Die technische Herausforderung für Ingenieure und Fahrer ist dieses Jahr riesig. Die FIA hat aber nicht nur an den großen Stellschrauben im Technik-Reglement gedreht, sondern auch noch ein paar kleinere Veränderungen eingeführt. Auch wenn sie nicht ganz so große Auswirkungen auf die Performance haben, dürften sie für die Formel-1-Fans nicht uninteressant sein.
Dass sich jetzt Blinker in den Außenspiegeln befinden, hatten wir Ihnen an dieser Stelle schon vor einiger Zeit erklärt. Die gelben LED-Lichter sollen nicht etwa die Fahrtrichtung anzeigen, sondern andere Piloten warnen, wenn ein Auto in langsamer Fahrt unterwegs ist oder irgendwo unplanmäßig zum Stehen kam. Wie bei Warnblinkern am Auto leuchten die LEDs in den Außenspiegeln immer gemeinsam.
Darüber hinaus gibt es aber noch ein paar weitere Neuigkeiten, was die Lichtsignale angeht. Für Fans besonders gut sichtbar ist das neue Rücklicht unter dem Auspuffrohr. Früher hat man diese Leuchte gerne mal als Regenlicht bezeichnet. Heute spricht der Fachmann offiziell vom "Rear Impact Structure Light" – also dem Licht an der hinteren Crashstruktur.

Die Onboard-Kamera auf dem Dach trägt jetzt drei Antennen. Die drei Lichtelemente im Heck blinken je nach Situation unterschiedlich.
Licht zeigt Modus an
Sie leuchtet auch nicht mehr nur, wenn der Fahrer am Lenkrad in den Regenmodus schaltet, sondern zeigt gemeinsam mit dem dünnen LED-Streifen an der Heckflügel-Endplatte an, wenn sich das Auto in der Rekuperationsphase befindet und die Batterien lädt. Auch beim Einschalten des Pit-Limiters in der Boxengasse, beim Aktivieren der Startsequenz oder bei Unfällen blinken die Rückleuchten je nach Situation in einem unterschiedlichen Rhythmus.
Während die LEDs am Heckflügel nur rot leuchten können, hat das zentrale Licht an der Crashstruktur noch eine andere Farbe zu bieten. Wenn das Licht blau leuchtet, soll es anderen Piloten normalerweise anzeigen, dass ein unerfahrener Pilot im Cockpit sitzt. Aston Martin verwendete das blaue Licht beim Barcelona-Shakedown aber auch als zusätzliche Warnung an die anderen Piloten, weil das Newey-Auto selbst auf den Geraden nur mit Halbgas unterwegs war.

Die oval-runde Form des zentralen Rücklichts ist nicht nur ein Design-Element. Im Inneren des Kreises entsteht Platz für eine Mini-Kamera.
Rücklicht mit kleinem Geheimnis
Beim Blick auf das zentrale Rücklicht ergibt sich fast automatisch noch eine weitere Frage: Warum sind die LEDs jetzt nicht mehr als rechteckiger Block, sondern in Form eines runden Ovals angeordnet? Die Antwort lieferte ein genauer Blick auf die Autos beim Test in Bahrain. Er verriet, dass es sich nicht nur um ein Design-Feature handelt.
Innen im Kreis befindet sich nun nämlich eine zusätzliche Onboard-Kamera, die nach hinten gerichtet ist. Nicht alle Teams hatten die Mini-Kamera bei den Probefahrten schon verbaut. Spätestens zum Saisonstart sollen aber alle 22 Rennwagen damit ausgestattet werden, um während der Fahrt faszinierende Bilder vom angreifenden Hintermann aufzuzeichnen.
In Bahrain konnte man aber bereits erkennen, dass die Kamera in einem kleinen rechteckigen Gehäuse sitzt. Wie alle Onboard-Kameras wurde auch die neue Mini-Kamera im Heck von der Formel 1 selbst hergestellt. Dafür hat die Rennserie in ihrer Zentrale am Flughafen in Biggin Hill bei London ein kleines Entwicklungszentrum eingerichtet.
Für 2026 haben die Experten auch an der Übertragungsqualität der Onboard-Aufnahmen gearbeitet. Auf der Oberseite des Gehäuses der Kamera auf der Airbox sind nun drei und nicht mehr nur zwei Knubbel zu erkennen. Hier sind die Antennen versteckt.












