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Legende Automobiles Turbo3: Restomod-Version des Renault 5 Turbo

Legende Automobiles Turbo3 Restomod-Version des Renault 5 Turbo

Ein US-amerikanisches Start-up entwickelt mit dem Turbo3 eine Restomod-Version des legendären Renault Turbo 5.

Mit dem zwischen 1980 und 1982 gebauten R5 Turbo gelang Renault ein gewaltig großer Kleinwagen-Wurf. Der Kleinst-Sportler basiert auf dem R5, der an sich nichts Besonderes war. Aber Renaults Renn-Ingenieure modifizierten das kleine Stadtauto massiv und machten daraus einen heftigen Gruppe-B-Kracher. Sein längs vor der Hinterachse sitzender Vierzylinder-Turbo leistete 160 PS. Die Kraft gelangte über eine manuelle Fünfgang-Schaltung an die Hinterachse, für die Verzögerung waren innenbelüftete Scheibenbremsen rundum zuständig.

Die Verlagerung des Motors in die Mitte des Fahrzeugs machte den Renault 5 Turbo zum Zweisitzer. Optisch ist der R5 Turbo an seinen stark verbreiterten Kotflügeln erkennbar, in den hinteren befinden sich Luftein- und Auslässe für die Wasser- und Ölkühlung. Das Dach und die Fronthaube bestehen aus Aluminium. In 6,9 Sekunden spurtet der Renault 5 Turbo auf Tempo 100 – ein Porsche 911 SC brauchte damals 7,0 Sekunden. 1.690 Exemplare des Renners entstanden bei Renault Sport im französischen Dieppe – mit 44.600 DM war der kleine Flitzer ähnlich teuer wie die Basisversion der Mercedes S-Klasse. Jetzt möchte das US-amerikanische Automobil-Startup Legende Automobiles eine Restomod-Version des R5 Turbo als "Turbo3" auf die Räder stellen.

Legende Automobiles Turbo3
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Das Cockpit ist beim Turbo3 mit einem Instrumenten-Bildschirm und einem oben und unten abgeflachten Lenkrad ausgerüstet.

Extrem breit – wie das Vorbild

Auch die Restomod-Version Turbo3 ist extrem breit und trägt die markanten Luftöffnungen auf Fronthaube, in den hinteren Radhäusern und in den C-Säulen. Die Frontscheinwerfer arbeiten mit zwei übereinander liegenden LED-Balken, am Heck leuchten T-förmige Rücklichter. Das Rot des Dachkanten-Spoilers beginnt bereits an den Füßen der A-Säulen und zieht sich die seitlichen Dachkanten bis zum Heck entlang. Die angetriebenen Hinterräder sind deutlich größer als die Vorderräder. Und auch den Innenraum haben die Designer komplett ins Jetzt geholt: Die Instrumenten-Anzeige erfolgt über einen Bildschirm und die gesamte Einrichtung ist modern. Auch bei den extravaganten Sportsitzen haben sich die Designer am Original orientiert. Für Sicherheit sorgen Fünfpunkt-Gurte und ein Überrollkäfig.

Legende Automobiles Turbo3
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Die Designer von Legende Automobiles haben den R5 Turbo optisch aufgefrischt und nennen ihn jetzt Turbo3.

Ex-Renault-Designer

Einer der drei Gründer von Legende Automobiles ist der Franzose Alan Derosier, der zwischen November 2018 und Juni 2019 bei Renault als Exterieur-Designer gearbeitet hat. Derosier betont, dass das Renault-Designteam seine Pläne kennt und sich auf das Ergebnis freut. Der Designer fungiert bei dem Start-up als Creative Director – in den vergangenen Jahren hat er jede Menge eigener retrofuturistischer Fahrzeugentwürfe im Internet veröffentlicht, darunter auch einen neu interpretierten Renault 5 Turbo 2. Den Nachfolger des R5 Turbo hat Renault zwischen 1982 und 1985 insgesamt 3.180 Mal gebaut. Allerdings ist Derosier wichtig, dass sein Turbo-2-Entwurf nichts mit dem neuen Turbo3-Projekt zu tun hat.

