Nissan Qashqai, 3. Generation Nissan
Nissan Qashqai, 3. Generation
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SUV

Nissan Qashqai (2021): Hybrid statt Diesel

Neuer Nissan Qashqai (Generation 3) Serieller Hybrid statt Diesel für den SUV

Nissan stellt die 3. Generation des Qashqai vor – das kompakte SUV bekommt neue Antriebe, mehr Kofferraum und ein Assistenzsystem-Update.

2007 brachte Nissan die erste Generation des Qashqai auf den Markt, 2014 die zweite und jetzt stellen die Japaner die dritte Generation vor. Die optischen Änderungen sind noch unter einer Tarnfolie versteckt, aber immerhin zu den Abmessungen gibt es Informationen: Die Breite wächst um 32 auf 1.838 Millimeter und die Länge um 35 auf 4.429 Millimeter – die Höhe bleibt mit 1.595 Millimeter unverändert. Vom Längenwachstum entfallen 15 Millimeter auf den vorderen Überhang und 20 Millimeter auf den Radstand. Hinter dem Kühlergrill sitzt eine aktive Klappe, die sich nur bei erhöhtem Kühlbedarf öffnet – im geschlossenen Zustand verbessert die die Aerodynamik des Qashqai. Und obwohl der hintere Überhang unverändert bleibt, wächst das Kofferraumvolumen um 50 Liter. Dafür haben die Konstrukteure den Stauraum nach unten erweitert.

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Hinter dem Frontgrill befindet sich beim neuen Qashqai eine aktive Jalousie, die im geschlossenen Zustand die Aerodynamik verbessert - sie öffnet sich nur bei erhöhtem Kühlluftbedarf.

60 Kilogramm leichter

Der neue Qashqai basiert auf der Renault-Nissan-Plattform CMF-C (Common Module Family). Die flexible CMF-Plattform ist mit VWs MQB (Modularer Querbaukasten) vergleichbar. Beim Qashqai konnten die Ingenieure dank einer angepassten Plattform-Auslegung die Rohkarosserie um 60 Kilogramm leichter und 41 Prozent steifer machen. So besteht die Heckklappe aus Kunststoff, was 2,6 Kilogramm spart, die vorderen Kotflügel, die Motorhaube und die Türen sind aus Aluminium gefertigt, was nochmal 21 Kilogramm Gewichtseinsparung bringt. Für eine verbesserte Festigkeit und Crashsicherheit stiegt der Anteil an hochfesten Stählen um 50 Prozent.

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In der Länge wächst der Qashqai um 35 Millimeter.

Zwei Hinterachs-Konstruktionen

Beim Fahrwerk setzt Nissan an Vorder- und Hinterachse MacPherson-Federbeine ein. Dabei hängt die Bauart der Hinterachse auch von der jeweiligen Radgröße ab: Die Frontantriebsversionen mit 19-Zoll-Rädern bekommen eine leichte aber einfacher aufgebaute Verbundlenker-Achse, die Varianten mit Allradantrieb und/oder 20-Zoll-Rädern fahren mit einer Mehrlenker-Achse. Wer also einen Frontantrieb mit 20-Zöllern ordert, bekommt die Mehrlenker-Achse. Die überarbeitete Lenkung soll eine bessere Rückmeldung, ein verbessertes Lenkgefühl in der Mittellage und weniger Reibung als beim Vorgänger bieten.

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Modelle mit 19-Zoll-Rädern und/oder Frontantrieb bekommen eine Verbundlenker-Hinterachse, Varianten mit Allradantrieb und/oder 20-Zoll-Rädern sind mit einer Mehrlenker-Hinterachse ausgerüstet.

