Lola T70S und T70S GT : Can-Am-Klassiker für die Straße

Lola T70S und T70S GT
Can-Am-Klassiker für die Straße

ArtikeldatumVeröffentlicht am 02.04.2026
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Der Lola T70 dürfte zu den berühmtesten Rennwagen der Geschichte gehören. Im Frühjahr 2026 hat Lola Cars die Markteinführung des T70S und des T70S GT bekannt gegeben. Dabei handelt es sich um die originalgetreue Wiedergeburt einer Motorsport-Ikone, neu interpretiert mit nachhaltigen Materialien und fortschrittlichen Fertigungsprozessen.

In den Genuss der Legende kommen allerdings nur wenige Fans, denn der neue T70 ist auf 16 Fahrzeuge limitiert, erhältlich als Rennstrecken-Variante T70S mit einem FIA Historic Technical Passport oder als Straßenversion T70S GT. Die Straßenzulassung garantiert Lola allerdings bislang nur für den britischen Markt.

Legendärer Rennwagen

Der Lola T70, ursprünglich 1965 vom Designer Eric Broadley vorgestellt, dominierte 1966 die erste Can-Am-Meisterschaft. Der als Coupé und Spyder gebaute T70 avancierte zur bevorzugten Waffe von Privatfahrern, die es mit Ford, Porsche und Ferrari aufnahmen, und seine Rennsportgeschichte umfasst Legenden wie John Surtees, Jackie Stewart, Dan Gurney, Al Unser, Graham Hill und Mario Andretti. Seinen wohl berühmtesten Sieg feierte er 1969 bei den 24 Stunden von Daytona mit Mark Donohue und Chuck Parsons für das Team Penske – gegen die Werks-Ford GT40 und Porsche 908.

Die Neuauflage des Lola T70 wurde anhand originaler Archivzeichnungen und hochauflösender Scans der besten zeitgenössischen Exemplare entwickelt, um absolute Authentizität zu gewährleisten. Weil man aber nicht einfach den alten Rennwagen nachbauen wollte, wurde Komponente überarbeitet, um den heutigen Präzisionsstandards zu entsprechen. Die Abmessungen entsprechen dem Original. Die Länge beträgt 4,23 Meter, der Radstand liegt bei 2.432 Millimetern.

T70S für die Rennstrecke

Herzstück des neuen Lola T70S ist ein leichtes Aluminium-Monocoque-Chassis in Kombination mit einem 5,0-Liter-Small-Block-Chevrolet-V8-Motor mit 530 PS und 576 Nm Drehmoment. Damit erreicht der nur 860 Kilogramm schwere Flachmann eine Höchstgeschwindigkeit von 327 km/h und beschleunigt in knapp drei Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der Antriebsstrang wird durch ein zeitgenössisches Fünfgang-Transaxle-Getriebe und eine Doppelquerlenkerachse ergänzt, wodurch die Fahrdynamik dem Original treu bleibt. Den Fahrbahnkontakt halten Rennreifen auf 15 Zoll großen Magnesiumfelgen.

T70S GT für die Straße

Für die Straßenvariante T70S GT wurde der Antrieb für eine optimale Fahrbarkeit abgewandelt. Hier sorgt ein 6,2 Liter großer V8-Sauger aus der Corvette für Vortrieb. Dessen 500 PS und 617 Nm Drehmoment reichen im 890 Kilogramm schweren Zweisitzer für 322 km/h Topspeed und eine Spurtzeit von ebenfalls knapp drei Sekunden. Hier setzt man auf ein für den Straßeneinsatz ausgelegtes manuelles Sechsganggetriebe, das aber auch sequenziell geschaltet werden kann. In den Radläufen sitzen 18-Zoll-Leichtmetallfelgen mit Reifen in den Dimensionen 235/35 vorn und 335/35 hinten. Für mehr Alltagstauglichkeit ist die Straßenversion mit einer Klimaanlage und einer optimierten Ergonomie ausgerüstet. Das Cockpit zeigt sich mit Alcantara ausgekleidet. Die Fahrwerksdämpfer lassen sich vollumfänglich einstellen. Und für längere Trips gibt es sogar ein spezielles Gepäckfach mit maßgeschneiderter Reisetasche.

Nachhaltige Verbundwerkstoffe

Das Thema Nachhaltigkeit greift beim Karosseriebau. Hier setzen die Briten auf einen Verbundwerkstoff aus Pflanzen- und Basaltfasern mit einem vollständig erneuerbaren Harzsystem, das aus Zuckerrohrverarbeitungsabfällen gewonnen wird. Neben dem Ökoaspekt bietet dieser Ansatz aber auch ganz handfeste Vorteile. Das neue Verbundmaterial bietet eine höhere Zugfestigkeit und mehr Steifigkeit als Fiberglas. Zudem ist es stoßfester als GFK und CFK.

Interessenten können sich ab sofort bei Lola Cars einen Produktionsslot sichern. Jedes Fahrzeug kann nach Kundenwünschen individualisiert werden. Zu Preisen oder einem Auslieferungsdatum macht Lola allerdings bislang keine Angaben.

Fazit