Das von unserem Erlkönig-Fotografen abgeschossene Modell setzt sich deutlich von bekannten SUV-Konzepten ab. Trotz der massiven Tarnung sind die extrem keilförmige Silhouette, eine flache Frontscheibe sowie die ungewöhnlichen Proportionen zu erkennen. Zwischen Scheibe und Vorderwagen ist ein deutlicher Absatz zu erkennen, der auf eine noch nicht finalisierte Aerodynamik oder auf Tarnbauteile hindeuten könnte. Die Dachlinie spannt sich leicht bogenförmig über das Fahrzeug und fällt am Heck steil ab.
Flügeltürer ohne Sicht nach hinten
Am Heck ist kein klassisches Fenster erkennbar. Stattdessen deuten Kamerasysteme darauf hin, dass die Sicht nach hinten vollständig digital gelöst sein könnte. Auch die Außenspiegel sind kamerabasiert ausgeführt. Fraglich bleibt, ob der Heckabschluss in dieser Form mit dem weit ausladenden Dachbereich so bleibt, die Tarnung spricht ein wenig dagegen.
Die schmalen Seitenfenster verstärken den Eindruck einer sehr geschlossenen Karosserie. Ein weiteres Detail sind die Flügeltüren, die am Dach angeschlagen sind. Fondtüren sind auf den Bildern nicht zu erkennen. Das spricht für ein eher exklusives Layout mit Fokus auf Design und Inszenierung statt auf maximale Alltagstauglichkeit.
Von wem ist der Elektro-Keil?
Doch welcher Hersteller testet den Elektro-Keil: Das Modell ist nicht von einem arrivierten Autohersteller wie BMW oder Toyota. Es ist das erste Modell der Marke Ceer und nein, die kommt nicht aus China.
Die Marke ist bisher wenig bekannt. Ceer wurde 2022 gegründet und ist ein Joint Venture zwischen dem saudischen Staatsfonds Public Investment Fund und dem taiwanesischen Elektronikkonzern Foxconn. Ziel ist der Aufbau einer eigenen Elektroautomarke mit lokaler Fertigung in Saudi-Arabien.
Welche Technik steckt im Ceer-SUV?
Zur Antriebstechnik des Fahrzeugs gibt es bisher keine bestätigten Angaben. Nach Einschätzung von Insidern dürfte es sich um ein Allradfahrzeug handeln. Auch die Rad-Reifen-Kombination deutet auf ein hohes Fahrzeuggewicht und eine gewisse Offroad-Ambition hin, ohne dass das Modell klar als Geländewagen einzuordnen wäre.
Bekannt ist, dass Ceer bei der Technik auf mehrere internationale Partner setzt. Die Elektro-Plattform soll von Foxconn stammen. Zusätzlich lizenziert Ceer Komponenten von BMW. Für leistungsstarke Top-Modelle ist außerdem eine Zusammenarbeit mit dem kroatischen Hersteller Rimac bestätigt, der integrierte Elektroantriebssysteme liefern soll. Frühere Meldungen über eine Beteiligung von Hyundai an elektrischen Antrieben stehen dazu teilweise im Widerspruch und sind bisher nicht eindeutig geklärt.
Marktstart später als geplant, Fokus auf MENA-Region
Ursprünglich hatte Ceer einen Marktstart ab 2025 angekündigt. Dieser Zeitplan gilt inzwischen als überholt. Branchenkreise rechnen nun eher mit einer Vorstellung der Serienversion im Laufe des Jahres 2026. Als primäre Absatzmärkte wurden von Beginn an Länder im Nahen Osten und in Nordafrika genannt.

Das Logo von Ceer.
Eine spätere Einführung in Europa wird nicht ausgeschlossen, ist derzeit aber nicht offiziell bestätigt. Auch Preise, Leistungsdaten oder Reichweiten sind bisher nicht bekannt. Klar ist lediglich, dass Ceer das Fahrzeug nicht im Einstiegssegment positionieren will.
Tausende Jobs für die Fertigung
Die Produktion der Ceer-Modelle soll in Saudi-Arabien erfolgen. Dafür entsteht ein eigenes Werk in der King Abdullah Economic City. Der Staatsfonds PIF erwartet von dem Projekt einen Beitrag zur wirtschaftlichen Diversifizierung des Landes. Laut früheren Angaben sollen mehrere Tausend Arbeitsplätze entstehen, konkrete Produktionszahlen wurden bisher nicht genannt.












