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Modularer Querbaukasten von VW: Alles zum MQB

Alles zum MQB von VW Überraschende Fakten zum Urvater der Plattformen

Volkswagens Modularer Querbaukasten wird zehn Jahre alt. Die perfekte Gelegenheit, um alles Wissenswerte zum MQB zu präsentieren – und daran zu erinnern, was das Ding überhaupt genau ist.

Man soll mit Superlativen ja vorsichtig umgehen. Aber im Fall des Modularen Querbaukastens des Volkswagen-Konzerns ist durchaus einer angebracht: Als die Plattform im Juni 2012 mit dem damals neuen Audi A3 und kurz darauf in seinen Kompaktwagen-Ablegern aus Wolfsburg, Mlada Boleslav und Martorell (siehe Fotoshow mit allen MQB-Baureihen) auf den Markt kam, revolutionierte sie die Auto-Entwicklung und -produktion. Einen Unterbau, der vom Kleinwagen über ein Kompakt-SUV bis hin zum Minibus alle automobilen Größen und Darreichungsformen abdeckt, hat es bis dahin nicht gegeben. Nicht umsonst dient der MQB in dieser Hinsicht als Blaupause: Inzwischen sind alle großen Autokonzerne bestrebt, eine möglichst weitreichend skalierbare Plattform über mehrere Marken und so viele Modelle wie möglich zu streuen.

Die reinen Zahlen geben dem VW-Konzept recht: Seit 2012 wurden mehr als 32 Millionen Fahrzeuge auf dieser Plattform produziert – allein über 20 Millionen von ihnen trugen das VW-Emblem. Und schon diese Zahlen verdeutlichen den wirtschaftlichen Vorteil der mit dem MQB einhergehenden extremen Gleichteilestrategie: VW konnte mit dem MQB die Skaleneffekte maximieren. Was angesichts der in der öffentlichen Wahrnehmung aktuell deutlich präsenteren VW-Plattformen MEB (Modularer E-Antriebsbaukasten) und dessen Nachfolger SSP ("Scalable Systems Platform") gerne vergessen wird: Der MQB ist noch längst nicht am Karriereende angelangt. "Unsere MQB-Modelle werden wir in den kommenden Jahren weiterentwickeln", sagt Ralf Brandstätter, Chef der Marke Volkswagen Pkw. "Die nächste Generation macht noch mal einen Innovationssprung."

Aber bevor es so weit ist, blicken wir erst einmal zurück und klären, was den Modularen Querbaukasten überhaupt auszeichnet – aus technischer und wirtschaftlicher Sicht.

Was ist der Modulare Querbaukasten?

Hinter der etwas kryptischen Bezeichnung "Modularer Querbaukasten" (kurz: MQB) verbirgt sich ein Plattformkonzept von Volkswagen, das die Fahrzeug-Entwicklung und -produktion über die VW-Konzernmarken Volkswagen, Audi, Skoda und Seat hinweg vereinheitlicht. So können alle Fahrzeuge, die auf dem MQB basieren, in den Werken des globalen VW-Fertigungsverbunds standardisiert und effizient gebaut werden. Ein weiteres Beispiel: Als die Produktion im Wolfsburger VW-Stammwerk von Golf VII auf VIII umgestellt wurde, ließen sich etwa 80 Prozent der bestehenden Anlagen im Karosseriebau weiternutzen.

VW MEB Plattform Update Radstände
E-Auto
Was veränderte sich mit dem MQB?

Zum Einen bietet der Modulare Querbaukasten die Möglichkeit, neben den herkömmlichen Verbrennungsmotoren auch alternative Antriebe wie Erdgas, Hybrid oder Antriebskomponenten für Elektrofahrzeuge in identischer Lage einzubauen. Zum Anderen verbindet der MQB vereinheitlichte Technikmaße wie den Abstand zwischen Gaspedal und der vorderen Radmitte mit variablen Parametern, wie etwa beim Radstand, den Spurbreiten und den Radgrößen. Auf diese Weise kann der MQB also auf verschiedene Fahrzeuge und Segmente übertragen werden.

Welche Vorteile bietet der MQB dem Kunden?

