VW Golf 8, Cockpit, Infotainment, Bedienkonzept Dino Eisele
VW Golf 8, Cockpit, Infotainment, Bedienkonzept
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VW Golf 8, Cockpit, Infotainment, Bedienkonzept 24 Bilder

VW Golf 8 (2020) - Bedienkonzept

Sag den Knöpfen leise Servus!

Der Bestseller von Volkswagen geht in die achte Runde. Wir checken das Cockpit des neuen VW Golf 8 und erklären das rundum neue Bedien-Konzept.

Neben neuen, sparsameren Motoren, einem geschärften Design der etwas längeren, dafür flacheren und schmaleren Karosserie sowie neuen Assistenten und Online-Diensten bekam der neue Golf VIII (2019) auch ein neues Bedienkonzept. Das basiert auf dem Modularen Infotainment Baukasten (MIB) des Konzerns und reduziert die Zahl der Tasten und Knöpfe deutlich. Fortschritt? Rückschritt? Oder von beidem etwas? Ein erster Bedien-Check.

Der Golf ist der Golf geblieben. Das ist der erste Eindruck nach dem Einsteigen und dem Druck auf die Starttaste. Hinterm serienmäßigen Multifunktionslenkrad leuchtet das stets serienmäßig volldigitale Cockpit mit einem großen Drehzahlmesser links und einem ebenso großen Tacho rechts auf. Auch in das Zentraldisplay in der Armaturenbrettmitte kommt Leben. Es ist ebenfalls serienmäßig an Bord – mit 8,25 Zoll Größe. Unser Foto-Modell, dem wir in Wolfsburg einige Stunden auf den Zahn fühlen konnten, ist mit dem Top-Navigationssystem Discover Pro ausgerüstet. Das bedeutet dann auch: zehn Zoll Bildschirmgröße und Innovision-Cockpit, also: High-end.

Golf VIII (2019): flachere Luftausströmer

Der Innenraum des VW Golf 8 im Check
10:49 Min.

Was erst beim Blick nach vorn auffällt: In der Windschutzscheibe sitzt nun ein . Nicht sonderlich groß, aber gut ablesbar. Blick nach rechts und links übers Armaturenbrett: Die Ausströmer der serienmäßigen Klimaautomatik (für den Fond gibt es sogar eine dritte Klimazone mit eigenen Reglern) sind viel flacher als bisher. Daher wohl fehlen den Düsen die praktischen Drehrädchen für den Luftdurchsatz des Vorgängers. Intensität und Richtung des Luftstroms lassen sich im Golf VIII nicht fein getrennt voneinander regeln. Der Golf VII konnte das – und vielleicht hätte es der Zugluft-Hasser Ferdinand Piëch auch so gewollt.

Das mag eine Kostenfrage gewesen sein, womöglich auch wie die Abkehr vom langen Wählhebel hin zum Miniatur-Stummel in der Mittelkonsole ein Diktat des Designs. Immerhin: Der kleine Wählhebel ist nicht mehr mechanisch mit dem Doppelkupplungsgetriebe verbunden, sondern nur by wire. Klar, er schafft Platz in der Mittelkonsole mit den neuen kleinen USB-C-Steckplätzen, für die viele Käufer wohl noch nicht geeignete Kabel besitzen. Und er soll den Komfort erhöhen, indem man beim Rangieren schon im Ausrollen von D in R schalten kann. Manuell schalten kann der Fahrer des Golf VIII aber nur noch an den Schaltwippen des Lenkrads.

Aber jetzt erst einmal zum Licht! Den mechanischen Drehregler links vom Lenkrad ersetzt nun ein Touchpad, in dem auch das Schlechtwetterlicht der optionalen Matrix-LED-Scheinwerfer, Nebelschussleuchte, Heckscheibenheizung und Frontscheiben-Defroster geschaltet werden. Erster Eindruck: Die gewünschte Schaltfläche findet man nicht ohne einen kurzen Blick zum Touchpad. Der Drehschalter des Vorgängers dagegen ließ sich ertasten. Nebelscheinwerfer oder Nebelschlussleuchte reagierten auf Zug am Knopf. Dass der neue Golf VIII das jeweilige Licht kurz im Display anzeigt, wenn der Fahrer was geändert hat, ist für diesen tastbaren Schalter wohl kein vollwertiger Ersatz.

