Hyundai Tucson (2020) Kaltvergleich Skoda Kodiaq Hersteller / Patrick Lang
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SUV-Vergleich zwischen Hyundai Tucson und Skoda

Kann der neue Koreaner den Kodiaq angreifen?

Das SUV-Segment ist ein Haifischbecken und wir werfen den Tucson hinein. Er muss sich mit einem erfahrenen Gegner messen – dem Skoda Kodiaq.

Die einen beschimpfen sie, die anderen kaufen sie – und wenn man auf die Zahlen blickt, sind letztere wohl die Mehrheit. Kein anderes Segment ist so beliebt wie das der SUV, das gerade in diesem Sommer die Grenze von 100 unterschiedlichen Baureihen gerissen haben. Entsprechend groß ist die Modellauswahl und entsprechend stark das Konkurrenzumfeld für Neulinge. 21 Prozent aller neu zugelassenen Autos sind SUV und damit WLTP und Corona zum Trotz noch immer 2,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Eine etablierte Größe innerhalb dieser Fahrzeuggattung ist der Skoda Kodiaq. Der tschechische Tiguan verkauft sich stabil, doch was für unseren Vergleich noch wichtiger ist: Es ist eine Vielzahl von Konfigurationen und Ausstattungen im Angebot. Die wollen wir nun einem neuen Player auf dem Spielfeld gegenüberstellen – dem neuen Hyundai Tucson, der ab kommendem Jahr beim Händler stehen wird.

Hyundai Tucson (2020) Kaltvergleich Skoda Kodiaq
Hersteller / Patrick Lang
Der Kodiaq ist 20 Zentimeter länger, schlägt den Hyundai um 12 Zentimeter beim Radstand und um 20 Liter beim Ladevolumen.

Abmessungen und Stauraum

Fangen wir also mit den Abmessungen an. Mit einer Länge von 4,7 Metern bei 2,8 Metern Radstand ist der Kodiaq durchaus als einer der größeren Vertreter der Kompakt-SUV-Klasse zu bezeichnen. 1,66 Meter geht es in die Höhe, 1,88 Meter in die Breite. Letzteren Angaben entspricht auch der neue Tucson. Bei Länge (4,50 Meter) und Radstand (2,68 Meter) zieht er jedoch um 20, beziehungsweise 12 Zentimeter buchstäblich den Kürzeren. Mit bis zu 620 Litern Laderaum-Volumen (je nach Antriebsstrang) muss sich der Koreaner nicht verstecken, kann allerdings auch in diesem Punkt dem Kodiaq (bis 650 Liter als Fünfsitzer) nicht das Wasser reichen. Werden die Sitze umgelegt, steigt die Differenz. Mit 2.065 Litern packt der Skoda 266 Liter mehr weg (1.799 Liter beim Tucson).

Über Design lässt sich bekanntlich schlecht streiten. Aber hat definitiv er Tucson den außergewöhnlicheren Look. Die fragmentierten LED an der Front und die Vampirzahn-ähnlichen Heckleuchten hat man so noch nicht gesehen. Dagegen wirkt der Kodiaq beinahe bieder. Hier sehen Sie allerdings schon das Problem der Beurteilung: "Bieder" könnte auch mit "allgemeingefällig" übersetzt werden und auf der anderen Seite wird nicht jeder "außergewöhnlich" positiv finden.

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Unterschiedliche Cockpit-Layouts

Im Innenraum geht es bei der Gestaltung dagegen nicht ausschließlich um die Optik, sondern auch um Ergonomie, Übersichtlichkeit und Logik. Hier stellt der Kodiaq seinen Insassen kaum Rätsel – ein Vorteil als Angehöriger des SUV-Establishments. Die Kunden sind mit Schützenhilfe der Konzern-Geschwister bereits zum Skoda-Cockpit erzogen worden. Der Tucson fährt mit einem großen tief sitzenden 10,25-Zoll-Touchscreen und einem ebenso großen digitalen Instrumentendisplay vor.

