Vergessene Concept Cars
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Bugatti EB 112 (2000) Alex Penfold
Bugatti EB 112 (2000)
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Bugatti EB 112 #39002 (2000): 1 von 3 Prototypen

Bugatti EB 112 #39002 (2000) verkauft Eine von drei Limousinen der Marke

Inhalt von

Dieses Auto gab es nie neu zu kaufen: Ein Geschäftsmann ließ diesen EB 112 aus Teilen bauen, die er nach der Pleite von Bugatti ersteigert hatte. Jetzt wurde das Auto verkauft.

Drei Bugatti EB 112 gibt es auf dieser Welt: Einer, das Premierenauto vom Genfer Salon 1993, blieb bei Italdesign. Giorgetto Giugiaros Design- und Karosseriefirma hatte den Viertürer gestaltet und einen funktionsfähigen Prototypen gebaut. Einen weiteren EB 112 baute Bugatti zumindest in Teilen in der futuristischen Fabrik in Camogalliano. Doch die Pleite kam, bevor das erste Serienauto fertig werden konnte. Ein Geschäftsmann aus Monaco, Gildo Pallanca Pastor, ersteigerte die Teile des unvollendeten EB 112 und eines weiteren Fahrzeugs samt einiger Ersatzteile aus der Konkursmasse des 1995 praktisch über Nacht pleitegegangenen Unternehmens.

Höchstgebot: 1,9 Millionen Euro

Bugatti EB 112 (1999)
Artcurial
Artcurial versteigerte 2016 den zweiten EB 112 für 1,9 Millionen Euro.

Pastor ließ die Fahrgestellnummern #39002 und #39003 in der Werkstatt seines Monaco Racing Team zusammenbauen. Das Auto mit der Chassisnummer #39003 ließ er 2016 über Artcurial versteigern. Dieser EB 112 erzielte bei der Auktion während der Rétromobile in Paris laut zwischengas.com ein Höchstgebot von 1,9 Millionen Euro.

Das zweite Auto hat nun der Münchner Händler Schaltkulisse verkauft. Der Preis bleibt geheim. Sowohl das von Artcurial versteigerte als auch das von Schaltkulisse verkaufte Auto sind laut Beschreibung fahrbereit. Nummer #39002 wurde laut Händler am 13. Februar 2003 in Genf zugelassen und 2006 bei der Geneva Classics Motorshow gezeigt – 13 Jahre nach der Premiere des Prototypen. Heute stehen 3.900 Kilometer auf der Uhr.

Bugatti und der EB 112

Romano Artioli, ein italienischer Geschäftsmann, hatte nicht nur die Idee, die Marke Bugatti wiederzubeleben, sondern auch das Geld dazu. Er ließ zunächst den Supersportwagen EB 110 entwickeln und dazu passend in Campogalliano eine Fabrik bauen. Die futuristischen Gebäude stehen heute noch verlassen an der A22 zwischen Carpi und Modena. In der Emilia-Romagna in Wurfweite von Modena, hoffte Artioli, genügend kompetente Automobilkonstrukteure für sein Projekt zu finden. Etwa 220 Menschen arbeiteten in der Fabrik und der Entwicklung. Der Architekt der "Fabbrica Blu", Giampaolo Benedini, hat auch das Design des EB 110 beeinflusst.

Aus diesem Supersportwagen stammten auch Teile der Technik für den EB 112. Die Limousine trug den Motor allerdings nicht vor der Hinterachse, sondern um 180 Grad gedreht hinter der Vorderachse. Auf die vier Turbolader verzichtetet Bugatti, erhöhte stattdessen Bohrung und Hub. So kam der V12 auf sechs statt 3,5 Liter Hubraum und 455 PS. Die bekamen es über ein manuelles Sechsganggetriebe und einen Allradantrieb mit 1.750 Kilogramm Leergewicht zu tun. Nicht viel, wenn man bedenkt, dass die Maße praktisch einem Mercedes 600 SEC entsprachen. Der war leer etwa 500 Kilogramm schwerer.

Ein Viertürer, der Sportwagen abhängt

Bugatti EB 112 (1993)
Italdesign
Italdesign hatte den EB 112 gestaltet. Dieses weinrote Exemplar stand 1993 auf dem Genfer Autosalon.

Die Fahrleistungen des Bugatti fielen entsprechend flotter aus: Bei 4,3 Sekunden von null auf 100 km/h und 300 km/h Höchstgeschwindigkeit kamen damals nicht viele Sportwagen mit. Der Neupreis sollte 1993 bei 400.000 Mark liegen. Dafür hätte es bei Mercedes zum 600 Coupé noch eine Limousine dazugegeben. Doch wie gesagt: Zu einer Serienproduktion kam es nicht.

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Da regt mich schon die Frage auf! Der EB 110 hat schließlich vier Turbolader.
Was ist das für eine Frage? Den EB 112 als schönste Limousine der Welt natürlich!

Fazit

Ein Lieblingssatz von Journalisten bei Automessen: "Bitte genau so bauen". Genau das hat Gildo Pallanca Pastor gemacht: Er hat einen unfertigen EB 112 samt Teilen für einen zweiten ersteigert und beide Autos komplettieren lassen sowie auf die Straße gebracht. Der eine wurde vor fünf Jahren versteigert, der Zweite jetzt verkauft. Mit Verlaub: Der Käufer hat ein Stück Automobilhistorie erworben, das verdammt gut aussieht und ziemlich schnell fährt. Kann man sich mehr wünschen?

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