Extreme E Prototyp - Goodwood 2019 Motorsport Images
Extreme E Odyssey 21
Extreme E Prototyp - Goodwood 2019
Extreme E Prototyp - Goodwood 2019
Extreme E Prototyp - Studie 2019 12 Bilder

Extreme E Elektro-Rallye-Serie

Newey wird Teil von E-Offroad-Team

Ab 2021 soll eine neue Elektro-Offroad-Serie an den Start gehen – die Extreme E. Das Einsatzauto hört auf den Namen Odyssey 21. Involviert sind auch viele prominente Namen aus der Welt des (konventionellen) Rennsports.

Die für 2021 geplante Elektro-SUV-Rennserie Extreme E hat ihren vierten Teilnehmer vorgestellt: Neben den beiden deutschen Teams ABT Sportsline und HWA sowie dem monegassischen Elektroauto-Spezialisten Venturi will auch der britische Rennstall Veloce Racing an den Start gehen.

Das britische Offroad-Projekt kannd dabei prominente Unterstützung vorweisen. Einer der Gründer des Teams ist der aktuelle Formel-E-Champion Jean-Eric Vergne. Mit an Bord ist auch Design-Guru Adrian Newey, der neben seiner Rolle als Technik-Direktor beim F1-Team von Red Bull Racing als „Lead Visionary“ bei Veloce Racing von der Partie ist. Wie genau die Aufgaben des „Visionärs“ aussehen, ist allerdings nicht näher beschrieben.

Zuletzt wurden auch die ersten Namen für den Fahrerpool der Extreme-E-Serie veröffentlicht. Der bekannteste unter den Piloten, die ihr Interesse an einem Cockpit bekundet haben, ist der sechsfache Rallye-Champion Sebastien Ogier. Dazu kommen noch der zweifache DTM-Meister Timo Scheider, die Siegerin der ersten Formel-W-Saison, Jamie Chadwick, sowie die Rallycross-Asse Kevin und Timmy Hansen sowie Andreas Bakkerud.

Adrian Newey & Jean-Eric Vergne - Extreme E - 2019
Extreme E
Adrian Newey und Jean-Eric Vergne unterstützen das Extreme-E-Projekt als Mitglieder des Teams "Veloce Racing".

Einheitsrennwagen wie in der Formel E

Das Auto, das in der neuen Rennserie zum Einsatz kommen soll, wurde schon im Juli 2019 im Rahmen des Goodwood Festival of Speed vorgestellt. Der Einheits-Offroader hört auf den Namen Odyssey 21. Gebaut wird der 2,3 Meter breite SUV von Spark Racing Technology. Die 2012 gegründete Firma sitzt im südlich von Paris gelegenen Tigery und baut auch die Rennkarosserien für die Formel E.

Der elektrische Antriebsstrang des Odyssey 21 leistet 400 Kilowatt (558 PS) und beschleunigt den 1.650 Kilogramm schweren Renner in 4,5 Sekunden von null auf 100 km/h. Außerdem soll der Odyssey 21 Steigungen von bis zu 130 Prozent überwinden können. An der Entwicklung der für raue Offroad-Einsätze konzipierten Batterie war Williams beteiligt, die Reifen kommen von Continental.

Die Rennserie Extreme E wurde vom spanischen Unternehmer Alejandro Agag und dem brasilianischen Rennfahrer Gil de Ferran initiiert. Beide wollen mit den Rennen auf Umweltzerstörungen aufmerksam machen. Die Rennen sollen nur an Orten stattfinden, bei denen die Umwelt stark zerstört ist – beispielsweise auf Flächen, wo Regenwald abgeholzt wurde.

Laut Agag interessieren sich viel mehr Menschen für Motorsport als für Umweltdokumentationen. Deshalb möchte er ihnen Umweltschutz über den Motorsport näher bringen. Um für eine möglichst große Aufmerksamkeit zu sorgen, hoffen die Gründer noch auf weitere prominente Unterstützer.

Auch der Renn-Modus steht schon fest. Zwei Guppen mit je sechs Teams sollen gegeneinander antreten. In den Gruppen fährt jeder gegen jeden. Acht Autos kommen weiter. Per Playoff-Verfahren geht es über Viertel- und Halb-Finale ins Finale. Die Offroadkurse sollen acht bis zehn Kilometer lang sein, die Teilnehmer müssen dort installierte Tore durchfahren.

Extreme E Odyssey 21
Extreme E
Der Odyssey 21 soll im Zuge der Extreme E Rallye an entlegenen Orten fahren und damit dort auf Umweltzerstörungen aufmerksam machen.

Kein Flugtransport

Aus Umweltschutzgründen erfolgt der Transport der Elektro-Geländewagen zwischen den Rallyeorten in der Arktis, im Himalaya, am Amazonas, in der Sahara oder auf Inseln im Indischen Ozean nicht per Flugzeug, sondern mit dem Schiff RMS St. Helena. Das 105 Meter lange Fracht- und Passagierschiff fungiert auch als Fahrerlager.

Da die Orte oft abgelegen und schwer zu erreichen sind und somit eine Liveberichterstattung schwierig ist, sollen die Rennen ein Jahr lang im Geheimen stattfinden. Erst am Ende der Saison gibt es dann die Ergebnisse, vorher sollen alle Beteiligten Stillschweigen bewahren. Bei den Rennen sind professionelle Kamerateams dabei, die Material für spätere Serien bei Streamingportalen wie beispielsweise Netflix oder Amazon Prime aufzeichnen.

Die Tests des vorgestellten Prototyps sollen noch diesen Herbst beginnen, bis März 2020 soll Spark Racing Technology zwölf Fahrzeuge liefern. Diese Autos durchlaufen bis Mitte 2020 weitere Tests. Dann kommen die Odyssey-21-Modelle in das schwimmende Fahrerlager. Die dafür umgebaute RMS St. Helena ist ein 1990 in Dienst gestelltes ehemaliges Postschiff, das bis Februar 2018 die Inseln des Britischen Überseegebietes St. Helena versorgte.

Abt Extreme E Odyssey 21
Abt Sportsline
Mit ABT Sportsline und HWA wollen auch zwei deutsche Teams in der Extreme E an den Start gehen.

Fazit

Wie bei der Formel E wird der Start der Extreme E mit viel Skepsis begleitet. Das Konzept klingt einfach zu revolutionär. Die Idee, mit Rallye-Veranstaltungen auf Umweltzerstörungen aufmerksam zu machen, klingt nicht gerade plausibel. Ob das Konzept mit den fehlenden Liveübertragungen und der Geheimhaltung der Ergebnisse bis zum Ende Saison aufgeht, muss sich zeigen. Ein weiteres Fragezeichen steht hinter der Reichweite der Elektro-Renner. Es besteht die Gefahr, dass die Wertungsprüfungen zu Micky-Maus-Etappen werden.

Motorsport Motorsport Saleen S1 GT4 vorgestellt US-Legende plant Renn-Comeback

Der neue GT4 der legendären US-Marke soll weltweit verkauft werden.

Mehr zum Thema Elektroauto
Star Wars-Kooperation mit Porsche Taycan
E-Auto
10/2019, Elektromotor zum Nachrüsten von Swindon Powertrains
Alternative Antriebe
Mia Electric, Autosalon Genf 2012, Messe, E-Auto
Tech & Zukunft