Donkervoort P24 RS: Kompromissloser geht kaum

Donkervoort P24 RS
Kompromissloser geht kaum

ArtikeldatumVeröffentlicht am 24.01.2026
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Im November 2024 hatte die niederländische Sportwagenmanufaktur Donkervoort mit der Final Five Edition das Produktionsende des F22 eingeläutet. Mit dem Donkervoort P24 RS steht jetzt der Nachfolger in den Startlöchern. Der neue Sportwagen hält am bewährten Leichtbaukonzept fest, der legendäre Audi-Turbo-Fünfzylinder als Antrieb wurde aber aussortiert.

Kind als Namensgeber

Bei der Namensgebung für den neuen Zweisitzer folgt Denis Donkervoort, Geschäftsführer des gleichnamigen Autobauers, der Logik, die schon zur Modellbezeichnung F22 geführt hat. Der F22 wurde nach Denis Donkervoorts erstem Kind Filippa und ihrem Geburtsjahr 2022 benannt. Das neue Auto wird nach seinem zweiten Kind Phébe getauft, das 2024 geboren wurde. Der neue Donkervoort heißt damit P24 RS.

Das angehängte RS ist eine Hommage an den legendären D8 270 RS, der 2006 auf dem Nürburgring die Dominanz von Porsche durchbrach und einen bahnbrechenden Rundenrekord für Serienfahrzeuge aufstellte. Die Tradition Familiennamen in Modellen zu verewigen, gibt es im Hause Donkervoort schon lange. Der S8A wurde nach Denis‘ Schwester Amber benannt, während der D10 nach Denis selbst benannt wurde.

Der P24 RS ist extrem kompakt

Der neue Donkervoort hat wie sein Vorgänger nur noch gedanklich mit dem einst von Colin Chapman aufgelegten Lotus Seven zu tun. Der P24 PS gibt sich ultrakompakt.

Er ist nur vier Meter lang und 1,10 Meter hoch, dafür aber 1,91 Meter breit. Der Radstand liegt bei 2,42 Meter. Damit beansprucht er in etwa so viel Verkehrsfläche wie ein VW Polo. Was die Niederländer auf so wenig Raum aber zusammengepackt haben, hat es in sich.

Aufwändiges Fahrwerk ohne ABS und Servo

Herzstück ist wie beim Vorgänger ein Hybridchassis aus Aluminium-Rohren und Kohlenstofffaserverstärkungen, insbesondere im Bereich des Motorraums, des Windschutzscheibenrahmens und der vorderen Crashstruktur. Die Fahrwerksarchitektur basiert auf Doppelquerlenkern vorn und einer Mehrlenker-Hinterachse mit Anti-Dive- und Anti-Squat-Geometrie. Die elektronisch gesteuerten und mehrfach vorkonfigurierbaren Dämpfer lassen sich optional mit einem hydraulischen Liftsystem kombinieren, das die Fahrzeughöhe anpasst.

Die Stopper mit Vierkolbenzangen und 330er-Scheiben vorn und 280er-Dscs hinten stammen aus dem Regal von AP Racing. Gegen Aufpreis wird eine Carbon-Keramik-Bremsanlage verbaut. ABS gibt es im P24 RS nur gegen Aufpreis. Den Fahrbahnkontakt sichern 18-Zoll-Räder vorn und 19 Zöller hinten. Über die Leichtmetallfelgen spannt Donkervort vorn 235/40er-Reifen, hinten liegt die Dimension bei 275/35. Verbaut werden extrem haftfreudige Pneus, die gemeinsam mit Nankang entwickelt wurden. Direkt und hilfsmittelfrei ausgelegt ist die Lenkung. Elektrische Unterstützung gibt es nur auf Wunsch und gegen Aufpreis.

Neuer Biturbo-V6 mit drei Leistungsstufen

Als Nachfolger des Audi-Fünfzylinders fungiert ein 3,5 Liter großer V6‑Bi‑Turbomotor, von dem Donkervoort offen lässt, welcher Hersteller dessen Basis beisteuert. Der Vollaluminiummotor mit Trockensumpfschmierung, Direkt- und Saugrohreinspritzung, geschmiedeten Pleuel, geschmiedeter Kurbelwelle, kugelgelagerten Spezial-Turboladern, Ladeluftkühlung, Vierventiltechnik und variabler Ventilsteuerung lässt sich für den P24 RS in drei Leistungsstufen konfigurieren. Je nach Ladedruck (maximal 1,2 bar) leistet der Sechszylinder 400 PS und 500 Nm, 500 PS und 650 Nm oder 600 PS und 800 Nm. Das Drehzahllimit des V6 wird erst bei 7.000 Touren erreicht. Welche Leistungsstufe genutzt wird, kann der Fahrer selbst über die Power-to-Choose-(PTC)-Funktion abrufen. Die Kraftübertragung auf die Hinterräder übernimmt eine manuelle Fünfgang-Schaltung mit Schaltdrehzahlanpassung in Kombination mit einem Torsen-Sperrdifferenzial.

