Wie ist das möglich? Die Erklärung für den gestoppten 137-km/h-Lkw

Tempoverstoß bei Lkw
Wie kann ein 40-Tonnen-Lkw 137 km/h fahren?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 16.02.2026
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Lkw Autobahn
Foto: Bim via Getty Images

Die Höchstgeschwindigkeit eines Fahrzeugs wird von mehreren Faktoren beeinflusst, darunter Motorleistung, Endübersetzung und Luftwiderstand. Während das Gewicht eines Lkw vor allem die Beschleunigung beeinflusst, spielt es für die Endgeschwindigkeit eine untergeordnete Rolle. Moderne Zugmaschinen sind aerodynamisch optimiert, mit glatten Frontflächen, Dachspoilern und seitlichen Verkleidungen, um den Luftwiderstand zu minimieren. Dennoch bleibt der Luftwiderstand bei einem 40-Tonner ein erheblicher Faktor, der quadratisch mit der Geschwindigkeit steigt.

Leistung und Übersetzung

Moderne Fernverkehrs-Lkw verfügen über beeindruckende Leistungsdaten. Spitzenmodelle bieten Motorleistungen von bis zu 780 PS und Drehmomente von über 3.800 Newtonmetern. Diese Leistungsreserven sind eigentlich für den Transport schwerer Lasten bei niedrigen Drehzahlen ausgelegt. Doch wenn die elektronische Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben wird, können diese Fahrzeuge theoretisch Geschwindigkeiten von über 130 km/h erreichen.

Ein Beispiel für die Leistungsfähigkeit moderner Lkw ist der Volvo FH16. Mit seinem 17-Liter-Reihensechszylinder und dem automatisierten I-Shift-Getriebe erreicht er in der stärksten Ausbaustufe bis zu 780 PS. Ähnlich verhält es sich beim Scania V8, dessen 16-Liter-Motor bis zu 770 PS liefert. Beide Modelle verfügen über Getriebe mit Overdrive-Funktion, die eine besonders lange Übersetzung ermöglichen. Diese Auslegung dient im regulären Betrieb der Verbrauchsreduzierung, kann jedoch bei aufgehobener Begrenzung zu hohen Endgeschwindigkeiten führen.

Die Rolle des Fahrtenschreibers

Fahrtenschreiber, auch Kontrollgeräte genannt, sind in Lkw gesetzlich vorgeschrieben und müssen regelmäßig kalibriert werden. Sie zeichnen unter anderem die Geschwindigkeit des Fahrzeugs auf und dienen als Beweismittel bei Verkehrsverstößen. Ein korrekt kalibrierter Fahrtenschreiber ist entscheidend, um die Glaubwürdigkeit der aufgezeichneten Daten zu gewährleisten. In diesem Fall bestätigte das geeichte Gerät die ungewöhnlich hohe Geschwindigkeit von 137 km/h.

Historische und sportliche Perspektiven

Die Fähigkeit von Lkw, hohe Geschwindigkeiten zu erreichen, ist nicht neu. Bereits 1988 sorgte das niederländische De Rooy-Team bei der Rallye Dakar für Aufsehen, als ihr DAF TurboTwin mit zwei Dieselmotoren und einer kombinierten Leistung von 1.200 PS Geschwindigkeiten von über 200 km/h erreichte. Auch in der FIA European Truck Racing Championship erreichen Renn-Lkw problemlos 180 km/h, wobei sie aus Sicherheitsgründen auf 160 km/h begrenzt sind.

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