i-Mobility Rallye 2021 Hans-Dieter Seufert
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i-Mobility Rallye 2021: Stromer auf Tour

i-Mobility Rallye 2021 Stromer auf Tour

Zum fünften Mal stellten sich auf der i-Mobility Rallye E-Autos, Hybride und Brennstoffzellen-Fahrzeuge den Wertungsprüfungen.

Roadbook, Bordkarte und Stoppuhr parat? Check. Sympathischer und vertrauenswürdiger Navigator an Bord? Check. Beste Voraussetzung für einen launigen und abwechslungsreichen Tag bei der i-Mobility Rallye 2021. Doch bevor es vom Projektcampus II in Heimsheim auf die rund 120 Kilometer lange Strecke durch die schwäbische Landschaft geht, heißt es erst einmal staunen. Denn sage und schreibe 55 Fahrzeuge mit alternativem Antrieb – sei es E-Auto, Hybrid oder Brennstoffzelle – stehen startbereit am Veranstaltungsort. "So viele verschiedene Modelle mit alternativem Antrieb auf einem Fleck – das sieht man selten", zeigt sich auch Tobias Stöver, Marketingdirektor von Peugeot Deutschland, begeistert.

Mit dem EQS des Teams Mercedes-Benz hat sich ein ganz besonderes Modell unter das diesjährige Teilnehmerfeld gemischt. Im Gegensatz zum EQC, der mit modifizierter Verbrennerplattform an den Start ging, baut die Elektro-Limousine nämlich auf der neuen modularen E-Architektur, intern EVA2 genannt, der Marke auf.

Auch deshalb ist der EQS weit mehr als nur eine voll elektrifizierte S-Klasse, wenngleich beide beim Thema Luxus und Komfort in einer Liga spielen. Dafür sorgt allein schon die gigantische Bildschirmlandschaft vorne, die sich über die gesamte Cockpitbreite zieht – und dem Fahrerduo Hami-Nobari/Ehrenfeuchter bei der Navigation das ein oder andere Mal behilflich war.

Große Vielfalt

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Arturo Rivas
Sage und schreibe 55 Fahrzeuge mit alternativem Antrieb – sei es E-Auto, Hybrid oder Brennstoffzelle – stehen startbereit am Veranstaltungsort.

Als hilfreich sollte sich auch die serienmäßige Hinterachslenkung bei der Wertungsprüfung (WP) "Schneller Wechsel", einem Slalomparcours, erweisen, die der EQS mühelos meisterte, um dann nach über vier Stunden Rallyefahrt mit einer Restreichweite von deutlich mehr als 400 Kilometern über die Ziellinie zu fahren – beeindruckend. Neben dem EQA und dem EQC konnten die Teilnehmer bereits den neuen EQB weit vor seiner Vorstellung gegen Ende des Jahres in Aktion erleben.

Auch "Kroatien-Krimi"-Schauspieler Lenn Kudrjawizki, der gemeinsam mit Chefreporter Alexander Bloch im Hyundai Ioniq 5 mit der Startnummer 4 an der Rallye teilnahm, erfreute sich an der Vielfalt – nicht nur bei den Modellen von Mercedes: "Das ist eine fantastische Veranstaltung mit mega Fahrzeugen – alle mit ihrer ganz eigenen Handschrift!" Allerdings gefalle ihm der Ioniq 5 ganz besonders gut, verriet er.

Nach dem Staunen ist vor der ersten WP, die die Teilnehmer keine 50 Meter nach dem Start zu meistern hatten. Nach exakt acht Sekunden galt es die Ziel-Lichtschranke zu erreichen. Am besten machten das Bert Brandenburg und Eberhard Göhrum im Audi e-tron in 7,95 Sekunden.

Danach führte die erste Etappe auf rund 52 Kilometern über Heimerdingen nach Hochdorf zur zweiten WP. Ziel war es dort, innerhalb von 18 Sekunden eine Engstelle zu überwinden – jeder verschobene oder umgeworfene Pylon brachte hier 0,5 Strafpunkte. Dass der Ehrgeiz stark vorhanden war, zeigten die hochkonzentrierten Gesichter der Fahrer und Beifahrer, die man von der Auffahrt aus gut bei der Erfüllung der WP beobachten konnte. Clemens Hirschfeld und Benedikt Still im Audi Q4 e-tron sicherten sich hier den Sieg mit 18,03 Sekunden.

