Regazzoni - GP Italien 1970 Motorsport Images
Monza - Steilkurve
GP Italien 1961 - Monza
GP Italien 1955 - Monza
GP Italien 1955 - Monza 25 Bilder
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100 Jahre Monza: Strenstunden, Tragödien & Rekorde

100 Jahre Autodromo di Monza Sternstunden, Tragödien & Rekorde

GP Italien 2022

Monza ist ein Synonym für Geschwindigkeit. Die Rennstrecke im königlichen Park feiert Geburtstag: 100 Jahre Monza stehen für eine Ansammlung von Sternstunden, Dramen, Anekdoten und Rekorden. Wir blicken noch einmal zurück.

Mal ganz ehrlich: Gibt es irgendeine Rennstrecke auf der Welt, in deren Namen mehr Motorsport mitschwingt als in Monza? Das schaffen Indianapolis, Le Mans, Monte Carlo und der Nürburgring zusammen nicht. Gibt es irgendein Rennen, wo es einen so packt, wenn man den Park, in dem das Autodromo Nazionale di Monza liegt, durch eines der gemauerten Tore betritt? Gibt es schönere Kurvennamen als Curva Grande, Lesmo oder Parabolica? Gibt es irgendeinen anderen Ort, den man so mit Sternstunden, Dramen und Rekorden assoziiert wie die drittälteste permanente Rennstrecke der Welt?

Monza ist ein Synonym für Geschwindigkeit. Reims, Spa, Silverstone oder der alte Österreichring haben die alte Dame herausgefordert, doch die schnellsten Runden wurden fast immer in Monza gefahren. 2020 drehte Lewis Hamilton mit 264,363 km/h Schnitt die schnellste Qualifikationsrunde der Formel 1. 2004 stellte Rubens Barrichello mit 257,320 km/h den absoluten Rundenrekord im Rennen auf. Und ein Jahr davor fuhr Michael Schumacher mit 247,586 km/h den schnellsten Grand Prix aller Zeiten. In einer Stunde und 14 Minuten war der Spuk vorbei.

Architekt Alfredo Rosselli hatte vor 100 Jahren den konkreten Auftrag, eine Highspeed-Strecke mit Allzweckeigenschaften zu bauen. Das unterschied Monza von den bereits bestehenden Anlagen in Indianapolis und Brooklands. Zum obligatorischen Oval kam noch ein Straßenkurs dazu, der unter einer der beiden Steilwände hindurchführt, sodass man beide Teile miteinander kombinieren konnte.

Actualfoto
Dramen und Tragödien. 1970 verliert Jochen Rindt kurz vor der Parabolica sein Leben.

Monza wurde zur Heimat fast aller Rennserien. Es gibt das 1.000-Kilometer-Rennen der Sportwagen, das in den 50er-Jahren noch unter dem Etikett "Supercortemaggiore" lief. Es gab den Motorrad-Grand-Prix, die Lotteria di Monza der Formel 3 und auch 42 Läufe zur Formel 2.

Zweimal, 1957 und 1958, ließ man die Europäer auf die Indianapolis-Asse los, doch der Grand Prix der zwei Welten wurde zum Reinfall. Die Autos der verschiedenen Serien waren einfach nicht kompatibel. Trotz aller Nebengeräusche verbindet man mit Monza immer die Formel 1. Der Tempel des Speeds zählt seit dem Gründerjahr 1950 zum Programm und setzte nur ein einziges Mal aus. 1980 bekam Imola den Zuschlag, weil Monza geforderten Sicherheitsmaßnahmen nicht rechtzeitig nachkam.

Historie und Atmosphäre

Der zweifache Monza-Sieger Jackie Stewart widmet dem heiligen Ort eine Hommage: "In Monza kommt alles zusammen, was Rennsport ausmacht: eine Strecke mit Charakter und Geschichte, die Atmosphäre, die Liebe zu Ferrari, große Sieger wie Nuvolari, Ascari oder Fangio." 1969 schrieb der fliegende Schotte bei seinem Sieg über Jochen Rindt, Jean-Pierre Beltoise und Bruce McLaren selbst Geschichte im Autodrom. Das Quartett kreuzte innerhalb von 0,19 Sekunden die Ziellinie.

Im Januar 1922 genehmigte der Automobilclub von Mailand für sechs Millionen Lire den Bau einer Rennstrecke im Norden der Stadt. 3.500 Arbeiter pflasterten zehn Kilometer Asphalt und stellten sieben Tribünen in nur 110 Tagen in die 688 Hektar große Parklandschaft. Die erste Veranstaltung am 3. September schrieb gleich die erste Anekdote. Nach dem tödlichen Unfall eines gewissen Fritz Kuhn im Training weigerte sich ein Großteil der Fahrer, am Rennen teilzunehmen. Nur fünf Aufrechte traten an. Es gewann Pietro Bordini in einem Fiat 501.

Ronnie Peterson - GP Italien 1978
Wilhelm
1978: Neun Autos spielen beim Start Pingpong. Ronnie Peterson wird schwer verletzt und stirbt am nächsten Tag bei einer Operation

Bis zu seinem 100. Geburtstag änderte Monza achtmal sein Gesicht. Zuerst wurden die beiden Streckenteile mit der Gegengeraden verbunden, dann sechs Schikanen eingebaut, weil bei einem Unfall von Emilio Materassi 27 Zuschauer starben. Vor dem Krieg fielen die Steilkurven. Von 1950 bis 1954 beschränkte sich die Formel 1 auf den Straßenteil, der über die neue Curva Sud auf 6,3 Kilometer verlängert wurde.