Klimatisierung: Sliden und Tippen Im Golf VIII

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Durch Verschieben des Fingers nach links oder rechts lässt sich die Temperatur regulieren. Tippen geht auch.

Das Klima-Bedienteil des Golf VII mit drei Dreh-/ Drückknöpfen und einer Tastenleiste ist verschwunden. Wer Feineinstellungen wie Luftverteilung oder Gebläsestärke regulieren will, muss ins Klima-Menü gehen. Nur die Temperatur lässt sich direkt steuern – mit Hilfe zweier flacher Bedienflächen unterhalb des Zentralmonitors, der sogenannten Slider. Finger drauf und seitlich verschieben: Es wird wärmer oder kälter. Auf diese Weise lässt sich auch mit einem mittigen, breiteren Slider die Lautstärke der Audioanlage regeln, wobei das wohl meistens am Multifunktionslenkrad geschieht.

Wer zum Heizen oder Kühlen nicht sliden will, kann auch mit dem Finger einfach auf die rote oder blaue Fläche des Tasters tippen und so in 0,5-Grad- Schritten justieren. Oder er sagt einfach „Hallo Volkswagen, ich friere“. Und schon antwortet der Golf VIII: „Okay. Vorn links wird es gleich wärmer.“ Vorn links? Ja. Die das System erkennt zuverlässig, von welchem Sitz aus der Wunsch geäußert wird.

Sitzheizung gefällig? Einfach mit dem Golf VIII sprechen oder mit zwei Fingern auf die Slider tippen – Visualisierung der Heizleistung in einem kleinen Pop-up-Fenster inklusive.
 Im Golf VII gibt es hierfür eine kleine Taste, die ein Menüfenster im Monitor öffnet, in dem sich wiederum die Lenkradheizung aktivieren lässt. Die liegt beim Golf VIII wunderbar intuitiv unter einer Taste im Multifunktionslenkrad – ein klarer Fortschritt. Ein Slider in der Dachkonsole steuert nun auch das optionale Panoramadach nach dem logischen Muster: Nach hinten streichen: Es öffnet. Nach vorn: es schließt. Tippen: Das Dach hebt wird angehoben. Direkt daneben sind die Leseleuchten, die sich auch per Fingertipp aktivieren und sogar ganz nach Wunsch dimmen lassen.

Zum Menü-Hopping reicht eine Handbewegung. Oft.

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Durch die Ansichten des Hauptmonitors lässt sich per Gestensteuerung scrollen.

Zurück zum Zentral-Monitor: Wie gewohnt finden sich im Hauptmenü wie auf dem Smart- phone-Startbildschirm Kacheln, die in die zahlreichen Untermenüs führen. Die Kacheln lassen sich nun aber durch langes Tippen individuell anordnen. Außerdem lassen sich etwa in der Navigationsebene Schnellwahltasten legen, die zum Beispiel direkt zum Telefon- oder zum Media-Menü führen – praktisch. Einen zentralen Drück-Drehsteller gibt es nicht, bedient wird das System hauptsächlich auf dem beeindruckend brillanten Touchscreen oder per Spracheingabe. Im Hauptmenü scrollen lässt sich wie bisher durch Wischen auf dem Monitor oder nun auch durch Wedeln mit der Hand vor dem Monitor. Das Wischen und Schieben klappt ziemlich zuverlässig, die Gestensteuerung erforderte bei ersten Versuchen allerdings oft mehrere Versuche.

Direkt zum Hauptmenü zurück führt ein Druck auf ein kleines Quadrat – passt. Auch gut: Vier Tasten etwas weiter unten führen direkt zur Konfiguration von Klimaautomatik, Assistenz, Park- und Rangierhilfe oder Fahr-Modi. Hier zieht Technik vom Passat ein, denn die Adaptivdämpfer lassen sich per Slider stufenlos konfigurieren.

