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Coronavirus
10/2020, MAN TGE Coronavirus Diagnostikfahrzeug MAN Truck & Bus
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10/2020, MAN TGE Coronavirus Diagnostikfahrzeug
10/2020, MAN TGE Coronavirus Diagnostikfahrzeug 6 Bilder

MAN TGE Coronavirus-Diagnostikfahrzeug

Rollendes Labor für Covid-19-Schnelltests

Was aussieht wie ein Rettungswagen, ist eigentlich eine Forschungsstation auf Rädern. Das Coronavirus-Diagnostikfahrzeug auf MAN-TGE-Basis soll helfen, eine zweite Infektionswelle einzudämmen.

Die wieder sprunghaft steigenden Infektionszahlen zeigen es: Die lange befürchtete zweite Corona-Welle hat Deutschland erreicht. Um diese einzudämmen und ihre Folgen abzumildern, sind manchmal auch kreative Lösungen gefragt. Eine solche ist das Coronavirus-Diagnostikfahrzeug auf Basis des MAN TGE. Mit dem rollenden Labor, das auf den ersten Blick aussieht wie ein Rettungswagen, lassen sich bis zu 500 Covid-19-Schnelltests am Tag durchführen.

PCR-Testgeräte von Bosch an Bord

Damit dies in diesem Tempo möglich ist, verfügt der MAN TGE über eine besondere Ausstattung. Deren Herzstücke sind die molekulardiagnostischen PCR-Testgeräte Vivalytic von Bosch Healthcare Solutions. Damit liegt bereits nach 39 Minuten ein Ergebnis vor, womit es sich um eines der schnellsten zugelassenen PCR-Testgeräte handelt, die es derzeit auf dem Markt gibt. Der gesamte Prozess mit Abstrich, Vorbereiten der Proben, testen und kommunizieren soll weniger als eine Stunde dauern. Bei der letzten Aufgabe helfen der an die Testgeräte angeschlossene Laptop und die internetfähige Telematik-Box, mit denen sich die Testergebnisse schnell den zuständigen Gesundheitsbehörden, Ämtern oder getesteten Personen melden lassen.

10/2020, MAN TGE Coronavirus Diagnostikfahrzeug
MAN Truck & Bus
Der MAN TGE verfügt über bis zu 16 PCR-Testgeräte von Bosch.

MAN hat zwei Versionen des Diagnostikfahrzeugs entwickelt: Jene mit kurzem Radstand und 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht verfügt über 16 Vivalytic-Testgeräte, die in speziell angefertigten Rack-Systemen untergebracht sind. Die Tests selbst finden hier außerhalb des Fahrzeugs statt, was ein wesentlicher Unterschied zur 5,5-Tonnen-Langversion ist. Hier gibt es einen Abstrichraum, allerdings nur acht Testgeräte. Um dennoch mehr Personen testen zu können, lassen sich hier zwei Markisen ausfahren. Zwei seitliche Automatik-Schiebetüren gewährleisten ein Einbahnstraßen-System, bei denen sich die Testpersonen im Idealfall nicht begegnen.

Zweiliter-Diesel mit 177 PS

Als Antrieb dient beiden Versionen ein Zweiliter-Turbodieselmotor mit 177 PS, der sich mit Allradantrieb und Achtgang-Automatikgeriebe aufrüsten lässt. Zur Serienausstattung gehören unter anderem hygienische Oberflächen, Klimaanlage sowie Standklimaanlage und eine automatische Trittstufe. Als Sonderausstattung kann das Fahrzeug unter anderem mit bis zu zwei Waschbecken, einem Rechnerplatz mit 220 V-Anschluss sowie einem Kühlschrank ausgestattet werden, in dem sich zusätzlich Antikörper-Tests lagern lassen. Die Sondersignalanlage mit LED Kreuzblitzer, die Funkvorbereitung und die auf der Anhängerkupplung montierte, schwenk- und rollbare 400-Liter-Abfallbox mit 43 Kilogramm Nutzlast gehören ebenfalls zur Sonderausstattung.

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Als Antriebsquelle dient dem Coronavirus-Diagnostikfahrzeug ein 177 PS starker Zweiliter-Turbodiesel.

Das Coronavirus-Diagnostikfahrzeug soll die Testverfahren beschleunigen und flexibler gestalten. Es kann in Hotspots eingesetzt werden oder für punktuelle Tests in Altersheimen, Schulen, Unternehmen oder anderen Einrichtungen. Andere Szenarien sind Einsätze an Grenzübergängen oder Autobahnen oder präventive Tests, die beispielsweise vor Veranstaltungen durchgeführt werden. Der MAN TGE kann schnell dorthin verlagert werden, wo er gerade gebraucht wird. Und er entlastet Hausärzte, Krankenhäuser und stationäre Labore.

Ergebnis einer Firmen-Kooperation

Die ersten beiden Fahrzeuge haben MAN und Fertigungspartner AMS Ambulanzmobile inzwischen produziert. An der Entwicklung waren zudem die Firmen Leeloo Medical und MKT-Krankentransport sowie das Medizinische Katastrophen-Hilfswerk Deutschland e.V. beteiligt. Weitere Exemplare können von jetzt an bestellt werden; Preise und Lieferzeiten nennt MAN allerdings nicht.

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Fazit

Das Coronavirus ist längst nicht überstanden. Um dennoch weitere Lockdowns zu vermeiden, sind viele und möglichst flexible Testmöglichkeiten vonnöten. Hier kann das Coronavirus-Diagnostikfahrzeug auf Basis des MAN TGE sicher einen wertvollen Beitrag leisten.

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