Ein neuer Pkw für weniger als 20.000 Euro war lange keine Besonderheit. Selbst der noch aktuelle VW Golf 8 kostete im Jahr 2020 als 1.0 TSI mit 90 PS und 5-Gang-Schaltgetriebe noch 19.995 Euro. Heute kostet der günstigste Golf 29.835 Euro (1.5 TSI mit 116 PS). Diese Niedrig-Preisklasse bei Neuwagen ist fast verschwunden. Wer eine harte Grenze bei 20.000 Euro setzt, hat hierzulande nur noch eine kleine Auswahl.
Gerade einmal 16 Modelle sind derzeit für weniger als 20.000 Euro zu haben. Besonders bemerkenswert: Kein einziges davon stammt von einem deutschen Hersteller. Das günstigste deutsche Auto ist der VW Polo. Für die Basisversion werden im August 2026 bereits 20.380 Euro fällig.
Preise haben sich drastisch verändert
Bei den übrigen deutschen Herstellern ist die Situation noch eindeutiger. Wer einen BMW, Mercedes oder Audi als Neuwagen kaufen möchte, liegt preislich ohnehin weit über 20.000 Euro. Auch Opel bietet kein Modell mehr unterhalb dieser Schwelle an. Damit ist eine Preisklasse, die früher von deutschen Klein- und Kompaktwagen besetzt und dominiert wurde, inzwischen praktisch komplett anderen Herstellern überlassen.
Auch der ADAC kritisiert die Entwicklung der Neuwagenpreise. Nach einer aktuellen Auswertung ist die Zahl der Modelle unterhalb der 20.000-Euro-Marke deutlich geschrumpft. Dabei zeigt sich auch, wie stark sich die Preise in den vergangenen Jahren verändert haben.
Dacia dominiert die günstigen Neuwagen
Wer möglichst wenig Geld für einen Neuwagen ausgeben möchte, findet vor allem bei Dacia passende Angebote. Der Sandero ist mit einem Listenpreis von 13.590 Euro mit Abstand das günstigste Auto auf dem deutschen Markt. Auch der Dacia Spring bleibt mit 16.900 Euro unter 20.000 Euro. Dazu kommen der Jogger für 17.990 Euro und der Duster für 18.990 Euro.
Interessant ist dabei, dass Dacia nicht nur Kleinst- und Kleinwagen anbietet. Mit Jogger und Duster schaffen es sogar zwei vergleichsweise große Fahrzeuge unter die 20.000-Euro-Marke. Der Jogger bietet je nach Konfiguration sogar bis zu sieben Sitzplätze, der Duster ist ein SUV.
Auch Fiat und Citroën sind noch dabei
Neben Dacia finden sich vor allem französische und italienische Hersteller in der Liste. Der Citroën C3 kostet mindestens 16.290 Euro, der C3 Aircross 19.190 Euro. Fiat schafft es gleich mit drei Modellen unter die Marke: Der Pandina kostet 16.490 Euro, der neue Fiat 500 Hybrid 19.990 Euro und der Grande Panda ebenfalls 19.990 Euro. Dazu kommen der Kia Picanto für 17.590 Euro, der KGM Tivoli für 18.990 Euro, der MG3 für 17.990 Euro und der Seat Ibiza für 19.910 Euro.
Auch Renault ist mit zwei Modellen vertreten. Der Clio kostet 19.900 Euro, der neue elektrische Twingo E-Tech kommt mit 19.990 Euro gerade noch unter die Grenze.
Nur drei Elektroautos unter 20.000 Euro
Auch bei Elektroautos ist die Auswahl in dieser Preisklasse überschaubar. Gerade einmal drei Modelle schaffen es derzeit unter 20.000 Euro. Am günstigsten ist der Dacia Spring mit 16.900 Euro. Hinzu kommen der Leapmotor T03 für 18.900 Euro und der Renault Twingo E-Tech Electric für 19.990 Euro.
Damit zeigt sich allerdings auch ein weiteres Problem: Wer ein größeres Elektroauto sucht, hat unterhalb von 20.000 Euro praktisch keine Auswahl. Die günstigen Modelle konzentrieren sich auf das Klein- und Kleinstwagensegment.
Günstiger Einstieg heißt meist wenig Ausstattung
Allerdings sollte man bei den Preisen genau hinschauen. Die genannten Summen sind jeweils die Listenpreise der Basismodelle. Wer mehr Ausstattung möchte, muss teilweise deutlich tiefer in die Tasche greifen.
Bei den günstigsten Versionen wird entsprechend gespart. Komfortausstattung, größere Infotainmentsysteme oder zusätzliche Assistenzsysteme sind häufig erst in höheren Varianten erhältlich. Der niedrige Einstiegspreis ist damit nicht automatisch der Preis eines durchschnittlich ausgestatteten Fahrzeugs. Trotzdem sind einige der günstigen Modelle durchaus alltagstauglich. Der Sandero beispielsweise ist ein vollwertiger Kleinwagen, während Duster und Jogger auch für Familien interessant sein können.