Assistenzsysteme weiterentwickelt

Sein Assistenzsystem-Paket hat Nissan massiv weiterentwickelt – es heißt jetzt "ProPilot mit Navi-Link". Der adaptive Abstandstempomat arbeitet mit dem Spurhalte-Assistenten zusammen und beherrscht auch Stop-and-Go-Verkehr. Der Tempomat berücksichtigt außerdem Informationen aus der Verkehrszeichen-Erkennung und Navi-Daten – vor engen Kurven und Kreisverkehren verringert er die Geschwindigkeit. Der Totwinkelwarner ist jetzt aktiv: Sollte der Fahrer auf eine bereits besetzte Spur wechseln wollen, steuert der Spurwechsel-Assistent dagegen. Außerdem gibt es jetzt einen sogenannten Flankenschutz: Dieser warnt den Fahrer bei sehr engen Kurven vor schwer zu sehenden Hindernissen, die sich seitlich neben dem Fahrzeug befinden, wie zum Beispiel Poller – er warnt aber auch vor Ecken, bei denen wegen einer zu engen Kurvenfahrt eine seitliche Kollisionsgefahr besteht. Noch ein Update betrifft das rückwärtige Ausparken: Eine Bewegungserkennung soll hier helfen, drohende Kollisionen zu vermeiden. ProPilot mit Navi-Link gibt es ab der mittleren Ausstattungslinie N-Connecta gegen Aufpreis.

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Das Flank-Protection-System warnt den Fahrer, wenn er wegen einer zu eng gefahrenen Kurve ein seitlich positioniertes Hinderniss touchieren könnte.

LED-Schweinwerfer gab es gegen Aufpreis schon beim Vorgänger – jetzt kommt eine den Gegenverkehr ausblendende Matrix-Funktion hinzu.

Zwei 12-Volt-Mildhybride

Dieselmotoren gibt es nicht mehr für den neuen Qashqai – Nissan folgt hier einfach dem Markt: Die Nachfrage nach Selbstzündern ist in den vergangenen Jahren massiv gesunken, Tendenz weiter fallend. Basismotorisierung ist ein 1,3-Liter-Beziner in zwei Leistungsstufen. In der Stufe mit 138 PS ist der Motor an eine manuelle Sechsgang-Schaltung und Vorderradantrieb gekoppelt. Mehr Auswahl bietet die Ausbaustufe mit 155 PS: Hier kann der Kunde beim Frontantrieb zwischen dem Handschalter und einer stufenlosen Automatik (CVT: Continuously Variable Transmission) wählen. Zusätzlich gibt es eine Allradvariante, die allerdings immer mit dem CVT ausgerüstet ist. Der Motor ist grundsätzlich an ein 12-Volt-Mildhbridsystem gekoppelt. Dies ermöglicht das Zurückgewinnen von Energie beim Verzögern, Segeln, einer längere Nutzungsdauer der Start-Stopp-Funktion und elektrische Unterstützung beim Beschleunigen. Zum Speichern der zurückgewonnenen Energie sitzt eine Lithiumionen-Batterie im Unterboden.

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Das aufpreispflichte Assistenzsystem "ProPilot mit Navi-Link" enthält unter anderem eine Verkehrszeichen-Erkennung.

Neuer serieller Hybrid

Die Topmotorisierung bildet beim neuen Qashqai ein e-Power genanntes serielles Hybridsystem mit 188 PS. Dabei treibt der Verbrennungsmotor ausschließlich einen Generator an, dessen Strom wiederum entweder zur Batterie oder direkt zum Elektromotor fließt. Diese Hybridtechnik kam bisher bei Pkw nur selten zum Einsatz: Der BMW i3 mit Range Extender ist so ein Beispiel – allerdings lässt sich der Akku des i3 extern nachladen und seit 2018 ist die Version mit Range Extender nur noch in den USA und Japan auf dem Markt. Bei der ersten Generation des Chevrolet Volt/Opel Ampera sprach GM anfangs ebenfalls von einer seriellen Hybridtechnik – bis später herauskam, dass in einem "Betriebsmodus 4" doch der Verbrennungsmotor eine unmittelbar auf die Räder wirkende Antriebsleistung lieferte. Große Nutzfahrzeuge arbeiten teilweise mit seriellen Hybridsystemen auf Dieselmotor-Basis: Beim voll beladen 600 Tonnen schweren Muldenkipper Liebherr T282 generiert ein 20-Zylinder-Dieselmotor 3.650 PS, die ausschließlich einen Generator antreiben, der den Strom für die beiden Hinterachs-Radnabenmotoren liefert.

