Dramatischer Reichweitenverlust bei Minusgraden: Test von Norwegens Autoclub NAF

Winter-Reichweitentest des Norwegischen Autoclubs
Dramatischer Reichweitenverlust bei Minusgraden

ArtikeldatumVeröffentlicht am 13.02.2026
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Norwegens Automobilclub NAF hat die Ergebnisse seines jüngsten Winter-Reichweitentests bekannt gegeben. Und die liefern einmal mehr interessante Erkenntnisse. Wie bereits bei der letzten Sommer-Ausgabe des "El Prix" kam der Lucid Air am weitesten und schaffte bei Temperaturen, die sich ausschließlich im Minusbereich bewegten, 520 Kilometer. Damit war der Amerikaner der einzige Vertreter im 24er-Testfeld, der die 500-Kilometer-Marke knackte.

Lucid mit größter WLTP-Abweichung

Dennoch gehört der Lucid auch zu den Verlierern des NAF-Reichweitentests. Er verlor im Vergleich zu seiner WLTP-Reichweite (960 Kilometer) nämlich satte 45,8 Prozent. Dieses Phänomen war bereits beim letzten Sommer-El-Prix zu beobachten, als der Air bei angenehmen Temperaturen eine WLTP-Abweichung von 13,7 Prozent aufwies – der mit Abstand schlechteste Wert im damaligen 27er-Testfeld. Wobei beim Lucid entschuldigend angemerkt werden muss, dass er aufgrund seiner weiten Fahrt diesmal deutlich länger bei extrem niedrigen Temperaturen unterwegs war als die Konkurrenten, was sich besonders negativ auf die Abweichung ausgewirkt haben dürfte.

Zurück zur reinen Reichweite: Auf den Podestplätzen landeten zwei deutsche Elektroautos: der neue Mercedes CLA mit 421 Kilometern und der Audi A6 E-Tron mit 402 Kilometern. Bei der Abweichung im Vergleich zur WLTP-Reichweite bekleckern sich diese beiden Modelle jedoch ebenfalls nicht mit Ruhm. Der CLA verlor mehr als 40 Prozent (Platz 18), während der A6 E-Tron mit 38,4 Prozent kaum weiter vorn auf Position 14 landete.

Wenig Reichweite, wenig Abweichung

Interessante Testkandidaten waren der Hyundai Inster, KGM Musso EV und Voyah Courage. Mit Reichweiten zwischen 256 und 300 Kilometern bei winterlichen Bedingungen landeten sie weit hinten. Gleichzeitig wiesen sie sehr geringe Abweichungen im Vergleich zur WLTP-Reichweite auf. Der Inster lieferte mit "nur" 28,9 Prozent den Bestwert (zusammen mit dem MG S6 EV), während sich der Elektro-Pick-up von KGM (30,6 Prozent) und der chinesische E-SUV von Voyah (31,8 Prozent) in dieser Disziplin ebenfalls innerhalb der Top Five platzierten.

Es gibt aber auch Elektroautos, die landeten sowohl bei der Reichweite als auch bei der Abweichung weit hinten. Die mit Abstand geringste Reichweite schaffte der Suzuki E-Vitara mit lediglich 224 Kilometern. Gleichzeitig wies der Japaner eine WLTP-Abweichung von 43,3 Prozent auf – der viertschlechteste Wert. Kaum weiter kam mit dem Opel Grandland Electric ein ausgewachsener Elektro-SUV. Er schaffte auf den norwegischen Straßen lediglich 262 Kilometer und lag damit 45,9 Prozent unter seiner WLTP-Angabe – das mit Abstand schlechteste Ergebnis im Testfeld.

Temperaturen zwischen -9 und -31 Grad

Bei der diesjährigen Ausgabe des vom NAF durchgeführten "Winter El Prix" waren die Bedingungen für die Elektroautos besonders hart. Bereits beim Start am 28. Januar 2026 um 9 Uhr morgens in der Hauptstadt Oslo herrschten –9 Grad Celsius. Die Strecke führte das Teilnehmerfeld nach Norden über die Städte Lillehammer und Dombås bis nach Folldal und darüber hinaus, wobei am Ziel arktische Temperaturen von –31 Grad herrschten.

Hinweis: Die detaillierten Ergebnisse aller 24 getesteten Elektroautos präsentieren wir Ihnen in den beiden Tabellen und in der Fotoshow über dem Artikel.

Fazit