Ersatzteilproblem beim Honda-Motor: Gibt Aston Martin nach der Aufwärmrunde auf?

Ersatzteilprobleme beim Honda-Motor
Aston-Aufgabe nach der Aufwärmrunde?

GP Australien 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 02.03.2026
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Aston Martin steckt schon vor dem Saisonstart in Melbourne (8.3.) ganz tief in der Krise. Der neue Honda-Antrieb RA626H macht dem Team das Leben schwer. Bei den Testfahrten in Bahrain kam der AMR26 kaum zum Fahren. Während die Konkurrenz Longruns sammelte, blieb Aston Martin auffällig oft in der Garage. Und das, obwohl 2026 erstmals um Siege und WM-Titel in der Königsklasse gekämpft werden sollte.

Die Lage ist brisant. Besitzer Lawrence Stroll hat in Silverstone eine Hightech-Fabrik errichten lassen. Er hat Star-Designer Adrian Newey verpflichtet und auch in den Jahren davor hochrangige Ingenieure zu seinem Team gelockt. Statt Aufbruch herrscht jetzt jedoch Alarmstufe Rot. Das Problem sitzt im Herzen des Autos.

Nach Informationen der italienischen Ausgabe von "Motorsport.com" soll Honda erhebliche Zuverlässigkeitssorgen mit dem neuen Antrieb haben. Bei den Tests hatte es mehrere technische Defekte gegeben. Das belastete auch die Ersatzteilversorgung der Japaner. Zeitweise soll angeblich sogar ein Szenario im Raum gestanden haben, bei dem Aston Martin den Australien-Auftakt hätte auslassen müssen.

Fährt Aston Martin nur die Aufwärmrunde?

Das hätte nicht nur dem Image geschadet. Es hätte auch sportliche und vertragliche Folgen nach sich ziehen können. Ein Fernbleiben würde schnell als Bruch der kommerziellen Verpflichtungen gegenüber der Formel 1 gewertet. Deshalb wird Aston Martin in Melbourne antreten. Wahrscheinlich allerdings mit angezogener Handbremse.

Es ist gut möglich, dass das Team nur das Nötigste fahren will. Also eine Minimaldistanz, um offiziell als Starter zu gelten. Schon nach der Aufwärmrunde könnte der AMR26 wieder abgestellt werden. Der Plan klingt absurd. Er zeigt aber, wie groß die Sorgen sind. Wenn die Teile knapp sind und jeder Kilometer das Risiko erhöht, wird jeder Umlauf zum Rechenspiel. Zumal mit dem Grand Prix von China (15.3.) eine Woche nach dem Saisonstart direkt das zweite Rennen ansteht.

Parallel dazu haben die Beteiligten einen Krisenmodus gestartet. Neweys Leute stehen in engem Austausch mit Honda in Sakura. Die Prioritäten sollen gemeinsam festgelegt werden. Es geht nicht um Performance. Es geht um grundlegende Standfestigkeit.

Honda hatte in der vergangenen Woche (27.2.) selbst den Schritt an die Öffentlichkeit mittels einer Pressekonferenz gewagt. HRC-Geschäftsführer Ikuo Takeishi nannte die Ursache: Der Sechszylinder erzeugt Vibrationen. Diese sollen zum Ausfall der im Chassis verbauten Hybridbatterie führen. In Sakura und an der Strecke wird mit Hochdruck an der Lösung des Problems gearbeitet.

Honda - RA626H - Power Unit - Motor - Formel 1 - 2026
Honda

Andy Cowell weilt in Japan

Aston Martin will nicht nur zuschauen. Ex-Teamchef und Chef-Ingenieur Andy Cowell ist nach Japan gereist. Der Brite bringt Erfahrung aus der Hybrid-Dominanz von Mercedes mit. Wenn jemand weiß, wie man komplexe Antriebssysteme stabil bekommt, dann er. Doch die entscheidende Ressource fehlt: Zeit. Vor Melbourne sind schnelle Lösungen gefragt. Große Umbauten sind so kurz vor dem Saisonstart kaum machbar.

Während der Testfahrten in Bahrain soll Newey dem Honda-Motor ein schlechtes Zeugnis ausgestellt haben. Er deutete an, der Verbrenner habe nicht genug Leistung, um die Batterie mit der maximal erlaubten Energiemenge zu laden. Unter normalen Umständen wäre das kaum vorstellbar. In dieser Lage kann es aber auf eine konservative Abstimmung hindeuten. Oder es ist ein Hinweis auf einen grundlegenden Konstruktionsfehler. Klar ist nur, dass Aston Martin offenbar rund 80 PS fehlen.

Melbourne wird damit zum Wochenende der Schadensbegrenzung. Aston Martin muss das Auto an den Start bringen. Honda muss die Vibrationen in den Griff bekommen. Wenn das Team wirklich nur ein paar Runden dreht, wäre das ein Debakel. Und ein Fehlstart, den sich Aston Martin nach den Investitionen der letzten Jahre eigentlich nicht leisten kann.

Fazit