbezwecken widersprechen unter motorpresse@datenschutz.de.

Mit Ihrer Registrierung erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden und nehmen die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

Alfa-Sauber trauert nach Baku: Kühler stoppt Zhou

Alfa-Sauber trauert nach Baku Kühler stoppt schnellen Zhou

GP Aserbaidschan 2022

Monaco und Baku waren nicht die Rennen von Alfa Romeo. Alpine zog in der Team-WM vorbei. Rookie Guanyu Zhou ließ seinen Speed bis zum Ausfall aufblitzen. Der schnelle Chinese wird immer mehr zur tragischen Figur.

Die Serie riss. Von Australien bis Monaco punktete Alfa Romeo fünfmal in Folge. In Baku schrieb der Sauber-Rennstall die zweite Nullnummer der Saison nach Jeddah. Guanyu Zhou war in den Punkten, als ihn ein kaputter Motorkühler aus dem Rennen riss. Valtteri Bottas kämpfte 50 Runden lang mit einem widerspenstigen Auto. Der elfte Platz war eine Enttäuschung. Fast wäre dem Routinier noch Alexander Albon im deutlich langsameren Williams durchgerutscht.

Eigentlich schien der Alfa-Sauber C42 ein Meister der langsamen Kurven. Doch weder in Monaco noch in Baku glänzte das Auto bei geringen Geschwindigkeiten. In Monaco schadete man sich selbst. Beziehungsweise stolperte Alfa über die Ferrari-Technik. Die MGU-K streikte im ersten Training und verbannte Valtteri Bottas zum Zuschauen. Ab da rannte man einem passenden Setup hinterher. Und das ist in den Häuserschluchten so entscheidend.

Teamchef Frederic Vasseur urteilte. "Es gab 1.000 verschiedene Gründe, warum wir dort unserer Form hinterherliefen. Auf Stadtkursen sind langsamen Ecken auch anders als auf gewöhnlichen Rennstrecken. Monte Carlo hat uns gelehrt, dass dir das beste Auto nichts bringt, wenn du das Setup verhagelst."

Valtteri Bottas - Alfa Romeo - GP Aserbaidschan 2022 - Baku
Wilhelm
Die C5-Reifen sind nicht nach dem Geschmack von Alfa Romeo.

Schwammiger Bottas-Alfa

In Baku machte man diesbezüglich einen besseren Job. Doch wieder blieb Alfa hinter den Erwartungen. Erkenntnis im Team: die Kombination aus weichsten Reifen (C5) und viel Einschlagwinkel der Vorderreifen bekommt dem C42 nicht. Da wird die Aerodynamik gestört. Bottas und Zhou segelten aus Q2. "Wir wurden unter Wert geschlagen", wirft Teammanager Beat Zehnder ein. "Rote und gelbe Flaggen kamen uns in der Qualifikation dazwischen."

Im Rennen wurde die weichste Mischung in den Heizdecken gelassen. Prompt lief es besser. Aber nur für einen der Fahrer. Ausgerechnet Bottas quälte sich. Der Ex-Mercedes-Pilot erkannte sein Auto nicht. Es schwamm auf der Hinterachse. Besonders ausgangs von Kurve 16 und in den schnellen Kurven 17 und 18. Der Finne musste sogar vom Gas gehen, in einer Passage, die sonst mit Vollgas durchquert wird. Mit diesem Fahrverhalten war kein Blumentopf zu gewinnen. Die Ingenieure begeben sich auf Ursachenforschung. Irgendwas muss am Auto mit der Startnummer 77 faul gewesen sein.

Rookie Zhou machte vor, was im C42 steckt. Die Strategen holten ihn unter der ersten VSC-Phase zum Wechsel von Mediums auf harte Reifen. "Sein Tempo danach war unglaublich. Er ist ein super Rennen gefahren", bemerkte Teammanager Zehnder. Die Rundenzeiten bestätigen es. Zhou legte los wie die Feuerwehr und umrundete in den Runden 11 und 12 den Kurs mit Zeiten von 1:49.045 und 1:48.723 Minuten. Schneller als beispielsweise George Russell im Mercedes.