Für 1955 baute Monza das Oval neu auf, 4.250 Meter lang und mit zwei 320 Meter langen Steilkurven mit 38 Grad Neigung. Ein 180-Grad-Bogen namens Parabolica ersetzte die Curva Sud. In den Steilwänden wurden Geschwindigkeiten bis zu 260 km/h erzielt. "Wir sind, ohne zu lupfen, in die Steilwand eingefahren und haben uns ungefähr einen Meter von der Leitplanke am oberen Rand ferngehalten", erzählte Stirling Moss einmal. Die Sportwagen bogen noch bis 1969 einmal pro Runde auf die Extratour durch die überhöhten Kurven ab. Sie wurden allerdings durch zwei Bremskurven vor der Einfahrt entschärft.

Polizei stoppte Training

Viermal nutzte die Formel 1 das Oval, zuletzt 1961. Als der Veranstalter 1963 einen weiteren Versuch startete und die Fahrer meuterten, schritt die Polizei ein. Sie sperrte mitten im Training die Hochgeschwindigkeitstrasse mit der Begründung, dass die Sicherheit der Zuschauer auf der Außenseite nicht gewährleistet sei.

Danach erfuhr der Kurs hauptsächlich kosmetische Änderungen, um die Geschwindigkeiten zu drosseln. Ab 1972 unterbrachen erst zwei, ab 1976 vier Schikanen die Tempojagd. Die Rundenschnitte sanken von 251 auf 217 km/h, nur um bis 1990 wieder über 250 km/h zu klettern. Trotz Schikanen.

Scheckter & Villeneuve - GP Italien 1979
Motorsport Images
1979: Scheckter und Villeneuve sichern Ferrari mit einem Doppelsieg beide WM-Titel.

Nach der Jahrtausendwende verlor das Fahrerlager seinen Charme. Ein Flughafen-Terminal ersetzte das alte Boxengebäude. Das ganz alte Fahrerlager, das wie am Nürburgring wie ein quadratischer Fuchsbau angelegt war, ist heute ein Freilichtmuseum.

Die Sternstunden. Es gab viele, fast zu viele. Das erste WM-Finale 1950 zwischen dem Raubein Nino Farina und dem angehenden Maestro Juan Manuel Fangio. Der Eisenfuß gewann, weil Alfa Romeo lieber einen italienischen Weltmeister hatte. Die 45 Führungswechsel 1965 mit Jackie Stewart als Sieger. Jim Clarks legendäre Aufholjagd 1967, als er nach einem Reifenschaden eine Runde verlor, die wieder aufholte, in Führung ging und doch nicht gewann, weil seinem Lotus der Sprit ausging.

Der knappste Zieleinlauf der Geschichte, den Peter Gethin 1971 mit umgerechnet acht Zentimeter Vorsprung auf Ronnie Peterson für sich entschied. Das Comeback von Niki Lauda nach seinem Feuerunfall 1976. Die Kollision zwischen Ayrton Senna und Jean-Louis Schlesser 1988, die den totalen Triumph von McLaren mit 16 Siegen in 16 Rennen verhinderte. Die Siege von Michael Schumacher 2000 und 2003, die für den Mann im Ferrari-Dress die Wende im Titelkampf bedeuteten. Überraschungssiege wie die von Ludovico Scarfiotti 1966 oder Pierre Gasly 2020.

Der Tod fuhr lange mit

Monza steht auch für Tragödien. 1933 verloren mit Guiseppe Campari, Baconin Borzacchini und Stanislaw Czaykowski gleich drei Spitzenfahrer in einem Rennen ihr Leben. Alberto Ascari überschlug sich 1955 bei privaten Testfahrten in einem Ferrari 750 in der Vialone-Kurve. Die Passage trägt heute seinen Namen. Mit Wolfgang Graf Berghe von Trips starben 1961 nach einer Kollision mit Jim Clark auf der Anfahrt zur Parabolica 14 Zuschauer.

Sebastian Vettel - GP Italien 2008
Daniel Reinhard
2008: Beginn einer großen Karriere - Vettel feiert in Monza mit Toro Rosso seinen ersten GP-Sieg.

Jochen Rindt warf 1970 im Training zum GP Italien eine defekte Bremswelle aus der Bahn. Der Österreicher wurde posthum Weltmeister. Acht Jahre später wurde Ronnie Peterson Opfer einer Startkollision mit neun Autos. Die Sportwagenszene beklagte den Tod von Tommy Spychiger und Silvio Moser. Der Motorradsport verlor Rupert Hollaus, Jarno Saarinen und Renzo Pasolini. Dazu einen Streckenposten, der 2000 nach einem Massencrash in der Roggia-Schikane von einem herumfliegenden Rad erschlagen wurde.

Über die Jahre wurde Monza gezähmt. Unfälle im Autodrom sehen immer bedrohlich aus, doch Autos wie eine Ritterrüstung und eine entschärfte Rennstrecke lassen sie glimpflich ausgehen. Die Liebe zu Ferrari ist ungebrochen. Jeder Auftritt der roten Autos entfacht einen Jubelsturm. Doch die Ära, als noch 200.000 Zuschauer in den Park strömten, über die Mauern kletterten, Zäune durchschnitten und in den Plakatwänden hingen, ist abgelaufen.

Die Normalität hat Monza eingeholt und dem Rennen etwas vom alten Zauber genommen. Bis in die 70er-Jahre hinein kam Enzo Ferrari an den Trainingstagen noch persönlich nach Monza. In der Neuzeit ist es die Basis, die Monza erleben darf. Ferrari lädt seine Belegschaft in sein Wohnzimmer ein. In diesem Jahr wieder mit guten Chancen auf eine Party. Ferrari hat ein siegfähiges Auto.

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