Volkswagen Plug and Charge Herbert Diess Linkedin / Herbert Diess
Volkswagen Plug and Charge Herbert Diess
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VW ID. Software 3.0 20 Bilder

VW ID.Software 3.1: Plug & Charge ab Juni 2022

Plug and Charge bei Volkswagen Laden ohne Karten-Gefummel ab Juni 2022

VW bringt Plug & Charge an den Start. Das Software-Update (3.1) kommt ab Juni, verspricht VW-Chef Diess. Aber: Nicht alle Anbieter machen mit.

Wie bereits Ende 2021 versprochen, erweitert VW den Leistungsumfang seiner Elektrofahrzeuge um die so genannten "Plug & Charge"-Funktion. Die ergänzt zum Start die heutige Authentifizierung per Ladekarte oder App und macht das Laden noch einfacher. Sobald der Kunde das Ladekabel einsteckt, startet eine verschlüsselte Kommunikation nach dem ISO-15118-Standard zwischen Auto und Ladesäule. Diese Authentifizierung dauert nur wenige Sekunden, dann beginnt der Ladevorgang. Die Abrechnung läuft über den VW-eigenen Ladeservice "We Charge". Plug & Charge wird laut Volkswagen im Netz von Ionity, Aral, bp, E.ON, Iberdrola, Enel und Eviny zum Einsatz kommen.

Los geht's laut VW-Chef Herbert Diess bereits im Mai 2022. Sobald die Version 3.1 der ID.Software fertig ist, rollen damit automatisch alle neu produzierten Fahrzeuge auf MEB-Basis vom Hof. Die Bestandsflotte (inklusive aller vollelektrischen Skoda- und Cupra-Modelle) soll die Software-Version 3.1 ab Juni 2022 per Over-the-Air-Update (OTA) aufgespielt bekommen. Das ist vor allem deshalb ein überaus sportlicher Zeitplan, weil die ID-Flotte eigentlich erst bis mindestens Mitte 2022 den großen Software-Sprung auf die Version 3.0 hinter sich bringen muss.

Tesla Model S P100D 4X4, Exterieur
Achim Hartmann
Tesla-Fahrer kennen es nicht anders: Ran den Supercharger, Stecker rein und den Rest erledigen die Ladesäule und das Auto.

Duell der Systeme: Plug & Charge vs. Auto-Charge

Die eigentlich gute Nachricht hat allerdings einen nicht ganz unbedeutenden Haken: Mit der Fokussierung auf Plug & Charge stellt sich der Autobauer gegen das von Fastnet und der EnBW eingesetzte System Auto-Charge. Das technisch deutlich einfachere System setzt auf eine Kopplung an den Ladesäulenbetreiber (Charge Point Operator, kurz CPO) statt auf an den Mobility-Service-Provider (MSP), wie bei Plug & Charge. VW verspricht sich davon offiziell mehr Flexibilität für die Kunden, da man bei Auto-Charge an einen Ladesäulenbetreiber mit entsprechender Funktion und passenden Vertrag gebunden sei. Plug & Charge sei dagegen unabhängig vom Ladesäulenbetreiber, sodass die Kunden ähnlich wie mit ihrer Roaming-Lade-Karte oder Roaming-Lade-App mehr Ladesäulen anfahren könnten. Unterm Strich sorgt das Duell der beiden Bezahlsysteme im ersten Schritt aber vor allem dafür, dass VW-Kunden mit einem Fahrzeug auf MEB-Basis eben doch nicht ohne Ladekarte oder App auf Tour gehen können. An Auto-Charge-Säulen von EnBW oder Fastned müssen sich VW-Fahrer auch künftig manuell per App oder Karte anmelden.

Fazit

Soll ja keiner sagen, dass sie die Sache mit den Software-Updates bei VW nicht sehr sportlich sehen würden. Die ID.Software 3.0 ist noch gar nicht in der Bestandsflotte ausgerollt, das verspricht VW-Chef Herbert Diess per LinkedIn-Post schon die nächste Erweiterung des Leistungsumfangs. Die Version 3.1 soll alle MEB-Autos per OTA-Update bereit für Plug & Charge machen. Grundsätzlich eine gute Nachricht. Der Teufel steckt im Detail. Weil mit Plug & Charge und Auto-Charge zwei Systeme um die Vorherrschaft kämpfen, die natürlich nicht miteinander kompatibel sind, bleibt's nicht nur für VW-Kunden weiter kompliziert. Und das ist mehr als ärgerlich.

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