Elektro-Nissan lädt sich selbst: Ariya mit Solarmodulen vorgestellt

Nissan zeigt Ariya mit Solarmodulen
Elektro-Nissan lädt sich selbst

ArtikeldatumVeröffentlicht am 28.01.2026
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Zum Clean Energy Day 2026 hat Nissan ein Konzeptfahrzeug präsentiert, das zeigt, wie sich Solarenergie direkt in ein batterieelektrisches Serienmodell einbinden lässt. Als technologische Basis dient der Nissan Ariya , der für dieses Projekt mit Photovoltaikmodulen auf Motorhaube, Dach und Heckklappe ausgestattet wurde. Diese Module speisen ihren Strom in die Antriebsbatterie ein.

Entwickelt wurde das Konzept in Kooperation zwischen Nissans Teams für Advanced Product Planning in Dubai und dem Powertrain Planning Team in Barcelona. Ziel des Projekts war es, das Potenzial integrierter Solartechnik im Alltagsbetrieb zu untersuchen – also herauszufinden, welchen konkreten Beitrag sie zur Autonomie eines Elektrofahrzeugs leisten kann. Insgesamt verfügt der Solar-Ariya über rund 3,8 Quadratmeter Photovoltaikfläche, unauffällig in die Karosserie eingebettet.

Strom für 23 Kilometer pro Tag

Erste Praxistests unter unterschiedlichen Klimabedingungen lieferten laut Nissan solide Ergebnisse: Bei optimaler Sonneneinstrahlung erzeugte das System pro Tag bis zu 23 Kilometer zusätzliche Reichweite. In Barcelona lag der durchschnittliche Wert bei 17,6 Kilometern, in Dubai bei 21,2 und selbst im deutlich trüberen London bei immerhin 10,2 Kilometern pro Tag.

Neben der Reichweitensteigerung stand auch das Ladeverhalten im Fokus. Je nach Fahrprofil ließen sich laut Nissan die erforderlichen Ladezyklen um 35 bis 65 Prozent reduzieren. Auf einer zweistündigen Testfahrt über 80 Kilometer erzeugten die Solarmodule rund 0,5 Kilowattstunden zusätzliche Energie, was etwa drei Kilometern Reichweitenzuwachs entspricht.

Solartechnik aus den Niederlanden

Für die Solartechnologie des Ariya holte sich Nissan Unterstützung von Lightyear, einem niederländischen Unternehmen, das auf hocheffiziente Photovoltaiklösungen spezialisiert ist. Die Integration der Zellen in die Fahrzeugarchitektur sowie ihre Einbindung in das Energiemanagementsystem erfolgten durch Nissans eigene Entwicklungsteams.

Im Rahmen eines Langstreckentests legte das Konzeptfahrzeug rund 1.550 Kilometer von den Niederlanden bis nach Barcelona zurück. Die dabei gewonnenen Daten sollen laut Nissan zeigen, dass Pendler mit einer Jahresfahrleistung von etwa 6.000 Kilometern ihre externen Ladevorgänge deutlich reduzieren könnten – unter idealen Bedingungen von 23 auf nur acht Ladevorgänge pro Jahr. Genaue technische Angaben hierzu machte Nissan jedoch nicht.

Technische Daten unklar

Zur maximalen Ladeleistung hat sich Nissan ebenfalls nicht geäußert, weshalb eine genaue Einschätzung dieser Angaben schwierig ist. Nissan ist nicht der erste Hersteller, der mit Solarflächen zur Stromerzeugung experimentiert. Bei Toyota ließ sich schon 2009 ein Solardach für den Prius bestellen, das Nebenverbraucher antrieb. Das Start-up Sono Motors aus München stellte die Solarladung für das Elektroauto Sono Sion in den Mittelpunkt der Entwicklung, ging allerdings vor Fertigstellung in die Insolvenz.

Die Solaraufladung von Elektroautos birgt mehrere "Fallstricke". Die Ausrichtung zur Sonne – relativ flach auf Dach und Haube – ist nicht ideal, die verfügbare Fläche und damit die Leistung vergleichsweise gering und die Anwendung auf optimales Wetter angewiesen. Abgeschattet in Innenstädten, geparkt unter Bäumen oder schlicht bei schlechtem Wetter mit Wolken und Regen sinkt der Solar-Ertrag teils extrem. Und nachts lädt ein Solarmodul naturgemäß gar nicht, egal wie schön das Wetter tagsüber ist.

Zu dieser Thematik ebenso wie zu den Kosten bei einer möglichen Serienfertigung hat Nissan bei der Präsentation des Konzeptautos keine Angaben gemacht.

Fazit