VW-Fahrzeuge sollen mit dem MQB mehr Platz im Innenraum, eine verbesserte Sicherheit, ein verringertes Gewicht und verbrauchsgünstigere Motoren erhalten. Ein grundlegendes Merkmal des MQB ist die Vorverlagerung der Vorderräder um bis zu vier Zentimeter (Kompaktklasse). Neben mehr Platz im Innenraum soll sich so auch der Insassen-Schutz weiter verbessert haben. Mit der Verwendung von gewichtsoptimierten Bauteilen wird außerdem das Fahrzeuggewicht gesenkt. Gegenüber ihren Vorgängern sollen die ersten MQB-Vertreter im Schnitt etwa 50 Kilogramm abgespeckt haben. Beim VW Golf VII sollen es im Vergleich zur sechsten Generation sogar knapp 100 Kilogramm gewesen sein.

Welche Antriebssysteme gibt es innerhalb des Modularen Querbaukastens?

Volkswagen hat im Zuge der Einführung des MQB jeweils zwei neue Benzin- und Diesel-Aggregate entwickelt. Diese Vertreter der Generation EA 211 bauen kompakter als die Vorgänger-Generation EA 111 und nehmen weniger Platz ein; gleichzeitig sollen sie leichter und – unter anderem durch Zylinderabschaltung – sparsamer geworden sein. Der Vierzylinder-TSI-Benzinmotor mit 1,2 Litern Hubraum leistet 85 oder 105 PS, das 1,4-Liter-Aggregat war mit 122 oder 140 PS Leistung erhältlich. Das maximale Drehmoment beträgt 165 und 175 Nm bei den 1,2-Liter-Motoren, die beiden 1,4-Liter-Varianten bringen es auf 200 und 250 Nm ab einer Drehzahl von 1.400U/min.

06/2022, VW Volkswagen Modularer Querbaukasten MQB Antriebs-Layout
Volkswagen AG
Technische Einzelheiten zum Benzinmotor EA 211, der gemeinsam mit dem MQB debütierte.

Inzwischen hat VW den EA 211 weiterentwickelt. Der EA 211 evo debütierte 2017 und hat als Dreizylinder einen und mit vier Zylindern 1,5 Liter Hubraum. Die Saugmotoren mit 65 und 75 PS sind Basismotoren bei Ibiza, Polo & Co., während die turbogeladenen Versionen mit 95 und 115 PS die Einstiegsmodelle der Kompaktklasse antreiben. Der Vierzylinder leistet im Golf 130 und 150 PS.

Die neuen Dieselmotoren aus dem Modularen Dieselbaukasten (MDB) mit dem Kürzel EA 288, die auf den Skandalmotor EA 189 folgten, kommen mit 1,6 und 2,0 Litern Hubraum und leisten zwischen 90 und 190 PS. Das maximale Drehmoment reicht von 250 bis 380 Nm. Auch die Selbstzünder gelten als deutlich sparsamer und erfüllen die seit September 2014 geltende Euro-6-Norm. Unter anderem im Passat und Tiguan wird als Option eine leistungsstärkere Biturbo-Variante mit 240 PS eingebaut. In T6, Caddy und Crafter werden modifizierte Versionen dieses Motors eingebaut; die interne Bezeichnung dafür ist EA 288 Nutz.

Außerdem kann der MQB auch andere Antriebsarten als reine Verbrenner darstellen. 2013 brachte VW mit dem damals Blue-e-Motion genannten Golf das erste rein elektrisch angetriebene Fahrzeug, das auf dem Modularen Querbaukasten basierte. Als E-Golf blieb das Modell bis Dezember 2020 im Programm. Auch diverse Plug-in-Hybrid-Modelle mit dem Kürzel GTE basieren auf dem MQB. Einzelne Klein- und Kompaktwagenmodelle des Konzerns sind zudem mit Erdgasantrieb erhältlich.

In welcher Verbindung stehen die Motoren mit dem MQB?

Innerhalb des MQB werden alle Motoren in derselben Lage eingebaut. Sie sind um zwölf Grad nach hinten geneigt, wodurch der Antriebsstrang und die Antriebswellen vereinheitlicht werden konnten. Bei den Benzinern wurde im Vergleich zu den Vorgängermotoren der Zylinderkopf um 180 Grad gedreht, sodass – analog zu den Dieselmotoren – die Ansaugseite des Motors zur Fahrzeugfront und die Abgasseite zur Fahrgastzelle gerichtet ist. Auf diese Weise ließ sich eine einheitliche Verbindung zwischen Motor und Getriebe realisieren, die es erlaubt, alle Motoren mit dem gleichen Getriebe zu koppeln. VW konnte nach eigenen Angaben die Motor- und Getriebe-Varianten im MQB um 88 Prozent reduzieren.