Zhou verpasst Platz sieben

Danach rutschte der Chinese für vier Umläufe in die 1:50er-Zeiten, als er an Lance Stroll und dem Teamkollegen vorbeimusste. Danach drehte er wieder auf. Hier die weiteren Rundenzeiten: 1:49.556 (Runde 17) – 1:49.432 (Runde 18) – 1:49.831 (Runde 19) – 1:49.903 (Runde 20). Teilweise schneller als Lewis Hamilton, nur langsamer als die Red Bull, Charles Leclerc und George Russell. Mit diesem Speed war Zhou schneller als Alpha Tauri, Alpine, Aston Martin und McLaren. Zehnder glaubt: "Guanyu hätte Siebter werden können, vor Alonso."

Stattdessen verbuchte er einen Ausfall. Einen besonders schmerzhaften, wie man am Funk hörte. Der Pilot konnte sein Pech nicht fassen. Auf Platz zehn liegend, bat ihn sein Renningenieur in die Box. Ein Kühler versagte. Das ist Alfa Romeo nun zum vierten Mal in dieser Saison passiert. Wasser tritt aus, der Druck fällt, die Temperatur steigt auf über 125 Grad. Ende. Sonst geht der Motor hoch. Der 23-Jährige kann einem leidtun.

Er hätte eigentlich schon viele Punkte auf dem Konto haben müssen. Es ist aber nur einer. "In Bahrain hätte er Achter werden können, doch der Boxenstopp misslingt. In Jeddah verhauen wir ihn wieder, sonst wird er sicher Siebter, wenn nicht sogar Sechster. In Imola hat er Pech im Sprint mit Unfall. In Monaco und Baku kommen in der Quali die roten Flaggen dazwischen", führt Zehnder aus. Oder anders: Da wird ein junger Fahrer deutlich unter Wert geschlagen. "Er wird komplett unterschätzt. Seine Leistungen sind sehr stark. Eigentlich fährt er überall super." Besonders im Rennen. In der Quali ist Zhou oft noch zu zögerlich, baut dafür aber auch keine Unfälle.

Valtteri Bottas - Alfa Romeo - GP Aserbaidschan 2022 - Baku
Wilhelm
Alfa Romeo beharrt darauf, dass der Budgetdeckel so bleibt, wie es das Regelwerk vorschreibt.

Streit um das Budget

Die Ersatzteillage ist angespannt. Deshalb fuhren beide Autos im Freitagstraining mit einem alten Unterboden. Erst ab Samstag schraubten die Mechaniker die neue Version an, die in Barcelona debütiert hatte. Mit der Entwicklung ist Alfa Romeo im Soll. Die Klagen von sechs Teams, die sich einen Inflationszuschlag wünschen, kann man in Hinwil deshalb nicht mehr hören. "Müssen sie halt ihre Entwicklung zurückschrauben. Das haben wir selbst auch getan", sagt die Teamführung.

Es klingt danach, als sei man zu keinen Kompromissen bereit. Aus Angst, die eigene Arbeit könnte wie beim Thema Mindestgewicht ein stückweit ausgehebelt werden. Vor der Saison hatte es die Formel 1 von 795 auf 798 Kilo erhöht. Zum Nachteil von Sauber, dessen Rennwagen der einzige an der Grenze war.

Davon, dass manche Teams bewusst die Budgetobergrenze übertreten könnten, wenn auch nur um ein paar Millionen, will man nichts wissen. Sauber fordert in so einem Fall eine harte Hand der FIA. Tenor: Wer sein Budget überziehe, und dafür für fünf oder sechs Rennen einen Vorteil durch neue Teile habe, gehöre bestraft. Vergleich: Wer auch nur ein paar Gramm unter dem Mindestgewicht liege, würde sofort disqualifiziert.

Der Blick geht zurück und nach vorn. Alfa-Sauber hat in acht Rennen zu viele Punkte liegengelassen. Mehr als 20, heißt es aus dem Team. Und von den eigenen Unzulänglichkeiten habe ausgerechnet McLaren profitiert, das den vierten Platz innehat. Alfa glaubt, dass man sonst dort stehen könnte. Ab Kanada will die Mannschaft aus Hinwil ihr Potenzial maximieren.

Formel 1 Aktuell Alpha Tauri - GP Kanada 2022 Alpha Tauri hofft auf Upgrades „Schnelle Kurven sind unser Feind“

Pierre Gasly erklärt, wo aktuell die Probleme bei Alpha Tauri liegen.

Mehr zum Thema GP Aserbaidschan
Guenther Steiner - Formel 1 - 2022
Aktuell
Perez - Verstappen - GP Aserbaidschan 2022 - Baku - Rennen
Aktuell
Perez - Verstappen - GP Aserbaidschan 2022 - Baku - Rennen
Aktuell
Mehr anzeigen