Aktuell ist er als Chef des Automobil-Designteams bei der Designagentur Kiska im südlich von Salzburg gelegenen Anif beschäftigt – das Projekt Turbo3 betreibt er mit Erlaubnis von Kiska parallel. Alan Derosiers hat Legende Automobiles mit seinen beiden französischen Mitstreitern Charly Bompas und Pierre Chaveyriat gegründet. Bompas ist Miteigentümer des Tuners SoCal Frenchiez Automotive aus dem im Großraum L.A. gelegenen Gardena und Chaveyriat ist Eigentümer des im französischen Montmerle-sur-Saône (auf halber Strecke zwischen Lyon und Mâcon) gelegenen Fahrzeugumbauers Bloodmotorsport. Legende Automobiles selbst hat seinen Sitz im kalifornischen L.A.

Legende Automobiles Turbo3
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Die C-Säulen sind von Luftdurchlässen durchbrochen und die Endrohrblenden haben eine Art Rahmen.

Retrofuture statt Restomod

Technische Details zum Turbo3 hat Legende Automobiles noch nicht veröffentlicht. Und auch wenn der Flitzer nach einem retrofuturistischen Auto aussieht, bekräftigt Derosier auf Nachfrage von auto-motor-und-sport.de, dass es sich bei dem Fahrzeug um ein Restomod-Projekt handelt. Bekannte Restomod-Fahrzeuge kommen beispielsweise von den US-Umbauern Singer (Porsche 911 der Baureihe 964) oder Classic Recreations (historische Ford Mustangs und die erste Generation des Ford Bronco). Bei Restomods kommt in ein klassisches Fahrzeug viel neue Technik und jedes Originalteil erfährt eine gründliche Überarbeitung. Eine heftige Änderung des Designs erfolgt dabei bisher nicht – hier traut sich Legende Automobiles weit vor.

Moderne Designanpassungen sind eher bei Retrofuture-Autos wie dem EL1 von E-Legend aus dem oberbayerischen Beilngries zu finden, der optisch an den Audi Sport Quattro S1 angelehnt ist. Aber im Gegensatz zum EL1 bekommt der Turbo3 einen Verbrennungsmotor – für die Zukunft schließt Derosier auch einen rein elektrischen Antrieb nicht aus. Auf den Markt kommt das Auto zuerst in den USA – Alan Derosier freut sich, dass man dann so ähnlich startet, wie das große Vorbild Singer vor zwölf Jahren.

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Furchtbar. Ein Oldtimer muss den damaligen Stand der Technik abbilden.

Fazit

Klassische Rallye-Autos der 1980er-Jahre sehen anscheinend zu gut aus, als dass man sie jetzt nicht noch wieder in weiterentwickelter Form neu auf die Straße bringen könnte. So plant das amerikanische Automobil-Start-up Legende Automobiles eine Restomod-Version des Renault 5 Turbo. Das Auto soll Turbo3 heißen, sicher, um eventuellen Namensrechte-Stress mit Renault zu vermeiden. Die jetzt gezeigten Bilder machen Lust auf einen gelungen designten Restomod-Renner.

Retrofuturistische Renner mit Gruppe-B-Vorbildern sind Trend – erst kürzlich hat E-Legend aus Beilngries mit dem EL1 einen Retrofuture-Renner präsentiert, dessen Vorbild der Audi Sport Quattro S1 ist. Die Bayern arbeiten mit dem EL2 und dem EL3 noch an zwei weiteren Gruppe-B-Retrofuture-Sportlern. Aber während E-Legend bei seinen als Neuentwicklungen komplett auf Elektroantriebe setzt, kommt die erste Generation des Turbo3 als Restomod-Modell mit einem Verbrennungsmotor auf den Markt. Die ersten Exemplare sind für den US-Markt bestimmt.