Vielfältiger als bisher lässt sich auch das Digital-Cockpit hinterm Lenkrad konfigurieren. Das ist ein wenig schmaler als bisher, doch die Navigationskarte reicht auf Wunsch nun bis in die äußersten Ecken. Tacho und Drehzahl lassen sich mit diversen Inhalten füllen. Dazu dienen die Wippen im Lenkrad und die View-Taste. Die Möglichkeiten sind immens, manche Übertreibung hätte man allerdings eher von einem chinesischen Anbieter erwartet: Ein Digitaltacho etwa lässt sich gleich zweifach ins Cockpit legen, auf Wunsch kann man sich auch die Längsbeschleunigung visualisieren lassen wie an der Spielekonsole. Und dann ist da ja auch noch das Ambientelicht: Ab der zweiten Ausstattungsebene Life verfügt es über zehn, ab dem Ausstattungsniveau Style über 32 zum Teil sehr grelle Farben. Die lassen sich auch individuell mischen für insgesamt drei Ebenen vom Cockpit über Seitenverkleidungen und Mittelkonsole bis zum Fußraum.

Der erste Käufer war geizig? Tempomat oder WLAN-Hotspot per Download

Nicht täglich von Bedeutung, aber trotzdem interessant: Der Golf VIII ist nicht mehr für die Ewigkeit gebaut – zumindest, wenn es um einige elektronische Funktionen geht: Per Upgrade-Download lassen sich im Shop-Menü WLAN-Hotspot, Fernlichtassistent, schnurlose Smartphone-Integration, Smartphone-Navigation, Abstandregeltempomat und mehr kaufen. Die Hardware hierzu wird standardmäßig in jedem Golf VIII verbaut, auch wenn der Erstbesitzer diese Funktionen gar nicht bestellt. Das dürfte künftig helfen, einen gebrauchten Achter an den Mann zu bringen, obwohl er nicht mit genau jenen Features ausgestattet ist, die dem nächsten Besitzer wichtig sind.

Serienmäßig an Bord sind heute dagegen schon im Basis-Golf VIII die Online-Dienst von We Connect. Per Mobilfunk-App kann der Käufer auf dem Smartphone Reichweite und Servicebedarf checken, die Türen öffnen und verschließen, sich die Parkposition seines Golf VIII anzeigen lassen oder die Standheizung aktivieren. Ebenfalls im Angebot: Hat der Besitzer das Auto verliehen und entsprechende Alarmdienste eingestellt, bekommt er eine Information aufs Smartphone, wenn das Auto eine verabredete Höchstgeschwindigkeit überschreitet, in ein bestimmtes Gebiet einfährt oder ein anderes Gebiet verlässt. Demnächst soll auch eine Routenplan-Funktion hinzukommen. Daheim am Smartphone oder am Rechner eine Route mit Übernachtungen und allem planen, übers Internet an den Golf VIII schicken – und fertig

Aus dem Golf VIII: Alexa, heiz das Haus vor!

In der Daten-Cloud kann der Golf Besitzer zudem ein Profil mit seinen bevorzugten Fahrzeugeinstellungen hinterlegen, das er dann in jedem neuen Golf VIII – zum Beispiel einem Mietwagen – abruft. Klimatisierung, der elektrisch einstellbare Fahrersitz (Serie ab Style) sowie die Außenspiegel werden dann genau so justiert wie in seinem privaten Auto. Wer auch von unterwegs sein vollautomatisiertes Heim im Griff haben will, kann sich darüber hinaus die Alexa-App ins Auto laden und zum Beispiel das Haus vorheizen.

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Fazit

Puh, es gibt in der Tat sehr viel zu bedienen im neuen Golf VIII. Was man so täglich braucht, geht eigentlich locker von der Hand, auch wenn die Klima- und Audio-Slider oder das Licht-Touchpad nichts besser können als konventionelle Drehregler. Wer alle Möglichkeiten des digitalsten Golf ever nutzen möchte, muss sich schon tiefer in die Materie einlesen. Aber das kann ja durchaus Spaß machen. Und schließlich ist ein Auto ja noch immer zum Fahren da. Was der Golf VIII (2019) da so bietet, lesen Sie hier.

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