Carlos Sainz - Ferrari - Barcelona-Test - DRS - 2022 Wilhelm
Umbau - Albert Park Circuit - GP Australien - 2021
Umbau - Albert Park Circuit - GP Australien - 2021
Umbau - Albert Park Circuit - GP Australien - 2021
Umbau - Albert Park Circuit - GP Australien - 2021 23 Bilder

Vorschau GP Australien: Streckendaten und Zeitplan

Vorschau GP Australien 2022 Melbourne-Comeback mit 4x DRS

GP Australien 2022

Für das Comeback des Australien-GPs versprechen die Veranstalter ein riesiges Spektakel. Die Strecke im Albert Park wurde seit dem letzten Besuch großflächig umgebaut. Gleich vier DRS-Zonen sollen ordentlich für Action sorgen. Auch Pirelli will mit seiner riskanten Reifenwahl zur guten Unterhaltung beitragen.

Der Grand-Prix-Zirkus ist endlich wieder zurück in Australien. Mit der Absage des Melbourne-Rennens kurz vor dem ersten Freien Training begann hier 2020 die große Corona-Krisenzeit in der Königsklasse. Nun, drei Jahre später, boomt die Formel 1 mehr als jemals zuvor. Und obwohl die Pandemie noch längst nicht vorbei ist, müssen sich die Fans aktuell keine Sorgen mehr um Absagen machen.

Die Organisatoren haben die Pause seit dem letzten F1-Gastspiel genutzt, um den Traditionskurs im Albert Park neu zu asphaltieren und einige Passagen umzubauen (siehe Galerie). Zusammen mit der neuen Rennwagen-Generation soll das den Action-Faktor spürbar erhöhen. Vor der Pause hielt sich die Zahl der Überholmanöver pro Rennen in Melbourne meist im einstelligen Bereich. Die Fans sind auf jeden Fall schon heiß auf ein großes GP-Spektakel. Trotz erhöhter Tribünenkapazitäten sind die Tickets seit Wochen ausverkauft.

Bei einer komplett umgebauten Strecke und einer immer noch sehr frischen Rennwagen-Generation können sich die Zuschauer auf einige Überraschungen freuen. Ferrari reist nach vier Podiumsplätzen in den ersten beiden Rennen als klarer WM-Spitzenreiter an. Doch Red Bull lag zuletzt immer auf Augenhöhe mit der italienischen Konkurrenz. Es gibt keinen Grund, warum das heiße Duell zwischen Max Verstappen und Charles Leclerc nicht weitergeführt werden sollte.

Das Aufstehen zum F1-Frühstücksfernsehen am Sonntag (Rennstart 7 Uhr) sollte sich also lohnen. Das Wetter scheint beim großen Melbourne-Comeback ebenfalls mitzuspielen. An allen Tagen des Wochenendes sind trockene Bedingungen vorhergesagt. Richtung Rennsonntag soll das Quecksilber sogar auf bis zu 27°C klettern. Die Ingenieure werden sich über die konstanten Bedingungen freuen. Noch immer fehlen mit den neuen Autos Erfahrungswerte.

Die Strecke: Albert Park Circuit

Der 1953 eröffnete Albert Park Circuit bildete früher stets den traditionellen Start in eine neue F1-Saison. Mit ein paar Extra-Millionen für Liberty Media kaufte Bahrain der australischen Konkurrenz dieses Privileg zuletzt jedoch ab. Aber auch ohne den Reiz des Auftaktrennens ist Melbourne immer eine Reise wert. Auch wenn sich Überholen auf den öffentlichen Parkwegen meist schwierig gestaltete, gab es oft viel Spektakel. Fahrfehler werden hier hart bestraft. Die Kiesbetten sind tief, die Mauern stehen gefährlich nahe am Streckenrand. Safety-Car-Einsätze sind eher die Regel als die Ausnahme.