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Beim Rückwärts-Ausparken warnt das Assistenzsystem vor anderen sich nähernden Verkehrsteilnehmern (links). Droht der Fahrer ein im toten Winkel fahrendes Fahrzeug zu übersehen, lenkt ihn der aktive Assistent zurück in seine ursprüngliche Spur (rechts).

Nissan selbst setzt bereits seit 2017 auf dem japanischen Markt ein serielles Hybridsystem beim Note ein. Dort treibt ein vom Kompressor- zum Saugmotor modifizierter 1,2-Liter-Benziner (aufgeladen arbeitet der Motor im rein verbrennungsmotorisch angetriebenen Note) einen Generator an, dessen Strom wiederum den aus dem Nissan Leaf stammenden Elektromotor antreibt. Die Zwischenspeicher-Batterie hat dort eine Kapazität von lediglich 1,5 Kilowattstunden, der Normverbrauch soll 2,9 Liter Super betragen. Die Speicherkapazität der Batterie für den Qashqai e-Power hat Nissan noch nicht verraten. Was wir aber schon wissen: Ein externes Nachladen der Batterie ist auch hier nicht vorgesehen.

Elektrische Fahrt mit Verbrenner

Der e-Power-Antrieb soll ein elektrisches Fahrgefühl ohne Reichweitenangst ermöglichen – es gibt ihn nur als Frontantriebs-Variante. Ob er auch beim Qashqai zu einem Effizienzvorteil führt, ist ebenfalls noch nicht bekannt.

Den neuen Qashqai liefert Nissan ab Ende Frühjahr 2021 aus, die e-Power-Variante kommt einige Monate später auf den Markt. Preise haben die Japaner noch nicht bekannt gegeben. Sie dürften aber nicht allzuweit von denen des Vorgängers abweichen. Dessen Einstiegspreis liegt (im November 2020) bei 21.241 Euro

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Fazit

Der neue Nissan Qashqai ist in Länge und Breite leicht gewachsen, bietet dafür aber auch mehr Platz im Innenraum und einen um 50 Liter größeren Kofferraum. Die Bauart seiner Hinterachse hängt von der Radgröße und der Antriebsart ab: Bei 19-Zoll-Rädern und/oder Frontantrieb gibt es eine Verbundlenker-Achse, bei 20-Zöllern und/oder Allradantrieb ist eine Mehrlenker-Konstruktion verbaut. Die Assistenzsysteme des Qashqai hat Nissan deutlich aufgefrischt und mit aus höheren Klassen bekannten Funktionen versehen.

Einen Dieselantrieb gibt es beim Qashqai nicht mehr. Der in zwei Leistungsstufen angebotene 1,3-Liter-Benziner ist immer an ein 12-Volt-Mildhybridsystem gekoppelt. Als Getriebe gibt es entweder eine manuelle Schaltung oder ein CVT – bei der Allradvariante ist das CVT Standard. Neu auf dem europäischen Markt ist der serielle Hybridantrieb e-Power. Hier treibt ein Benzinmotor einen Generator an, der wiederum einen Elektromotor mit Strom versorgt. Nur die E-Maschine leitet Momente zu den Rädern weiter. Dies soll ein elektrische Fahrgefühl ohne Reichweitenangst ermöglichen.

Der e-Power-Antrieb ist interessant und in Japan beim Nissan Note erfolgreich. Allerdings kommt es bei dieser Antriebsart natürlich zu lokalen Emissionen – im Gegensatz zum reinen Elektroantrieb. Denn der Akku des e-Power-Antriebs ist nicht extern nachladbar – schade eigentlich. Das dürfte Kostengründe haben.

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