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Kauftipp Fiat Multipla ab 2.500 €

Ist das das peinlichste Auto aller Zeiten?

Mit dem Multipla bewies Fiat 1999 großen Mut – ein 6-Sitzer im Nasenbärdesign, auf Wunsch mit Erdgasantrieb. Das Design polarisiert. Obwohl: Behaupten, dass er ein schönes Auto ist, wird wohl keiner. Doch darum geht es bei dem mit viel Herzblut entwickelten Multipla auch nicht.

Mehr Herzblut und Enthusiasmus als in ganzen Punto-Generationen

Nein, ich bin sonst keiner, der gern Mauerblümchen zum Stehblues bittet. Dass mich der Fiat Multipla dennoch auf seine Weise berührt, liegt nicht am etwas belämmerten Blick aus insgesamt drei Scheinwerferpaaren. Und auch nicht am Rest des – nun ja – ausgefallenen Designs, von dem eine Freundin sagte, es erinnere sie an jene Hunderasse mit dem zu großen, faltenreichen Fell.

Ich mag diesen seltsamen Fiat, weil er ein so eigenwilliges, mutiges Auto ist. Wann haben zum letzten Mal italienische Automanager den Mut zu einem wirklich ausgefallenen Auto gehabt? Der FIat Multipla entschädigt mich für viele ebenso beliebige wie belanglose Autos, die der Fiat-Konzern seither produziert hat. Oder anders gesagt: In ihm stecken mehr Herzblut und Enthusiasmus als in ganzen Punto-Generationen.

Fiat Multipla ist ein unverstandenes Automobil

Das haben all jene nicht verstanden, die Häme und Spott über ihn vergossen. So wählten den Fiat Multipla Leser einer großen Autozeitschrift mit kurzem Namen zum peinlichsten Auto, was für eine Heldentat!

Ja, er ist hässlich, und das Facelift von 2004 machte es nicht besser. Doch was gern vergessen wird: Er ist gleichzeitig ein sehr praktisches, nützliches und gutes Auto. Das einzigartige Raumkonzept mit zwei Dreier-Sitzreihen und einem knappen Kofferraum bietet auf 3,99 Metern Außenlänge viel Platz, viel Stauraum und eine grandiose Sicht aus erhöhter Position.

Später gab es den Fiat Multipla mit verschiedenen Gasantrieben, doch ich nähme den 1,6-Liter-Benziner mit 103 PS. Der ist quirlig und sparsam, und es gibt keinen Plakettenärger. Aber was heißt nähme? Auf meinem Mobile-Parkplatz stehen drei Exemplare, Höchstpreis 2.900 Euro. Wo ist mein Auto-Therapeut?

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