Ab dieser Saison soll es nun auch endlich mit dem Überholen klappen. Die Veranstalter setzen ihre Hoffnungen nicht nur in die neue Rennwagen-Generation, sie haben auch noch die Strecke großflächig umgebaut, um Angreifern die Attacke zu erleichtern. In den Kurven T1, T3, T6, T13 und T15 wurde die Piste verbreitert, um mehr Platz für Manöver zu schaffen. Die alte Schikane T9/T10 wurde komplett beseitigt. Hier rasen die Piloten jetzt mit Vollgas durch. Der Kurs ist insgesamt flüssiger gesteckt und damit deutlich schneller. Die Rundenlänge schrumpfte von 5,303 auf nur noch 5,275 Kilometer, was aber keine Auswirkungen auf die Zahl der Rennrunden (58) hat.

Auf den verlängerten Vollgaspassagen ließ die FIA überall DRS-Zonen einrichten. Insgesamt dürfen die Piloten nun vier Mal pro Runde den Flap am Heckflügel hochklappen. Das gab es in der Formel 1 noch nie. Ob ein Fahrer das DRS im Rennen aktivieren darf, wird aber nur an zwei Stellen gemessen (vor T7 & T13). Liegt der Rückstand auf den Vordermann unter einer Sekunde, bekommt ein Pilot den Top-Speed-Vorteil also jeweils gleich für die zwei anschließenden DRS-Zonen. Noch ist unklar, ob der DRS-Vorteil genauso groß ist wie zuletzt in Jeddah und ob es damit an den Messstellen wieder zu einem Katz-und-Maus-Spiel kommt.

Pirelli - Streckengrafik - GP Australien 2022
Pirelli
Pirelli will mit der ungewöhnlichen Reifenauswahl C2, C3 und C5 für Strategie-Action sorgen.

Fast Facts:

Streckenlänge: 5,275 km

Rundenanzahl: 58

Renndistanz: 305,95 km

Rundenrekord (Rennen): 1:24,125 s (Michael Schumacher, 2004)

Pole-Position 2019 (absoluter Rundenrekord): 1:20.486 min. (Lewis Hamilton, Q3)

Anzahl Kurven: 14 (5 links/9 rechts)

Distanz Pole zum Bremspunkt für T1: 260 Meter

Länge Boxengasse: 280 m

DRS-Zonen: T2-T3 / T8-9 / T10-T11 / T14-T1

Reifensorten: C2 (Hard), C3 (Medium), C5 (Soft)

Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 60 % (letzte 5 Australien-GPs)

Umbau - Albert Park Circuit - GP Australien - 2021
Australian GP
Wie wirkt sich das neue Layout auf das Setup aus? Im Freien Training müssen die Piloten erst einmal Daten sammeln.

Das Setup:

Wegen der vielen engen Kurven und den harten Beschleunigungsphasen aus langsamen Ecken waren in Melbourne früher vor allem Traktion und Bremsstabilität gefragt. Gefahren wurde mit einer relativ weichen Federung und viel Bodenfreiheit. Wir sind gespannt, wie sich das mit dem flüssigeren Streckenverlauf und der tief liegenden neuen Rennwagen-Generation ändern wird.

Das Setup muss wegen des stark steigenden Grips über das Wochenende immer angepasst werden. Haftung ist vor allem auf der Vorderachse gefragt. In den langsamen Ecken muss das Auto dorthin fahren, wo der Pilot hinlenkt. Untersteuern kostet wertvolle Zehntelsekunden. Auch eine gute Bremsstabilität ist wichtig. Hat der Fahrer Vertrauen und einen guten Rhythmus, spiegelt sich das direkt in der Rundenzeit wider.

Der neu verlegte Asphalt im Albert Park soll deutlich rauer sein als die sehr glatte Oberfläche, mit der die Piloten früher zu kämpfen hatten. Die Organisatoren hoffen, dass damit mehr als nur ein Boxenstopp im Rennen fällig ist, wie es früher stets der Fall war. Zu mehr Strategie-Action soll auch die verbreiterte Boxengasse beitragen, in der das Tempo von 60 km/h auf 80 km/h erhöht wurde. Die Piloten verlieren bei einem Reifenwechsel also nicht mehr so viel Zeit.

