RM Sotheby's versteigert am 27. Februar 2026 in Miami einen Isdera Imperator 108i. Den Hersteller kennen nur wenige, der Name steht für das 1982 in Leonberg bei Stuttgart von Eberhard Schulz gegründete "Ingenieurbüro für Styling, DEsign und RAcing". Schulz, der sich nach einem abgebrochenen Maschinenbau-Studium mit einem selbst gebauten Sportwagen bei Porsche vorgestellt hatte und einen Job bekam, wechselte anschließend zu Rainer Buchmann. Für dessen Firma "bb" konstruierte er den CW 311. Dieser flache Sportwagen mit Flügeltüren und einem Mittelmotor von Mercedes wurde unter anderem durch den Film "Carnapping" von 1980 bekannt.
Isdera Imperator 108i mit Mercedes-Mittelmotor
Aus diesem CW311 entwickelte Schulz den Spyder 033i/036i und den Imperator 108i. Davon baute Schulz in unterschiedlichen Versionen 30 Exemplare. Die Motoren kamen von Mercedes, für Instrumente und Schalter nutzte Schulz Teile seines ehemaligen Arbeitgebers Porsche. Zunächst baute Isdera den Zweiventil-Achtzylinder (M117) aus dem Mercedes-Benz 560 SE ein. Die zweite Serie treibt der M119-Vierventil-V8 aus dem 500 SL an. Dieser Motor leistet 326 PS. Eine Sechsliter-Version von AMG kam sogar auf 410 PS.
Der 108i, um den es hier geht, ist ein Modell der zweiten Serie mit dem 326 PS starken Mercedes-Motor. Damit beschleunigt der Flügeltürer in 5,5 Sekunden von null auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von rund 280 km/h. Typisch Kleinserie: Der Mittelmotor steckt in einem Gitterrohrrahmen, die Karosserie besteht aus Fiberglas. Damit ist der Imperator einige Hundert Kilogramm leichter als ein SL.
V8 mit Schaltgetriebe und Sidepipes
Im Vergleich zu einem R129 ist der Isdera kompakter, leichter und sieht mit seinen Flügeltüren spektakulärer aus. Die Karosserie ist 4,22 Meter lang und knapp 1,14 Meter hoch. Während Mercedes den V8 im SL serienmäßig mit einem Automatikgetriebe kombinierte, baute Isdera ein 5-Gang-Schaltgetriebe von ZF ein. Ein weiteres emotionales Merkmal ist der seitliche Doppelauspuff, der an Rennwagen wie den Mercedes 300 SLR erinnert.
Seltenheit und Emotionalität erklären auch den angestrebten Preis: Das Auktionshaus hat den Schätzwert auf 650.000 bis 850.000 US-Dollar festgelegt. Das entspricht umgerechnet 550.000 bis 700.000 Euro. Laut Beschreibung hat der ursprünglich nach Japan ausgelieferte Linkslenker 2.218 Kilometer auf dem Tacho.












