Deshalb wird Audis To-do-Liste trotz Fortschritten immer länger

Jonathan Wheatley ist mit Bahrain-Test zufrieden
Deshalb wird Audis To-do-Liste länger

ArtikeldatumVeröffentlicht am 13.02.2026
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Audi steht für Erfolg im Motorsport. In jeder Rennserie haben die Ingolstädter über kurz oder lang triumphiert. Ob bei den 24 Stunden von Le Mans, in der Rallye-WM oder in der DTM. Die vier Ringe feierten Siege und Meisterschaften. Ein Fleck ist allerdings noch auf der Weste: die Formel 1. Das soll sich in den nächsten Jahren ändern. Bis 2030 will man laut CEO Gernot Döllner um den Titel kämpfen.

Ein ambitioniertes Ziel. Schließlich gibt es ausreichend Beispiele, die das Scheitern von ehrgeizigen Projekten dokumentieren. Renault schaffte es seit 2016 nie, konstant die Top-Teams herauszufordern, und verzichtet sogar ab dieser Saison bei seiner Konzerntochter Alpine auf den französischen Antrieb. Als Mercedes-Kunde will man wieder nach vorne. Das strebt auch Audi-Gegner Aston Martin an. Aktuell ist das in Silverstone ansässige Team aber das Sorgenkind der Königsklasse. Trotz Adrian Newey. Trotz Honda-Power.

Das soll Audi nicht widerfahren. Zu Beginn geht es darum, sich stetig zu entwickeln und die Prozesse auf und neben der Strecke zu verbessern. Aus dem ehemaligen Sauber-Team soll eine F1-Macht werden. Mit Projektleiter Mattia Binotto und Teamchef Jonathan Wheatley hat Audi Führungskräfte, die wissen, wie man in der Formel 1 gewinnt.

Die Audi-Liste wird länger

Nach dem Aufgalopp während der Shakedown-Woche Ende Januar verblüffte Audi zu Beginn der offiziellen Testfahrten in Bahrain (11. bis 13. Februar) mit einem runderneuerten Auto. Der R26 setzt nun auf deutlich schmalere Seitenkästen und zieht die Blicke mit einigen ungewöhnlichen Lösungen auf sich. Umfassende Updates bedeuten jedoch viel Arbeit. Es müssen Daten gesammelt und verifiziert werden.

"Wenn ich mir meine To-do-Liste ansehe, dann wird sie immer größer", berichtete Teamchef Wheatley den Medienvertretern am Ende der Testwoche. "Du streichst viele Dinge ab, aber du fügst zehn neue hinzu, weil du nach noch kleineren Margen schaust", erklärte der Engländer die Detailarbeit und schob nach: "Die To-do-Liste wird nie abgehakt."

Auffällig ist, dass Audi bereits wie ein Top-Team agiert. Das Versteckspiel beherrscht der Neuling schon aus dem Effeff. Die Handschrift Wheatleys und auch Binottos ist zu erkennen. Die Sichtschutzwand vor der Garage ist dafür das beste Beispiel. Es wird nichts dem Zufall überlassen.

Jonathan Wheatley - Audi - Bahrain - Test - Formel 1 - 2026
xpb

Früher Start definierte A-Version

Audi war das erste Team, das sich auf der Strecke dieses Jahr gezeigt hatte. Am 9. Januar rollte der R26 bei einem Filmtag in Barcelona über die Strecke. Dass der Wagen sich optisch stark von der jetzigen Version unterschied, hatte einen simplen Grund: "Wir haben den Crashtest früh bestanden und haben das Auto früh zusammengebaut. Also definierst du ein aerodynamisches Paket, um das Auto in einem frühen Zustand zu fahren", verdeutlichte Wheatley.

"Im Vergleich zu diesem ausgeklügelten Paket, das wir jetzt im Auto haben, war es ziemlich grob, aber wir waren draußen, wir sind gefahren, wir haben Kilometer abgespult und ständig dazugelernt." Der langjährige Red-Bull-Sportdirektor zog in Bahrain ein erstes Zwischenfazit: "Ich bin ermutigt! Die Leute schauen auf uns und sie können die Leidenschaft und unseren Ehrgeiz sehen."

Auf Zeitenjagd ging man in der ersten Bahrain-Woche noch nicht. Bis auf kleinere Probleme lief der R26 zuverlässig. Das können andere, erfahrenere Teams und Hersteller nicht von sich behaupten. Wo Audi in Sachen Performance steht, ist aber für den Rennstall momentan noch unklar: "Wenn man mich nächsten Freitag fragt, habe ich eine etwas bessere Vorstellung", verwies Wheatley deshalb auf das Ende der zweiten Testfahrten in Bahrain, die vom 18. bis 20. Februar anstehen.

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