Audi
Audi E6 Fließheck (PPE Plattform)
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Neue Elektroplattform von Audi und Porsche (PPE)

4 Motoren, bis zu 1.000 kW Leistung

Nach drei Elektro-SUV geht bei Audi 2023 ein knackiges viertüriges Coupé unterhalb des E-Tron GT an den Start. Die Basis (PPE) wird mit Porsche entwickelt, hat Platz für vier Elektromotoren und verkraftet bis zu 1.000 kW Leistung.

Neben dem Modularen Elektrobaukasten (MEB) auf dem der neue VW ID.3 und unzählige weitere Konzernfahrzeuge aufbauen, ist die PPE-Basis die zweite große Elektroplattform im riesigen VW-Universum. Sie entspricht ungefähr dem MLB (modularer Längsbaukasten), auf dem alle Audis ab dem A4 aufwärts basieren, auch die SUV wie der Q5. Auf der PPE steht ab 2021 der Nachfolger des Macan, den Porsche nur noch rein elektrisch anbieten wird. Genau aus diesem Grund wurde die Plattform auch gemeinsam von Audi und Porsche entwickelt. Bisher waren Macan und Audi Q5 eng verwandt, von daher wäre ein elektrischer Q5 logisch. Aber genau genommen ist der aktuelle E-Tron davon nicht weit weg und der gerade in Genf gezeigte Q4 E-Tron bietet innen genauso viel Platz wie ein Q5. Der Verbrenner-Q5 macht also mindestens noch einen Generationswechsel mit. Der nächste stünde 2023 an.

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4 Motoren und bis zu 1.000 kW?

Die PPE soll ausdrücklich nicht nur hoch bauende SUV mit großer (und hoher) Batterie im Fahrzeugboden darstellen können, sondern auch so genannte Flachboden-Fahrzeuge. „Flache Autos werden das neue Premium“, sagt Entwicklungsvorstand Rothenpieler. Und bekennt sich damit trotz nicht enden wollenden SUV-Booms zu Limousinen und Coupés – auch mit Elektroantrieb. Allerdings muss beim Crash eines batteriebetriebenen Elektroautos der Rahmen um den Akku die Zellen im Fahrzeug schützen, daher werden die flachen BEVs an Breite zulegen – für die Optik nicht das Schlechteste. Komplett neu, und bislang weder beim MEB (VW ID.3) noch bei den J1-Autos (Porsche Taycan und Audi E-Tron GT) möglich: Die PPE wird in Spurbreite, Radstand und Höhe variabel. Damit lassen sich fast unendlich viele Premium-Autos realisieren, vom Flachboden-Auto bis zum hohen Elektro-SUV. Die technischen Details zum Thema PPE bleiben bislang eher undurchsichtig. Gesetzt scheint ein Basis-Setup mit zwei Elektromotoren, jeweils einer an Vorder- und Hinterachse. Wie auto motor und sport aus Zulieferer-Kreisen erfahren hat, sind mit der PPE-Basis noch deutlich ambitioniertere Fahrzeug- und Antriebskonzepte umsetzbar. So soll es in einem zweiten Schritt möglich sein, die Plattform mit bis zu vier Elektromotoren zu bestücken, deren Gesamtleistung dann bei bis zu 1.000 kW liegen wird. Das erinnert entfernt an den neuen Plaid-Antrieb, den Tesla vor wenigen Wochen angekündigt und auf der Nordschleife getestet hat und macht zumindest den gedanklichen Weg frei für allerlei S- und RS-Modelle.

Die PPE-Plattform von Audi und Porsche
1:56 Min.

Der erste PPE-Audi wird exakt ein solches Flachboden-Auto. Optisch führt das intern „E6“ genannte viertürige Coupé Elemente der Studie Aicon und des Taycan-Ablegers E-Tron GT zusammen, wirkt aber nicht so futuristisch. Ein entsprechendes Concept Car werden die Ingolstädter vermutlich 2020 als ersten öffentlichen Ausblick zeigen. Der Viertürer wirkt auf den ersten Blick wie der Nachfolger des Audi A7 Sportback, rangiert von der Größe her aber zwischen dem A6 und dem A5 (Länge ca. 4,8 Meter). Heißt für den Innenraum: Platzverhältnisse wie im Audi A6, was auch die interne Bezeichnung „E6“ erklärt. Im Zuschnitt entspricht er eher einem A5 Sportback – ist also ein coupéartiger Viertürer mit großer Heckklappe. Eine solche Karosse ergibt Sinn, weil sie eine vergleichsweise gute Windschlüpfigkeit einfacher macht und das wiederum ist gut für die Reichweite. Nicht umsonst folgt das Model 3 von Tesla einem ähnlichen Baumuster und auch der BMW i4 wird so was wie ein elektrisches 4er Gran Coupé. Zum Vergleich: E-Tron und Q4 E-Tron liegen zwar für ihre Bauform gut im Wind, kommen aber absolut gesehen auf einen eher durchschnittlichen cW-Wert von 0,28. Gute Limousinen oder viertürige Coupés wie etwa der Mercedes CLA schaffen selbst als Verbrenner 0,22.