Die tiefe Position darf vor allem deshalb gesondert erwähnt werden, weil das Cockpit rund herum flach verläuft und auf jegliche Aufbauten verzichtet. Das sorgt für einen ungetrübten Blick auf die Straße. Ob darunter die Bedienbarkeit leidet, muss der erste Check zeigen. Die Darstellung auf dem mittigen Screen wirkt zusammen mit den vielen Einzeltasten darunter auf den ersten Eindruck zumindest recht kleinteilig. Hier gibt sich der Kodiaq übersichtlicher, dafür tritt der Tucson mit einem sehr klaren Design an und versteckt etwa die Lüftungsdüsen elegant im Schwung des Cockpits. Dadurch entsteht eine flächige Optik ohne Kanten und Krater.

Hyundai Tucson (2020) Kaltvergleich Skoda Kodiaq
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Auch im Innenraum wirkt der Tucson moderner. Ob sich das positiv oder negativ auf die Bedienbarkeit auswirkt, muss der erste Check zeigen.

Viel mehr Motoren bei Hyundai

Die Motorenpalette für Skodas größten SUV wirkt aktuell etwas verwaist. Zwei Benziner (1,5-Liter mit 150 PS und Zweiliter mit 190 PS) sowie ein Diesel (2.0 TDI mit 150 PS) sind im Angebot. Einerseits haben die Tschechen aber gerade mit Blick auf die kommenden CO2-Emissions-Richtlinien ausgedünnt und andererseits steht das Facelift-Modell bereits in den Startlöchern. Das wird es dann auch mit dem Hybrid-Antriebsstrang aus dem Superb geben (1,4-Liter Benziner plus E-Maschine mit insgesamt 218 PS). Die Optionen DSG und Allrad bleiben natürlich erhalten.

Der Tucson schöpft aus dem Stand das volle Potential der Marke aus. Diesel, Benziner, Mild-, Voll- und Plugin-Hybrid, Front- und Allradantrieb nebst adaptiven Dämpfern. Das Leistungsspektrum reicht hier von 136 PS im Diesel über 150 und 180 PS starke Benziner bis hin zum Plugin-Hybrid-Antrieb aus dem Santa Fe mit 265 PS. Ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe ist ebenso im Angebot wie ein automatisiertes Schaltgetriebe (Sechs-Gang), das sich hierzulande traditionell keiner allzu großen Beliebtheit erfreuen dürfte. Insgesamt fächert der Tucson sein Antriebsangebot mit neun Varianten aber weiter auf als der Kodiaq.

Skoda Kodiaq 2.0 TSI 4x4, Bremstest
Skoda Kodiaq 2.0 TSI 4x4, Bremstest Skoda Kodiaq 2.0 TSI 4x4, Seitenansicht Skoda Kodiaq 2.0 TSI 4x4, Frontansicht Skoda Kodiaq 2.0 TSI 4x4, Seitenansicht 21 Bilder

Zu einzelnen Optionen, Sonderausstattungen und Extras lässt sich bisher noch kein Vergleich anstellen, denn den Tucson gibt es noch nicht im Konfigurator. Das Vorgängermodell startet bei 24.200 Euro in der Basisversion und kostet in der größten Ausstattungslinie "Premium" mit Allradantrieb und als 185 PS starker Diesel-Mildhybrid rund 42.800 Euro. Der Kodiaq startet mit 29.000 Euro etwas darüber und reicht als Topmodell Laurin und Klement mit Allrad und 150-PS-Zweiliter-Diesel nebst DSG bis auf 45.350 Euro. Mit der neuen Generation des Tucson dürften sich die Preise allerdings etwas annähern.

Fazit

Der Hyundai Tucson macht der Bezeichnung "Kompakt-SUV" schon allein durch seine Abmessungen mehr Ehre als der Kodiaq. Wer viel Platz braucht, wird zum Tschechen greifen, sofern einem das Motorenangebot ausreicht. Die größere Vielfalt und den moderneren Auftritt gibt es bei Hyundai.

Skoda Kodiaq
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