Apropos Reifen: Auch Pirelli trägt seinen Teil zum Spektakel bei. Die drei verwendeten Mischungen liegen nicht wie sonst üblich direkt nebeneinander. Gefahren wird stattdessen mit den Sorten C2, C3 und C5. Der C4 wird also übersprungen. Gut möglich, dass der ganz weiche C5-Gummi nur für das Qualifying taugt und im Rennen vor allem die härteren Mischungen zum Einsatz kommen. Schafft es ein Fahrer, den C5 über die Distanz am Leben zu halten, könnte das zu einem Vorteil werden.

Mercedes  - Formel 1 - GP Saudi-Arabien 2022
Wilhelm
Mercedes hat für den Ausralien-Trip ein paar neue Teile im Gepäck.

Die Updates:

Seit dem letzten Rennen in Saudi-Arabien sind zwei Wochen vergangen. In der Zwischenzeit dürften die Ingenieure in den Fabriken sicher einige neue Teile nachgelegt haben. Vor allem beim Unterboden und den Flügel-Flaps erwarten wir Upgrades. Die ersten richtig großen Pakete sollen bei den meisten Teams aber erst beim Europa-Auftakt in Imola kommen. Nur bei Mercedes scheint für Melbourne schon eine größere Ausbaustufe in Planung zu sein, die unter anderem einen neuen Heckflügel und einen neuen Beam-Wing (zwischen Heckflügel und Diffusor) beinhaltet.

Auch bei der Technik unter der Haube müssen viele Teams nachlegen. In Jeddah kamen zuletzt nur zwölf von 20 Autos ins Ziel. Wegen der vorhergesagten hohen Temperaturen dürfte wohl auch Melbourne zu einer harten Materialschlacht werden. Wie man hört, bekommt Fernando Alonso beim dritten Rennen des Jahres schon die dritte neue Antriebseinheit eingebaut. Bei Daniel Ricciardo hatte in Jeddah das Getriebe gestreikt. Auch hier sind wohl neue Teile fällig. Noch dürften alle Piloten straffrei tauschen. Aber es ist wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis die ersten Rückversetzungen ins Haus stehen.

Parc Fermé  - Formel 1 - GP Saudi-Arabien 2022
xpb
Im engen Mittelfeld kommt es wohl wieder auf die Zuverlässigkeit an.

Die Favoriten:

In den ersten beiden Rennen fuhren Ferrari und Red Bull in einer eigenen Liga. Es gibt keinen Grund, warum das in Melbourne anders sein sollte. Wenn bei Max Verstappen alles passt, scheint er das stärkste Paket zu haben. Allerdings scheint der RB18 nicht so einfach abzustimmen zu sein wie das Konkurrenzmodell von Ferrari. Das könnte Charles Leclerc und Carlos Sainz auf dem umgebauten Kurs im Albert Park in die Karten spielen. Weil uns sowohl mit der Strecke als auch mit den Autos noch Erfahrungswerte fehlen, wollen wir uns an dieser Stelle nicht auf einen Favoriten festlegen.

Dahinter wird es spannend zu sehen, wie weit Mercedes die Lücke mit den geplanten Upgrade-Teilen verkleinern kann. Zuletzt in Jeddah wurde es noch nichts mit der angekündigten Aufholjagd. Das Bouncing-Problem auf den Geraden bremste den W13 nachhaltig ein. Immerhin konnte zumindest George Russell die Konkurrenz aus dem Mittelfeld hinter sich auf Distanz halten.