Abgrenzung zum Elektro-Passat

VW I.D. Vizzion
E-Auto

Ein E-Auto bis zur Größe eines Audi A6 könnte Audi wie den Q4 E-Tron auch auf Basis des MEB (Modularer Elektrobaukasten) darstellen. Aber der MEB trägt seine 14 Zentimeter hohe Batterie zwischen den Achsen – weniger als 1,55 Meter Karosseriehöhe sind damit schwer zu machen. Außerdem gibt es den MEB mit maximal 306 PS aus zwei Motoren (Allradantrieb) und bis zu 111 kWh Batterie (bisher nur im Bus). Die PPE dürfte also eher für den Bereich ab 400 PS gedacht sein, muss aber auch für Fahrzeuge mit mehr als 600 PS gut sein, wie es jetzt Porsche Taycan und E-Tron GT vormachen. Die Batterien sollten eher über 100 kWh groß sein. Ein A5 E-Tron Sportback könnte als Einstiegsmodell vielleicht auch mit 360 PS kommen. Aber ein bisschen Abstand zur Elektro-Limousine von VW, einem ca. 4,80 Meter langen Passat-Pendant mit MEB-Technik, auf das VW mit dem Concept Car Vizzion einen Ausblick gegeben hat, muss sein. Daher ist eine Version mit nur einem Motor eher unwahrscheinlich, zumal aktuelle Konstruktionen den zweiten Motor auf der Vorderachse vor allem zum Boosten verwenden und er so im Normalbetrieb wenig Mehrverbrauch verursacht.

Die Plattformen des VW-Konzerns

Audi Q4 Concept Genf 2019
E-Auto

Gemeinsame Plattformen wie etwa die PPE sind für den Großkonzern Volkswagen seit Jahren das Mittel der Wahl, wenn es darum geht, Entwicklungskosten auf möglichst große Stückzahlen umzulegen. Aktuell entstehen etwa 80 Prozent der Jahresstückzahl des Mehrmarkenkonzerns auf Basis des Modularen Querbaukastens (MQB) für Modelle mit quer eingebautem Verbrennungsmotor (VW Polo bis Atlas, Audi A1 bis Q3, Skoda Fabia bis Superb und Kodiaq, Seat Ibiza, Leon, bis Tarraco). Die Elektro-Entsprechung ist der Modulare Elektrobaukasten (MEB). Der erste Audi darauf ist der Q4 E-Tron.

Für die Baureihen (A4 bis A8, Q5 bis Q8) mit Längsmotor gibt es den MLB. Das Elektro-Pendant ist die Gemeinschaftsentwicklung PPE. Wie davon auch eine Flachbodenvariante entstehen kann, können sich die Entwickler beim Taycan Unterbau abschauen, auf dem ja auch der Audi E-Tron GT basiert. Dort schaffen Aussparungen im Akku im Fahrzeugboden (so genannte Fußgaragen) vor den Sitzen Raum für die Füße der Passagiere. Eine andere Möglichkeit zeigte kürzlich der Polestar 2, bei dem die Batterie zwischen den Sitzen vorn, hinten sowie unter der Rückbank höher ist.

Alle Elektroauto-Plattformen von Audi
2:08 Min.

Auch wenn Porsche Taycan und Audi E-Tron GT die gleiche Technik nutzen – das ist noch nicht die der neuen Gemeinschaftsplattform PPE. Audi hingegen hat sein erstes E-Auto (den SUV E-Tron) auf Basis einer Evolutionsstufe des Modularen Längsbaukastens (MLB) entwickelt. Klingt kompliziert? Ist es auch. Aber das Plattform-Chaos ist ein vorübergehendes, weil die ersten E-Autos schon auf den Markt kommen, ehe die PPE fertig ist. Irgendwann kommen dann bei E-Autos von Audi nur noch MEB und PPE zum Einsatz, bei Elektro-Porsches nur die PPE, während VW, Seat und Skoda beim E-Antrieb wohl ausschließlich MEB-Fahrzeuge im Angebot haben werden. Weiterentwicklungen von MQB und MLB werden nach dem Bekenntnis des Volkswagenkonzerns zum Pariser Klimaabkommen wohl noch bis 2040 im Programm bleiben.

Die E-Autos des VW-Konzerns: Welches Modell auf welcher Plattform steht

Modulare Elektrifizierungsbaukasten
Modulare Elektrifizierungsbaukasten VW MEB VW MEB VW MEB 54 Bilder

Fazit

Auch wenn das Design noch nicht final abgesegnet ist, der Audi E6 kommt. Ein Auto mit dem Platzangebot eines A6 und dem Layout eines Audi A5 Sportback wäre sinnvoll: Etwas geräumiger als ein Tesla Model 3 und als Konkurrent für den BMW i4. Spannend wird auf jeden Fall, ab welcher Größe Audi künftig die PPE verwendet wird. Der günstigere MEB von VW kann locker Autos in der Größe eines A4 oder A6 darstellen – siehe VW ID. Vizzion. Aber der MEB taugt weniger für flachere Karossen. Und wie sagt Audis Entwicklungsvorstand: Flach ist das neue Premium.

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Die Hybrid-Modelle sind ab sofort ab 44.000 Euro bestellbar.

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