Diese 911er verkauft Magnus Walker: Porsche-Auktion bei RM Sotheby's

Porsche-Auktion bei RM Sotheby's
Diese 911er verkauft Magnus Walker

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 08.02.2026
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Zunächst war unklar, ob sich Magnus Walker von seiner gesamten Porsche-Sammlung trennt oder einige seiner Sportwagen behält. Der in Sheffield geborene Designer ist für seinen lockeren Umgang mit kreativ gestalteten Porsche bekannt und besitzt mutmaßlich Dutzende Sportwagen aus Zuffenhausen. Zu seiner Sammlung gehören 911 diverser Generationen und einige Transaxle-Modelle. Vom 18. bis 25. März versteigert RM Sotheby's einige Autos aus der Sammlung des in Kalifornien lebenden Designers online.

Walker verkauft 911 von 1965 bis 2004

Anfang Februar 2026 hat RM Sotheby's Fotos und Beschreibungen von acht Lots veröffentlicht, die Ende März unter den Hammer kommen. Das jüngste Auto ist ein 996 GT3 von 2004. Ältester 911 in der Auktion ist ein Modell aus dem Baujahr 1965, von dem angenommen wird, dass es sich um einen der ersten 911 handelt, die über den in Jacksonville, Florida ansässigen Händler Brumos in die USA importiert wurden. Magnus Walker hat diesen frühen Short Wheelbase 2009 gekauft und in seinem Stil verändert: Der 911 bekam Fuchs-Räder, Schalensitze von Scheel und schwarz-rote sowie goldene Akzente. Der Schätzpreis liegt bei 150.000 bis 200.000 US-Dollar, umgerechnet 125.000 bis 170.000 Euro.

Freunde originaler Porsche dürfte ein irischgrüner 911 von 1965 eher ansprechen; dieses Exemplar kam als Neuwagen nach Kalifornien und ebenfalls 2009 in Walkers Besitz. Der Motor ist derselbe wie bei der Auslieferung, was ein Kardex-Dokument bestätigt. Das Coupé wurde im originalen Farbton nachlackiert. Walker bezeichnet diesen originalen 911 als "Zeitreiseauto". RM Sotheby's hat den Schätzpreis auf 100.000 bis 150.000 US-Dollar (85.000 bis 125.000 Euro) festgelegt.

Ein typischer Walker ist der 911 von 1967: Auf den Türen und auf der roten Haube pappen Rennnummern, der Motor ist leicht aufgebohrt und das Auto steht auf Rädern von Outlaw Fifteen 52. Die Schalensitze sind mit rotem Karostoff bezogen. Die Lackierung in Silbermetallic und die Nummer des luftgekühlten Sechszylinders im Heck entsprechen hingegen dem Originalzustand. Auf 150.000 bis 200.000 US-Dollar schätzt das Auktionshaus den Preis dieses Walker-Porsche.

Indischrotes Zeitgeistmobil im 935-Look

Für Verehrer des Originalzustandes dürfte ein roter 1974er 911 aus der Walker-Sammlung eine Herausforderung darstellen: Der Carrera kommt mit einem Fiberglas-Kit der Firma American Racing International als Flat Nose Widebody daher. Der Umbau aus den 80er-Jahren lässt das indischrote Coupé wie einen 935 daherkommen; ein Versprechen, das der Saugmotor im Heck nicht einlösen kann. Original ist der Motor nicht: Es ist ein 2,7-Liter auf Basis des Kurbelgehäuses eines 1973er 911 E. Das Zeitgeist-Mobil ist der günstigste der acht Walker-Porsche und soll 75.000 bis 100.000 US-Dollar bringen, umgerechnet 65.000 bis 85.000 Euro.

Silbermetallic, die Faltenbalg-Stoßstangen der G-Serie und ein Entenbürzel auf dem Heckdeckel: Der 911 Carrera 2.7 MFI ist eine Rarität. Porsche hat 1976 nur 113 Carrera 2.7 Sondermodelle für den deutschen Markt gebaut. Im Heck des G-Modells steckt wie im Carrera 2.7 RS ein 210 PS starker Motor mit Bosch-Einspritzung. Nur 1.633 Carrera 2.7 verließen von 1974 bis 1976 die Werkshallen in Zuffenhausen. Walker hat dieses Coupé in Silbermetallic 2009 gekauft und die originalen Sitze ersetzt sowie einen Entenbürzel-Heckspoiler und Carrera-Schriftzüge angebracht. Der Schätzpreis liegt bei 200.000 bis 250.000 US-Dollar (170.000 bis 210.000 Euro).

911 Turbo in Minervablau

Für den frühen 930 brauchen Originalitätsfreunde starke Nerven: Magnus Walker hat den als Neuwagen in die Schweiz gelieferten 911 Turbo in seiner eigenen Interpretation von Minvervablau lackiert und auf goldene Fifteen52-Räder gestellt. Die Stoßfänger und die Blinker entsprechen der US-Version und das Interieur trägt ein eigenständiges Design mit blauen Stoffsitzen, weißen Türtafeln und Momo-Sportlenkrad. RM Sotheby's schätzt den Preis des Porsche auf 175.000 bis 200.000 US-Dollar (150.000 bis 170.000 Euro).

"Es ist ein ziemlich seltenes Auto", sagt Magnus Walker über seinen schwarzen 911 GT2 von 2002. Trotz der hohen Laufleistung von umgerechnet rund 150.000 Kilometer will Walker nicht, dass dem Auto bei seinem Umgang Kratzer und Dellen zugefügt werden. Porsche hat insgesamt 1.287 GT2 der Baureihe 996 gebaut. Dieses Exemplar ist außen komplett schwarz und innen mit braunem Leder ausgestattet. Es gehörte zunächst zwei Porsche-Club-Mitgliedern und ab 2020 Magnus Walker, der wenig damit fuhr. Laut RM Sotheby's ist der Porsche 125.000 bis 150.000 US-Dollar (105.000 bis 125.000 Euro) wert.

Sammler haben den 911 GT3 der Baureihe 996 längst auf dem Radar. Das Exemplar in der Walker-Sammlung ist von 2004, hat also schon das Facelift mit der geänderten Front. Kenner verehren den GT3 für seinen Hochdrehzahlmotor mit dem legendären Mezger-Block und sein präzises Handling. Das zum Verkauf stehende Exemplar war der erste wassergekühlte 911 in der Sammlung des Porsche-Outlaws. Typisch für seinen Stil sind die schwarze Haube, die blauen Ziertsreifen und die neonfarbenen Akzente am Frontspoiler. Der Schätzpreis liegt bei 100.000 bis 125.000 US-Dollar, umgerechnet 85.000 bis 105.000 Euro.

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