In Kombination mit einem Trockengewicht von nur 780 Kilogramm (DIN-Gewicht: 840 kg) ergeben sich fantastische Fahrleistungen. Für den Sprint von null auf 100 hat Donkervoort zwar noch keine Zeit kommuniziert, die 200-km/h-Marke soll aber bereits nach 7,4 Sekunden fallen. Und ein Ende des Vortriebs wird erst jenseits der 300 km/h erreicht. Beeindruckend ist auch die mögliche Querbeschleunigung. Die Niederländer versprechen bis zu 2,3 g.

Maximaler Abtrieb, Platz für zwei

Formal knüpft der Zweisitzer mit den freistehenden Vorderrädern an den Vorgänger F22 an. Im Fokus standen viel Abtrieb und aerodynamische Effizienz. Dennoch soll der P24 RS auch Piloten mit über zwei Meter Größe ordentlich Platz bieten. Zudem dürfen bis zu 298 Liter Gepäck hinter den Sitzen mit an Bord. Zu den besonderen Features zählen beispielsweise die Frontscheinwerfer. Die sind in kleine ausklappbare Flügelelemente vor den Vorderrädern integriert und lassen sich nur blicken, wenn sie auch gebraucht werden. Dann liefern die Flügel darüber hinaus noch zusätzlichen Abtrieb. Das Tagfahrlicht und die integrierten Blinker sitzen auf der Carbonfaser-Motorhaube, während das Fernlicht im Kühlergrill geschützt ist. Alle Leuchten setzten natürlich auf LED-Technik. Auch sonst sind alle Karosserieelemente per CFD-Konstruktion im Luftstrom optimiert, selbst der unsichtbare Unterboden trägt zusammen mit dem mächtigen Doppel-Diffusor seinen Teil zum Abtrieb bei.

Ein optionales Spoilerpaket für den Rundstreckeneinsatz, das sich mit wenigen Handgriffen montieren lässt, bringt zusätzliche Flügelelemente an der Front sowie einen aufgesetzten Heckspoiler und in Summe bis 90 Kilogramm zusätzlichen Abtrieb mit.

Touchscreen-freies Cockpit

Das Cockpit gibt sich funktional reduziert. Das abnehmbare Lenkrad ist mit Bedienelementen für die Beleuchtung (mit Automatikfunktion), die Blinker, die Scheibenwischer, die Lichthupe, die Hupe und das Menüdisplay des Kombiinstruments ausgestattet. Ein digitales Kombiinstrument bündelt alle Anzeigen, die wichtigsten Funktionen liegen weiterhin auf Tasten und Drehreglern. Wer unbedingt "touchen" möchte, kann über eine optionale Halterung auch ein iPad-Mini einbinden.

Die elektrische Parkbremse sitzt zusammen mit dem Schalthebel, der Mittelarmlehne und einem Staufach in der Mittelkonsole. Fahrer und Beifahrer spannen Sechs-Punkt-Gurte in die schlanken Recaro-Sportsitze. Eine Klimaanlage wandert nur gegen Aufpreis und mit dem damit verbundenen Gewichtsnachteil an Bord. Wer im P24 RS Frischluft genießen möchte, kann die beiden, mit zusätzlichen Spoilern bestückten Carbon-Dachelemente – auch einzeln – herausnehmen. Die Carbon-Türen öffnen ganz Supercar-like nach vorne oben.

Kleine Auflage, hoher Preis

Gebaut werden vom Donkervoort P24 RS nur 150 Exemplare. Über 50 davon sollen schon vor der offiziellen Premiere fest an Kunden vergeben sein. Wer also noch Interesse hat, sollte sich sputen und zudem wenigstens 298.500 Euro für einen P24 RS in der Basiskonfiguration bereithalten.

Fazit