Geänderte Formel-1-Regeln für 2026: So funktioniert das neue Quali-Format

Geänderte Formel-1-Regeln für 2026
So funktioniert das neue Quali-Format

ArtikeldatumVeröffentlicht am 06.01.2026
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Dass die Formel 1 in der kommenden Saison etwas anders aussehen wird, dürften die meisten Fans mittlerweile mitbekommen haben. Die Autos werden zehn Zentimeter schmaler und 20 Zentimeter kürzer. Die Reifen gehen die kompakteren Proportionen mit. Die Lauffläche verschlankt sich vorne um zweieinhalb und hinten um drei Zentimeter. Kleinere Dimensionen bedeuten auch weniger Gewicht: Die Autos dürfen 768 Kilogramm auf die Waage bringen, rund 30 Kilogramm weniger als bisher.

Wegen verschärfter Sicherheitsanforderungen und der neuen Antriebstechnik, die dank erhöhtem Hybrid-Anteil ein gutes Stück schwerer ist, wird es jedoch nicht leicht für die Ingenieure, die Untergrenze beim Gewicht überhaupt zu erreichen. Über die neuen Motoren, die künftig fast die Hälfte der Power in elektrischer Form bereitstellen, haben wir schon viel geschrieben. Die Piloten müssen damit im Rennen erheblich mehr Energie-Management betreiben als bisher.

Besonders spannend wird der Kampf der Benzin-Partner. Die Qualität der neuen nachhaltigen Spritmischungen dürfte zu einem echten Performance-Faktor werden. Hier erwarten wir regelmäßige Updates in der Saison, so wie es auch bei der Aerodynamik der Fall ist. Apropos Aerodynamik: Das DRS, wie man es bisher kannte, fällt weg. Die Flügel dürfen sowohl vorne wie hinten künftig auf allen Geraden flachgestellt werden, um den Luftwiderstand zu reduzieren und den Spritverbrauch zu senken.

Die neue Überholhilfe heißt künftig "Overtake"-Modus. Dabei bekommen Fahrer, die näher als eine Sekunde am Vordermann dran sind, mehr Power zur Verfügung gestellt. Es gibt aber nur noch einen Messpunkt pro Runde, an dem der Abstand gemessen wird. Die Leistung kann der attackierende Fahrer dann auf einen Schlag oder in kleinen Portionen abrufen. Hier heißt es künftig, strategisch clever zu agieren.

Rendering - Reglement 2026 - Formel 1
Formel 1

Cadillac verändert Qualifying

2026 ist aber nicht nur die Technik der Autos neu. Es gibt auch noch einige weitere Nachbesserungen im sportlichen Reglement. So musste zum Beispiel das Qualifying-Format angepasst werden, weil mit Cadillac ein weiteres Team dazu stößt. In den ersten beiden K.-o.-Runden fliegen künftig nicht mehr fünf, sondern sechs Autos raus, um dann – wie bisher – mit zehn Autos in das Q3-Finale zu starten.

Nicht nur die Zahl der Teams, sondern auch die Größe der Teams wächst. Statt 58 Mitarbeitern, die sich um den Einsatz der neuen Autos kümmern, sind in der kommenden Saison 60 Angestellte pro Rennstall an der Strecke erlaubt. Dabei bleibt es aber nicht langfristig: In der Saison 2027 soll das Limit direkt auf 59 Mitarbeiter reduziert werden, 2028 will man dann wieder auf den bisherigen Stand von 58 Teammitgliedern kommen.

Die Teams dürfen insgesamt mehr ausgeben. Der Budget-Deckel wurde von 135 Millionen US-Dollar auf 215 Millionen US-Dollar angehoben. Das hört sich erst einmal viel an. Allerdings müssen zahlreiche Ausnahmen, die bisher nicht mitgerechnet wurden, künftig im Budget mitverbucht werden. Rechnet man noch die Inflation rein, liegen die Ausgaben ungefähr auf dem gleichen Stand wie bei Einführung des Budget-Deckels.

Rote Flagge - GP Niederlande  - Zandvoort - 2025
xpb

Höhere Gebühren gegen Protestflut

Dazu gibt es noch jede Menge Kleinkram. So steigt die Protestkaution von 2.000 auf 20.000 US-Euro an. Das soll verhindern, dass die Teams wegen jeder Kleinigkeit Einspruch bei der FIA erheben. Wird der Protest nicht zugelassen, ist das Geld verloren und wird auch dem Budget-Deckel zugerechnet.

Bei Sprint-Wochenenden kann die Rennleitung in Ausnahmefällen das einzige Freie Training verlängern, wenn es zum Beispiel durch Unfälle zu mehreren Unterbrechungen gekommen ist. Apropos Unterbrechung: Bei roten Flaggen im Qualifying werden die Zeiten aller angefangenen Runden gestrichen, selbst wenn eine Runde noch beendet wird.

Auch bei der Superlizenz gibt es kleine Anpassungen: Für gute Ergebnisse in der IndyCar-Serie werden künftig mehr Punkte als bisher für den Formel-1-Führerschein angerechnet. Wer noch keine Superlizenz besitzt, aber schon in einem Grand-Prix-Renner testen darf, muss künftig mit einem blauen und nicht mehr mit einem grünen Rücklicht fahren, um den Anfänger-Status zu signalisieren.

In dieser Saison haben sich die Teams mit der FIA auf drei Testwochen geeinigt – eine in Barcelona, zwei in Bahrain. Damit sollen die neuen Autos ausgiebig auf Herz und Nieren erprobt werden. Für 2027 ist jetzt schon schriftlich festgehalten worden, dass das Testprogramm wieder auf eine einzige Testwoche reduziert wird, um Kosten zu sparen.

Fazit