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12/2022_Ladeparktest ams MO/OVE
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Netzbetreiber wollen Strom für Haushalte drosseln

Bei hoher Netzauslastung Netzagentur will Strom für E-Autos drosseln

Immer mehr E-Autos und Wärmepumpen belasten das deutsche Stromnetz. Jetzt reagiert die Bundesnetzagentur und plant schon für 2024 Rationierungen.

"Wenn weiter so viele neue Wärmepumpen und Ladestationen installiert werden, dann sind lokale Stromausfälle im Verteilnetz zu befürchten," sagte der Präsident der Bundesnetzagentur Klaus Müller zur Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Vor allem regionale Niedrigvolt-Netze drohen zu überlasten. Um das zu verhindern, will die Netzagentur die Stromversorgung für private Haushalte in Zukunft drosseln können.

Eine temporäre Stromrationierung soll es aber nur für Wärmepumpen und E-Auto-Ladestationen geben, so ein entsprechendes Eckpunktepapier der Agentur. In solchen Fällen könnte das eigene Elektroauto beispielsweise täglich nur drei Stunden oder 50 Kilometer laden. Viele Wärmepumpen hängen schon bislang an einem eigenen Zähler und einem günstigeren Tarif, für den sich die Netzbetreiber vorbehalten, ihn in Spitzenzeiten nicht zu versorgen.

Ganz abgestellt werden sollen Wallboxen oder Wärmepumpen auch in Zukunft nicht. "Wir wollen eine Mindestversorgung jederzeit garantieren", sagt Müller. Noch handelt es sich um ein Entwurfspapier, das von Wirtschaftsminister Habeck in Auftrag gegeben wurde. Als Starttermin für die Umsetzung ist aber bereits der 1. Januar 2024 vorgesehen.

Dämpfer für die E-Mobilität

Nach Chipmangel, reduziertem Umweltbonus und den explodierten Strompreisen durch den Russland-Ukraine-Krieg könnte der Plan der Bundesnetzagentur das E-Auto für viele Verbraucher weniger attraktiv machen, weil sich Rationierung anhört, als ließe sich das Auto nicht nutzen, wenn man es braucht. Kritik kommt postwendend aus der Automobilindustrie. "Wenn das Laden zu Hause nur eingeschränkt möglich wäre, würden erhebliche Komforteinbußen drohen", sagt Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobil-Industrie (VDA). Öffentliche Ladesäulen oder Ladeparks (siehe Galerie) sind allerdings nicht von der Rationierung betroffen.

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Das Thema ist längst nicht neu. Schon lange warnen Fachleute, dass der stark steigende Strombedarf bei gleichzeitigem Ausstieg aus Kohle- und Atomstrom zum Problem werden könnte. Gleichzeitig könnten Elektroautos mit bidirektionaler Ladetechnik die Lösung des Problems werden. Technisch könnten sie schließlich als Netzpufferspeicher dienen.

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Strom ist regionales Gut

Bei der Elektrizität handelt es sich um eine mehr oder weniger regionale Energie, die nicht in großen Mengen gespeichert werden kann. Hochvolt-Trassen ermöglichen immerhin den Transport vom Kraftwerk zum Verbraucher über größere Distanzen. Doch zentrale Kraftwerke, die relativ einfach und schnell auf höheren oder niedrigeren Strombedarf reagieren können, sollen in Zukunft immer mehr durch dezentrale Wind- und Solarparks ersetzt werden.

Wenn die Sonne scheint und der Wind weht, wird es für alle in der Region genug Strom geben. Bei Dunkelheit und Windstille müssen konventionelle Kraftwerke die Auslastung absichern. Als kritischster Tag gilt bei Netzbetreibern der Heilige Abend. Der Sonnenstand ist niedrig, die meisten Menschen sind zu Hause, der Braten in der Röhre und die Festtagsbeleuchtung strahlt in voller Pracht. Wärmepumpen als Heizung fürs Haus und das Laden des E-Autos an der heimischen Wallbox für die Feiertage könnten dann zum Netzkollaps führen, so die Befürchtungen.

Netzbetreiber muss Versorgung sichern

Genau für solche Extremfälle muss es eine technische und rechtliche Lösung für den Netzbetreiber geben, Stromausfälle zu verhindern. Schließlich ist er für die Versorgungssicherheit verantwortlich. Technisch sind die Voraussetzungen dafür längst gegeben. Wer in der Vergangenheit nämlich eine Wallbox mit mehr als 3,7 Kilowatt Ladeleistung installiert hat, konnte einerseits zwar unter Umständen von einer KfW-Förderung profitieren. Andererseits musste er diese Ladestation auch beim Netzbetreiber anmelden.

Ladestationen mit mehr als 11 kW müssen ohnehin vom Netzbetreiber genehmigt werden und über eine Fernabschalt-Vorrichtung verfügen. Abschalten oder drosseln wäre technisch also ein geringer Aufwand. Rechtlich soll nun die Bundesnetzagentur den Weg ebnen.

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Quatsch, unser Netz kann das ab.
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Ich brauche sowieso keinen Strom.

Fazit

Die Bundesnetzagentur reagiert auf die steigende Stromnetzauslastung. Bei drohenden Stromausfällen soll das Laden von E-Autos und das Heizen mit Wärmepumpen in privaten Haushalten ab 2024 beschränkt werden können.

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