Die Zukunft der A-Klasse war eigentlich bereits entschieden: es gab keine für das kompakte Einsteiger-Modell mit Stern. Noch im Frühjahr 2025 hatte Mercedes verkündet, dass das Kompaktmodell ohne direkten Nachfolger auslaufen soll. Stattdessen sollte der CLA die Rolle des Einstiegsmodells übernehmen. Inzwischen ist diese Entscheidung revidiert, es wird nach der aktuellen Baureihe 177 auch in Zukunft einen kleinen Benz geben, allerdings nicht mehr aus Deutschland.
A-Klasse-Nachfolger auf MMA-Basis
Die zentrale Rolle spielt dabei die Mercedes Modular Architecture (MMA), die künftig als gemeinsame Basis für mehrere Modelle dient. Ursprünglich waren vier Baureihen auf dieser Plattform vorgesehen, der CLA und der CLA Shooting Brake sowie GLA und GLB), nun wird das Portfolio um ein weiteres Modell erweitert. Intern gilt dieses Fahrzeug als fünfte MMA-Baureihe als zumindest indirekter Nachfolger der A-Klasse.
Design-Chef gibt Hinweise
Konkrete Hinweise zur Umsetzung lieferte jetzt Robert Lesnik, Director Exterior Design bei Mercedes, im Gespräch mit dem britischen Portal Auto Express. "Die aktuelle A-Klasse geht ins Werk nach Ungarn. Das Werk kann auch die nächste Generation der A-Klasse abbilden", sagt Lesnik mit Blick auf die Produktionsplanung. Gleichzeitig hebt er die technische Variabilität hervor: "Die MMA-Plattform ist flexibel, was wichtig ist, weil wir unsere Entscheidungen künftig schneller anpassen müssen."
Auch Konzernchef Ola Källenius hat diesen Kurswechsel öffentlich bestätigt. Auf dem auto motor und sport Kongress im Oktober 2025 erklärte er, dass es weiterhin ein Einstiegsmodell unterhalb des CLA geben werde, wenn die aktuelle A-Klasse Ende 2027 ausläuft. Auffällig ist dabei die Wortwahl: Der Begriff "A-Klasse" wird von Unternehmensseite vermieden, was auf eine mögliche Neupositionierung auch beim Namen hindeuten könnte. Källenius formulierte es bewusst offen: "Es wird auch künftig einen erreichbaren und sportlichen Einstieg in die Marke Mercedes-Benz geben, lassen Sie sich überraschen."
Elektrisch und Hybrid
Technisch wird sich die künftige Kompaktklasse von Mercedes an den Möglichkeiten der neuen Plattform orientieren. Die MMA ist zwar primär auf Elektroantriebe ausgelegt, kann allerdings auch mit Hybridantrieben bestückt werden, wie es der neue CLA gerade vormacht. Bei den Elektrovarianten kommt eine 800-Volt-Architektur zum Einsatz, die hohe Ladeleistungen ermöglicht. Reichweiten von bis zu 750 Kilometern sind je nach Konfiguration denkbar. Ergänzt wird das System durch eine neue Software- und Elektronikarchitektur (MB.OS), die Assistenzfunktionen bis hin zu erweiterten Automatisierungsstufen ermöglicht.
Diese Flexibilität betrifft nicht nur die Antriebe, sondern auch die Modellstrategie. Während die aktuelle A-Klasse noch klar als kompaktes Schrägheck positioniert ist, wird der Nachfolger stärker als eigenständige Baureihe innerhalb des Portfolios gedacht. Die enge technische Verwandtschaft mit dem CLA (die neue Baureihe sehen Sie in der Bildergalerie) bleibt bestehen, dennoch soll das Einstiegsmodell klar differenziert werden.
Auch beim Design zeichnet sich eine Weiterentwicklung ab. Design-Chef Lesnik beschreibt die künftige Ausrichtung mit klassischen Proportionen: "Die nächste A-Klasse sollte eher eine nach hinten orientierte Silhouette haben." Damit bleibt das Modell näher an traditionellen Kompaktwagenformen. Details zu Karosserie und Gestaltung nennt Mercedes bislang nicht.
Marktstart und Preis
Die zeitliche Planung sieht einen gestaffelten Übergang vor. Die aktuelle A-Klasse wird noch bis Ende 2027 gebaut, bevor das neue Modell auf MMA-Basis folgt. Ein Produktionsstart ist deshalb frühestens 2028 vorstellbar, möglicherweise erst 2029. Im zweiten Quartal 2026 wird die Produktion der aktuellen A-Klasse nach Kecskemét in Ungarn verlagert, wo künftig auch die nächste Generation entstehen soll.
Preislich wird das neue Einstiegsmodell natürlich unterhalb des CLA (aktuell ab rund 44.000 Euro) positioniert werden. So soll das kompaktere Modell den Zugang zur Marke offenhalten. Konkrete Zahlen nennt Mercedes nicht, intern wird jedoch von einer klaren Differenzierung ausgegangen. Wir orakeln hier einmal in Richtung 38.000 Euro als Einstiegspreis für ein Hybrid-Modell.