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Geschick und Präzision sind bei der Rallye gefragt.

Auch bei den beiden Durchfahrtskontrollen war Konzentration von Fahrern und Beifahrern gefordert, denn richtige Antworten auf die von den Streckenposten gestellten Fragen zum Thema E-Mobilität vermieden weitere Strafpunkte.

Nach einer Geschicklichkeitsübung beim Schützenverein in Aurich (mittig einfahren) und einer dreißigsekündigen Slalomfahrt in Lomersheim, die von der Firma Otto Fuchs organisiert wurde, endete die erste Etappe beim Stuttgarter Golf-Club Solitude in Mönsheim, wo kein Geringerer als Robert Bosch von 1929 bis 1942 als Präsident fungierte.

Auch hier wartete eine Wertungsprüfung auf die Teilnehmer – allerdings war hierzu eher die Hand-Augen-Koordination gefragt, weniger das Feingefühl am Gaspedal. Unter den kritischen Blicken der Konkurrenz hatte jedes Team einen Versuch frei. Schließlich beförderte das Fahrerteam Rehak/Körner, das mit einem Skoda Enyaq iV unterwegs war, den Golfball wie aufgetragen so nah wie möglich ans Loch – mit einer Abweichung von nur 36 Zentimetern gewann das Duo diese WP. Was in der Mittagspause auf dem Parkplatz auffiel: Nur die wenigsten Fahrzeuge mussten zum Laden an die Station. Mittlerweile schafft es nicht nur ein Luxuswagen wie der EQS mit einer Ladung mühelos, eine solche Rallye zu absolvieren. Auch Autos wie der Peugeot e-2008 packen eine solche Rallye mit einer Reichweite von circa 330 Kilometern locker. Also: Ade, Reichweitenangst!

Gut orientiert

Nach der Mittagspause ging es pünklich weiter zur rund 66 Kilometer langen zweiten Etappe. Hierfür hatten die Teams bereits im Vorfeld ihre Hausaufgaben machen müssen. Denn nach der WP 6 in Tiefenbronn – Wenden in zwei Zügen innerhalb von 30 Sekunden –, zu der die Firma Pirelli die Teams begrüßte, ging es zur WP 7, einer Orientierungsprüfung. Mithilfe zweier topografischer Karten, auf denen es zunächst verschiedene Punkte auszumachen galt, sollten während der Fahrt 13 verschiedene Ziffern rechts und links vom Wegesrand erkannt und in die Bordkarte eingetragen werden.

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Hans-Dieter Seufert
So sehen Sieger aus: Isolde Holderied und Alexander Wohlfarth gewannen die Rallye mit nur 6,07 Strafpunkten.

Schnell war klar, dass dies einfacher aussah, als es schlussendlich war, wenn man nach dem Zieleinlauf den heißen Diskussionen darüber lauschte. Doch bevor die Teams im Ziel begrüßt wurden, stand die letzte Wertungsprüfung in Ottenbrunn an. Matthias Ratz und Marc Eschrich gelang es mit ihrem Hyundai Ionic 5 Project 45, am schnellsten nach dem Signalton zu starten und die Lichtschranke zu erreichen.

Als Sieger der Rallye durften sich die zweifache Rallye-Weltmeisterin Isolde Holderied und Alexander Wohlfarth vom Team Toyota Deutschland feiern lassen. Mit nur 6,07 Punkten meisterten sie die Rallye im Toyota Prius besser als alle anderen. "Das war eine Spitzenrallye! Besonders gefallen hat mir die Vielfältigkeit der Wertungsprüfungen und die Orientierungsprüfung, die auch für mich sehr herausfordernd war", sagte Holderied. "Alexander und ich haben uns im Auto gut ergänzt. Ich freue mich riesig, dass wir den Gesamtsieg erzielt haben!"

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