Abt Extreme E Odyssey 21 Abt Sportsline

Abt macht bei der Extreme E Rallye mit

Veredler aus dem Allgäu zweites offizielles Team

Bei der möglicherweise ab 2021 stattfindenden Rennserie Extreme E treten alle Fahrer mit dem gleichen Elektro-Geländewagen an – dem Odyssey 21. Der wurde jetzt vorgestellt.

Die für 2021 geplante Elektro-SUV-Rennserie Extreme E hat ihren ersten deutschen Teilnehmer: Abt Sportline aus Kempten im Allgäu ist mit von der Partie. Damit ist der Veredler der zweite Teilnehmer nach dem monegassischen Autobauer Venturi. Insgesamt sind zwölf Rallye-Plätze zu füllen. Abt-Teamchef Hans-Jürgen Abt freut sich über die Teilnahme – schließlich sei man auch bei der Formel E von Anfang an dabei gewesen.

Bei der Rennserie Extreme E haben alle Teams die gleichen Chancen – zumindest technisch. Schließlich bekommen alle dasselbe Auto. Dieses Auto ist ein rein elektrisch angetriebener Geländewagen, der Odyssey 21 heißt, und der auf dem Goodwood Festival of Speed erstmals seine Runden zog.

Gebaut wird der 2,3 Meter breite SUV von Spark Racing Technology. Die 2012 gegründete Firma sitzt im südlich von Paris gelegenen Tigery und baut beispielsweise sämtliche Rennkarosserien für die Formel E.

Extreme E Odyssey 21
Extreme E
Extreme-E-Erfinder Alejandro Agag liebt den Odyssey 21.

Gebaut für heftige Steigungen

Der elektrische Antriebsstrang des Odyssey 21 leistet 400 Kilowatt (558 PS) und beschleunigt den 1.650 Kilogramm schweren Renner in 4,5 Sekunden von null auf 100 km/h. Außerdem soll der Odyssey 21 Steigungen von bis zu 130 Prozent überwinden können. An der Entwicklung der für raue Offroad-Einsätze konzipierten Batterie war Williams beteiligt, die Reifen kommen von Continental.

Umweltschutz mit Motorsport

Die Rennserie Extreme E wurde vom spanischen Unternehmer Alejandro Agag und dem brasilianischen Rennfahrer Gil de Ferran initiiert. Beide wollen mit den Rennen auf Umweltzerstörungen aufmerksam machen. Die Rennen sollen nur an Orten stattfinden, bei denen die Umwelt stark zerstört ist – beispielsweise auf Flächen, wo Regenwald abgeholzt wurde. Laut Agag interessieren sich viel mehr Menschen für Motorsport als für Umweltdokumentationen. Deshalb möchte er ihnen Umweltschutz über den Motorsport näher bringen. Und die Rennen sollen richtiger Sport sein, als Fahrer wünscht sich Agag Profis vom Kaliber eines Sébastien Loeb – der Franzose ist neunfacher Rallye-Weltmeister.

Bei den Rennen sollen zwei Guppen mit je sechs Teams gegeneinander antreten, in den Gruppen fährt jeder gegen jeden. Acht Autos kommen weiter. Per Playoff-Verfahren geht es über Viertel und Halbfinale ins Finale. Die Offroadkurse sollen acht bis zehn Kilometer lang sein, die Teilnehmer müssen dort installierte Tore durchfahren.

Extreme E Odyssey 21
Extreme E
Der Odyssey 21 soll im Zuge der Extreme E Rallye an entlegenen Orten fahren und damit dort auf Umweltzerstörungen aufmerksam machen.

Kein Flugtransport

Aus Umweltschutzgründen erfolgt der Transport der Elektro-Geländewagen zwischen den Rallyeorten in der Arktis, im Himalaya, am Amazonas, in der Sahara oder auf Inseln im Indischen Ozean nicht per Flugzeug, sondern mit dem Schiff RMS St. Helena. Das 105 Meter lange Fracht- und Passagierschiff fungiert als Fahrerlager. Da die Orte oft abgelegen und schwer zu erreichen sind und somit eine Liveberichterstattung schwierig ist, sollen die Rennen ein Jahr lang im Geheimen stattfinden. Erst am Ende der Saison gibt es dann die Ergebnisse, vorher sollen alle Beteiligten Stillschweigen bewahren. Bei den Rennen sind professionelle Kamerateams dabei, die Material für spätere Serien bei Streamingportalen wie beispielsweise Netflix oder Amazon Prime aufzeichnen.

RMS St. Helena
St Helena Tourism, https://www.facebook.com/visit.sthelena/photos/a.346600702035115/2443117795716718/?type=3&theater
Das ehemalige Postschiff RMS St. Helena soll für die Extreme E Rallye als schwimmendes Fahrerlager fungieren.

Ob und wenn ja wann Extreme E mit dem Odyssey 21 startet, ist noch nicht bekannt. Tests des vorgestellten Prototyps beginnen im September, bis März 2020 soll Spark Racing Technology zwölf Fahrzeuge liefern. Diese Autos durchlaufen bis Mitte 2020 weitere Tests. Dann kommen die Odyssey-21-Modelle in das schwimmende Fahrerlager. Die dafür umgebaute RMS St. Helena ist ein 1990 in Dienst gestelltes ehemaliges Postschiff, das bis Februar 2018 die Inseln des Britischen Überseegebietes St. Helena versorgte.

Elektro-SUV für geheime Rallye: Odyssey 21 für Extreme E in Bildern.

Abt Extreme E Odyssey 21
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Fazit

Die ersten Daten des Odyssey 21 lesen sich vielversprechend – das könnte ein recht potenter Gelände-Renner werden. Wegen der Batterie sind wahrscheinlich keine allzu ausgedehnten Strecken drin, aber für ein paar Kilometer harte Action dürfte es reichen. Die Idee, mit einer spannenden Rallye auf Umweltzerstörungen aufmerksam zu machen, ist gut. Allerdings dürften eine fehlende Liveübertragung und die Geheimhaltung der Ergebnisse bis zum Ende der jeweiligen Saison kaum für Interesse und schon gar nicht für Spannung sorgen – hier könnten die Veranstalter nachbessern.

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