Biofaser Porsche 718 Cayman GT4 MR Porsche
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Biofaser Porsche 718 Cayman GT4 MR 13 Bilder

Biofaser-Karosse für 718 Cayman GT4 Manthey Racing

Porsche mit nachwachsender Schnauze

Porsche hat einen neuen Verbund-Werkstoff am Start: Biofaser auf Basis von Flachs. Das bedeutet, es können nun Teile aus nachwachsenden Rohstoffen geformt werden.

Die Bezeichnung "Alles Bio" kennen wir eigentlich vor allem aus der Obst- und Gemüseabteilung. Bei einem Sportwagenhersteller ist das Prädikat neu. Das diesjährige 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring nutzte Porsche als Debüt für einen 718 Cayman GT4 Manthey Racing, der mit einem Karosserie-Kit aus Biofaser-Verbundwerkstoffen an den Start geht. Die Idee dahinter: Elemente aus nachwachsenden Rohstoffen ersetzen Karosserieteile, die sonst aus Kohlefaser gefertigt werden.

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Porsche
Die Biofaser-Teile sind nicht nur Energie- sondern auch Kosteneffizient.

In seiner Klasse (AT – alternative Treibstoffe) landete der Bioconcept-Porsche auf dem zweiten Platz, in der Gesamtwertung steht das Versuchsfahrzeug, pilotiert vom Team Four Motors, auf Rang 48. Die Türen und der Heckflügel werden schon seit Anfang des vergangenen Jahres aus einem Naturfasermix hergestellt. Neu sind nun Front- und Heckschürze, Buglippe, Kotflügel, Diffusor, sowie Front- und Heckdeckel. Ein Vorteil in Sachen Gewicht oder Steifigkeit entsteht daraus nicht. Die Werte bewegen sich auf dem Niveau von CfK. Die Biofaser-Bauteile sind allerdings günstiger und erfordern bei der Fertigung weniger Energieaufwand.

Ohne Flachs? Im Gegenteil

Die Basis bilden Flachsfasern. Eine Pflanze die bereits in der Welt der Automobile zu finden ist. So sind etwa die Lautsprecher-Boxen des Leichtbau-Sportwagens Alpine A110 aus Flachsfasern gefertigt. Porsche hat bereits 2016 eine Kooperation mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, sowie dem Fraunhofer WKI und der Schweizer Firma Bcomp begonnen. Von Beginn an sollte sichergestellt werden, dass der Anbau des Flachs in keinem Konflikt zum Nahrungsmittelanbau steht. Schließlich ist so ein Bio-Heckspoiler zwar eine feine Sache, schmeckt aber selbst mit feinsten Beilagen eher holzig.

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Sollte sich der Einsatz der neuen Komponenten bewähren, könnten die Teile künftig auch bei Manthey Racing für das Kundensport-Programm angeboten werden.

In der Fertigung der Teile lassen sich Materialstärke und Faserorientierung individuell anpassen. Damit können die Karosserieteile für unterschiedliche Anwendungen und Belastungsszenarien nutzbar gemacht werden. Bei den Türen besteht der Kern aus leichtem Balsaholz, der Heckflügel wiederum wird aus mehreren mit Epoxidharz imprägnierten Lagen in einem Autoclaven (eine Art Schnellkochtopf zur industriellen Anwendung) ausgebacken. Die Biofaser-Teile können neben Energie- und Kosteneffizienz aber noch weitere Vorteile vorweisen. So dämpfen sie einerseits Vibrationen besser weg und zersplittern bei einem Unfall zudem nicht in allzu feine und scharfe Splitter wie etwa Karbon. Sollte sich der Einsatz der ressourcenschonenden Bauteile bewähren, dürften sie künftig bei Manthey Racing im Kundensport-Bereich angeboten werden.

Fazit

Wenn Nachhaltigkeit auch noch Kosten sparen kann, ist das eine mehr als glückliche Koinzidenz. Dass die Biofaser-Teile außerdem noch schick anzuschauen sind, ist ein netter Bonus.

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