VW-Strategie-2030-New-Auto
Politik & Wirtschaft
Warum führte Volkswagen den MQB ein?

Der VW-Konzern führte den markenübergreifenden MQB in den besonders volumenstarken Segmenten (Kleinwagen, Kompakt- und Mittelklasse) ein, um weltweit wettbewerbsfähig zu bleiben. Mit der neuen Plattform sollte die Produktion der Fahrzeuge mit der Verwendung baugleicher Module entscheidend vereinfacht und kostengünstiger gestaltet werden. Außerdem wollte Volkswagen mit dem Modularen Querbaukasten ein international marktgerechtes Preismodell erschaffen, um auf diese Weise die Märkte in den Schwellenländern besser bedienen zu können.

Welche Vorteile brachte der MQB für den Konzern?

Unterm Strich konnten mit der Standardisierung von Bauteilen, Maßen und Produktionsabläufen die Kosten gesenkt und Fertigungszeiten reduziert werden. Volkswagen lässt jährlich Millionen Exemplare der insgesamt über 220 Konzernmodelle in weltweit mehr als 90 Standorten produzieren. Eine Standardisierung von Komponenten und Fertigungsprozessen hat daher wirtschaftliche Vorteile. Außerdem erhöht sich mit dem MQB die Flexibilität bei der Entwicklung neuer Fahrzeuge; so lassen sich zum Beisiel Nischen schneller bedienen.

06/2022, VW Volkswagen Modularer Querbaukasten MQB Skalierbarkeit
Volkswagen AG
Beim MQB ist nur der Bereich zwischen Vorderachse und A-Säule fest definiert - der Rest ist variabel konstruiert.
Welche Komfort- und Assistenzsysteme hatte der MQB zu bieten?

Mit dem Modularen Querbaukasten hielten neue Assistenzsysteme und technische Innovationen Einzug in die Klasse der Kompakt- und Kleinwagen. Die Liste ist lang: kamerabasierte Verkehrszeichenerkennung, Müdigkeitserkennung, automatische Distanzkontrolle ACC, Umfeldbeobachtungssystem Front Assist, Spurhaltesystem Lane Assist, Multikollisionsbremssystem, Vorderachsquersperre VAQ, Progressivlenkung und ein proaktives Insassenschutzsystem waren dank MQB auch für VW Golf und Audi A3 erhältlich.

Welche waren die ersten Modelle, die auf dem MQB aufbauten?

Der 2012 neu eingeführte Audi A3 war das erste Fahrzeug, das auf dem Modularen Querbaukasten aufbaute. Das Kompaktmodell der Ingolstädter rollte im Juni 2012 zu den Händlern. Im Oktober desselben Jahres folgte dann mit der siebten Generation des VW Golf das zweite Fahrzeug, das auf der neuen Plattform basierte. Nach und nach brachten die VW-Konzernmarken in aller Welt über 40 Modelle auf den Markt, die den MQB nutzten und weiterhin nutzen.

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Hat der MQB tatsächlich die Auto-Entwicklung und -produktion revolutioniert?
Ja. Das Konzept wird inzwischen von der ganzen Autoindustrie kopiert - das sagt eigentlich alles.
Nein. Die Plattformstrategie hat es immer gegeben - VW vermarktet sie nur besser.

Fazit

Dass VW mit dem MQB ins Schwarze getroffen hat, verdeutlicht die Tatsache, dass inzwischen alle Autokonzerne ihre Produkte nach einem ähnlichen Plattformkonzept entwickeln und produzieren. Und der Modulare Querbaukasten ist längst nicht am Ende: Mit dem kommenden Passat und Tiguan stehen die nächsten wichtigen MQB-Vertreter bereits in den Startlöchern. Und auch für die immer wichtigeren Märkte in Schwellenländern ist der Unterbau von elementarer Bedeutung – vor allem in seiner A0-Ausprägung.

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