In Melbourne werden sich wieder eine ganze Reihe von Teams um die letzten Punkte streiten. Die Alpine hinterließen zuletzt einen guten Eindruck, kämpften aber mit der Zuverlässigkeit. Das gleiche lässt sich auch über Alpha Tauri und Alfa Romeo sagen. Kevin Magnussen muss man ebenfalls auf der Rechnung haben. Der Däne fuhr bei seinem F1-Debüt 2014 im Albert Park direkt auf Rang zwei. Bei seinem letzten Haas-Auftritt in Melbourne 2019 wurde er Neunter.

Mick Schumacher muss sich auf der für ihn noch unbekannten Strecke anstrengen, wenn er mit seinem Teamkollegen mithalten will. Vielleicht bekommt Schumi Jr. ja ein paar Tipps von Sebastian Vettel. Der Heppenheimer ist nach überstandener Corona-Infektion endlich wieder einsatzbereit. Er beginnt seine Saison nach zwei Rennen Pause mit dem GP Australien. Aston Martin hat angekündigt, dass man in jedem Rennen neue Teile bringen will. Ob das den AMR22 endlich zu einem Punktekandidaten macht, bleibt aber abzuwarten.

Highlights GP Australien 2019

Daniel Ricciardo - GP Australien 2019
Motorsport Images
Daniel Ricciardo - GP Australien 2019 Charles Leclerc - GP Australien 2019 Daniel Ricciardo - GP Australien 2019 Robert Kubica - GP Australien 2019 58 Bilder

So lief das letzte Rennen – GP Australien 2019

Beim Saisonstart 2019 räumte überraschend Valtteri Bottas den Siegerpokal ab. Der Mercedes-Pilot schoss schon am Start an Pole-Setter Lewis Hamilton vorbei. Die endgültige Entscheidung im Duell der beiden Silberpfeile fiel durch einen frühen Stopp von Verfolger Sebastian Vettel in Runde 14, der Hamilton zur Abwehr des Undercuts ebenfalls an die Box zwang.

Selbst mit frischen Gummis konnten die beiden Verfolger das Tempo von Bottas an der Spitze nicht mitgehen. Der Finne kam erst in Runde 23 und kontrollierte anschließend gemütlich das Tempo. Im Ziel hatte er 20,8 Sekunden Vorsprung auf Hamilton. Und er sicherte sich kurz vor Schluss auch noch die schnellste Rennrunde und damit einen Extra-Punkt, der damals erstmals vergeben wurde.

Sebastian Vettel musste für den riskanten frühen Boxenstopp am Ende bezahlen. In Runde 30 übernahm Max Verstappen, der erst fünf Runden zuvor beim Boxenstopp war, den letzten Podiumsplatz. Mit DRS-Hilfe flog der Red Bull vor Kurve 3 locker am Ferrari vorbei. Verstappen versuchte anschließend auch noch Hamilton zu attackieren. Doch der Weltmeister war einen Tick zu schnell.

Für Lokalmatador Daniel Ricciardo war die Jagd nach Punkten schon nach wenigen Metern beendet. Zum Ärger seiner vielen Fans musste der Renault-Pilot am Start auf die Wiese ausweichen. Weil genau an dieser Stelle ein kleiner Service-Weg für eine Bodenwelle sorgte, verlor das gelbe Auto den Frontflügel. Der Reparaturstopp warf Ricciardo weit zurück. In Runde 31 gab der Australier dann endgültig auf. Den Service-Weg, der Ricciardo damals zum Verhängnis wurde, ließen die Veranstalter im Zuge der Neuasphaltierung übrigens beseitigen.

Zeitplan GP Australien 2022

Session Termin
Freies Training 1 Fr. 8. April - 5 Uhr
Freies Training 2 Fr. 8. April - 8 Uhr
Freies Training 3 Sa. 9. April - 5 Uhr
Qualifikation Sa. 9. April - 8 Uhr
Rennen So. 10. April - 7 Uhr
Formel 1 Aktuell Mercedes - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - 2022 Power Ranking GP Spanien 2022 Besuch von Mercedes

Das Upgrade-Festival hat nicht viel an der Reihenfolge im Feld geändert.

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