Adrian Newey zeigt Extrem-Design: Photoshop macht Aston-Geheimnisse sichtbar

Adrian Newey zeigt Extrem-Design
Photoshop macht Aston-Geheimnisse sichtbar

ArtikeldatumVeröffentlicht am 30.01.2026
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Er kam mit etwas Verspätung, aber das Warten hatte sich gelohnt. Eine Stunde vor dem Abpfiff der Session am Donnerstag (29.1.) rollte Lance Stroll erstmals mit dem neuen Aston Martin AMR26 auf die Strecke in Barcelona. Journalisten und Fans durften dem Spektakel nicht aus der Nähe beiwohnen. Trotzdem sprach sich das Ereignis blitzschnell über die sozialen Medien herum.

Auch die verstärkten Sicherheitsmaßnahmen konnten nicht verhindern, dass nur wenige Minuten nach dem Rollout erste Bilder von den Zaungästen außerhalb der Grand-Prix-Anlage die Runde machten. Und schon die unscharfen Paparazzi-Schüsse aus weiter Entfernung deuteten an, dass hier kein gewöhnliches Auto seine Jungfernfahrt absolvierte.

Vier langsame Installationsrunden schaffte der Neuwagen aus Silverstone, dann rollte Stroll aus und musste geborgen werden. Das reichte aber aus, um bei den Technik-Fans wahre Stürme der Begeisterung auszulösen. Am Abend veröffentlichte Aston Martin dann selbst über seine sozialen Kanäle noch einige Bilder. Die Schwarz-Weiß-Fotos sollten eigentlich die wichtigsten Technik-Tricks verbergen.

Aston Martin AMR26 - Test - Barcelona 2026
F1/FOM

Erste Highlights werden sichtbar

Dank der Bildbearbeitung mit Photoshop wurden dann aber doch einige spannende Details wieder sichtbar. Adrian Newey wurde seinem Ruf als der Extremist unter den Designern wieder einmal gerecht. Das fängt schon an der relativ breiten und bauchigen Nase an, die am zweiten Frontflügel-Element andockt. Das hat sonst nur noch Mercedes so gemacht.

Die Vorderradaufhängung weist wie bei den meisten anderen Autos ein Pushrod-System auf. Der obere vordere Querlenker setzt aber so weit oben an, dass im Monocoque eine kleine Stufe entsteht. Der hintere Arm ragt tief nach unten, was für eine extreme Anti-Dive-Charakteristik spricht. Die Anordnung verhindert also, dass die Front des Autos beim Bremsen eintaucht.

An den Seitenkästen geht es weiter mit den spannenden Lösungen. Im Gegensatz zu den Konkurrenzmodellen weisen die Kühleinlässe einen Unterbiss und keine verlängerte Oberkante auf. Diese Lösung kennen wir von Aston Martin schon aus der Vergangenheit. Sie ist aber von den Gegnern bisher nicht kopiert worden, was eigentlich kein gutes Zeichen war. Newey gibt der Lösung nun eine zweite Chance.

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Die Mutter aller Undercuts

Der Lufteinlass an der Airbox ist ähnlich wie bei Ferrari dreieckig geformt und relativ klein gehalten. An ihren Seiten sind kleine Leitbleche angebracht. Auch die "Hörner" ähneln dem Scuderia-Renner. Was weiter unten am Seitenkasten passiert, ist dagegen wieder einmalig. Hinter dem doppelt-geschlitzten "Bargeboard" sieht man durch den extremen Undercut viel freie Unterbodenfläche.

Weiter oben an der Motorhaube ist ein großer Kühlauslass in die ansonsten sehr eng anliegende Verkleidung geschnitzt worden. Er könnte ein Kompromiss sein, um bei den Testfahrten keine Probleme mit Überhitzung zu bekommen. Weiter hinten ist das Heck dafür extrem zusammengezogen. Oben zeigt der unlackierte Carbon-Renner eine große Finne an der Motorhaube.

Beim Blick auf die Hinterradaufhängung trauten die Technik-Fans ihren Augen kaum. Normalerweise docken die Arme der Querlenker innen am Getriebegehäuse an. Newey befestigte dagegen ein Element weit oben an den Stützen für den Heckflügel. Das haben wir so noch nie gesehen. Es scheint sich wie vorne um ein Pushrod-System zu handeln, allerdings lassen die verfügbaren Fotos noch Raum für Spekulationen.

Fazit