Formel 1: Steuer-Behörden ermitteln gegen Formel-1-Piloten

Italien macht ernst
Formel-1-Piloten ins Visier der Steuerbehörden

GP Italien 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 21.04.2026
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Mit den italienischen Steuerbehörden ist nicht zu spaßen. Nach einem Bericht der in Bologna erscheinenden Zeitung "Il Resto del Carlino" sollen die Beamten aktuell versuchen, Abgaben auf Einkünfte nachträglich einzutreiben, die bei Grand-Prix-Wochenenden auf italienischem Boden erzielt wurden.

Angeblich hat die "Guardia di Finanza" in Bologna bereits Untersuchungen gegen Formel-1-Teams und Fahrer aufgenommen. Im Fokus steht die Frage, ob auf Einnahmen, die im Zusammenhang mit Rennen in Italien entstanden sind, auch ordnungsgemäß Steuern abgeführt wurden.

Das italienische Steuerrecht ist hier sehr strikt. Demnach müssen ausländische Sportler, die in Italien an Wettkämpfen teilnehmen, ihr dort erzieltes Einkommen grundsätzlich auch in Italien versteuern. In der Praxis setzten die Behörden diese Regel jedoch bislang nur uneinheitlich um. Zahlungen wurden in der Vergangenheit weder von Fahrern noch von Teams eingefordert.

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Piloten müssen Dokumente vorlegen

Doch damit könnte nun Schluss sein. Wie die Webseite "RacingNews365" berichtet, sollen die Ermittler bereits Untersuchungen gegen alle Piloten gestartet haben, die aktuell in der Formel 1 unterwegs sind bzw. in den vergangenen Jahren an den Rennen in Italien teilgenommen haben. Angeblich sind Behörden bereits in den drei Provinzen aktiv geworden, in den Grand-Prix-Events in der jüngeren Vergangenheit stattgefunden haben – also in Monza, Imola und Mugello.

Die Fahrer sollen bereits schriftlich kontaktiert worden sein. Demnach wurden sie aufgefordert, Steuererklärungen für das Steuerjahr 2025 einzureichen und sich entweder persönlich oder über Anwälte bei den Behörden zu melden, um das weitere Vorgehen zu klären. Die Behörden streben angeblich eine rückwirkende Aufarbeitung an. Dabei könnten Nachforderungen über mehrere Jahre im Raum stehen.

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Bei Verstößen drohen Geldstrafen

Dass die Rennfahrer besonders in den Fokus gerückt sind, liegt natürlich auch an den hohen Einkünften. Um die Einnahmen möglichst genau zu beziffern, sollen die Prüfer laut "RacingNews365" auch Einblick in Fahrer- und Sponsorenverträge verlangt haben.

Verstöße könnten hier ernsthafte Konsequenzen haben. Übersteigt die hinterzogene Steuer einen Betrag von 50.000 Euro, kann das laut italienischem Recht als Straftat gewertet werden. Dann drohen neben Nachzahlungen auch empfindliche Geldstrafen.

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